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Thomas Immanuel SteinbergFassaden, Passagen und ein KaminfegerlochSpaziergang durch die Leipziger InnenstadtUnter der Halle des Leipziger Hauptbahnhofs enden 26 Gleise. Auf Gleis 26 stehen Museumszüge, und die ersten Gleise werden für die 4-Kilometer-U-Bahn zum Bayrischen Bahnhof umgebaut.
Quer zu den Gleisen die Vorhalle.
Den ehemals sächsischen, oder hier den ehemals preußischen Bahnhofsaufgang hinunter geht es zum Vorplatz - oder noch tiefer zu Rewe, Aldi und zum halben Hähnchen (2 Euro).
Ganz unauffällig kontrolliert man sich vorher noch ein bißchen.
Nicht weit vom Hauptbahnhof lag das Rauchwarenviertel. Die reich gewordenen jüdischen Kürschnermeister garnierten ihre Hausfassaden mit putzigen Skulpturen von Pelztieren...
... und wilden Pelztierjägern.
Leipziger Kürschner und Pelzhändler, die die Judenvernichtung überlebt hatten, zogen ins Bahnhofsviertel nach Frankfurt am Main und setzten dort, mit jüdischen Kollegen aus Saloniki, ihr Gewerbe fort. Ein paar Schritte weiter liegt der Bartelshof.
Folgt der Kaffeebaum.
Vis-à-vis eine Tür.
Auerbachs Keller ist durch diese Passage zu erreichen.
Zwischendrin das kleine indirekt beleuchtete Gewölbe.
Die Marktgalerie, ein Neubau, kann es mit den alten Passagen aufnehmen.
Doch das ist die Lieblingspassage vieler Leipziger.
Sie mündet in einen Innenhof.
Draußen, neben dem Rathaus, ein Prachtbau.
Das alte Rathaus sollte einmal abgerissen werden. Mit einer Stimme Mehrheit wurde der Abriß verhindert.
Am Rathaus strenge Mahnung.
Noch eine Passage.
Im Herbst hängt der Stock voller Trauben. Leipzig keltert 18 Liter Wein pro Jahr, sehr trocknen.
Zu DDR-Zeiten erklärte eine Tafel die Funktion des vergitterten Lochs: Aus den italienischen Alpen angeworbene dürre Waisenknaben, mit dem Aufstieg durch einen natürlichen camino vertraut, wurden von den Schornsteinfegermeistern durch das Loch den Kamin hinaufgejagt, zum Säubern. Der post- und präsozialistische Privateigentümer lies die Tafel entfernen. Derweil wurde die Fassade besprayt. Das hat er jetzt davon.
Das Waldstraßenviertel mit prächtigen Fassaden aus der Gründerzeit liegt nahe der Innenstadt.
Mehr vom Waldstraßenviertel ein andermal. Man kann es aber auch mit jener Reisenden halten; ob sie denn keine Fotos mache. Ich guck's mir lieber gleich an, meinte sie. Alle Fotos: tofoto, T:I:S, Leipzig, 20. März 2007 *Steinberg Recherche Referent Texte 2007 Texte 2006 Texte 2005 Texte 2004 Texte bis 2003 Karten Bilder Suchen Home nach oben
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