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taz-Rechtfertigung
wie von Josef Joffe
Harald
Neuber und Maxim Graubner vom Portal amerika21.de
mit dem Schwerpunkt Venezuela/Lateinamerika und der redblog
haben sich an die Fersen der deutschen Redaktion von Le Monde diplomatique
im Hause taz geheftet.
Erstmals
rechtfertigen die jahrelang vielfach angegriffenen LMD-tazler öffentlich
ihre Artikelauswahl, bei der Josef Joffe von der Zeit geholfen haben
könnte – mit Argumenten wie von Josef Joffe. Siehe hier,
hier,
hier und hier.
Über Josef Joffe zum Beipiel hier.
T:I:S,
22. August 2007
nach oben
*
In
den deutschen Ausgabe von Le Monde diplomatique vom August 2007, die als Beilage
zur Berliner Tageszeitung erscheint, werden wieder einmal zwei Artikel aus der
französischen Originalausgabe unterschlagen. Der eine ist der Leitartikel des
Chefredakteurs Ignacio Ramonet über Hugo Chávez. Er liegt auf Französisch,
Englisch,
Esperanto, Farsi, Spanisch
und Portugiesisch
vor – und hier nun auch auf Deutsch.
Ignacio Ramonet
Hugo Chávez
Kaum ein Regierender ist
einer so haßerfüllten Vernichtungskampagne ausgesetzt wie Hugo Chávez, der Präsident
von Venezuela. Seine Feinde sind vor nichts zurückgeschreckt: Staatsstreich, Ölboykott,
Kapitalabzug, Attentatsversuche... Seit den Angriffen Washingtons auf Fidel
Castro gab es in Lateinamerika keine solche Versessenheit mehr. Übelste
Verleumdungen werden über Chávez verbreitet. Sie stammen aus modernen Giftküchen
wie dem National Endowment for Democracy (NED) oder von Freedom House. Die Regierung des Präsidenten der Vereinigten Staaten, George W.
Bush, bezahlt sie. Mit unbegrenzten finanziellen Mitteln ausgestattet,
manipuliert diese Diffamierungsmaschine mediale Schaltstellen, darunter
Referenzblätter, und Menschenrechtsorganisationen, die in finsterer Absicht
eingespannt werden. Der Sozialismus liegt in Trümmern: Selbst ein Teil der
sozialdemokratischen Linken stimmt in den Chor der Verleumder ein.
Warum soviel Haß? Während
die Sozialdemokratie in Europa eine Identitätskrise durchlebt, scheinen die
historischen Umstände dem Präsidenten Chávez die Verantwortung dafür
anvertraut zu haben, sich international an die Spitze der Neuerfindung der
Linken zu stellen. Während auf dem Alten Kontinent die europäischen
Institutionen jede Alternative zum Neoliberalismus praktisch unmöglich gemacht
haben (siehe in dieser Ausgabe die Artikel von Jean
Bricmont und Denis Duclos) reiht sich in Brasilien, Argentinien, Bolivien und Ecuador nach venezolanischem
Vorbild Erfahrung an Erfahrung, die die Hoffnung auf Emanzipation der ganz
kleinen Leute lebendig hält.
In dieser Hinsicht ist
die Bilanz von Chávez spektakulär. Verständlich, daß er in Dutzenden armer Länder
zu einem unabdingbaren Bezugspunkt geworden ist. Hat er doch unter sorgfältiger
Achtung der Demokratie und aller bürgerlichen Freiheiten (1) die venezolanische
Nation auf eine neue Grundlage gestellt, sie durch eine neue Verfassung
legitimiert; die Verfassung stellt den Einbezug des Volkes in den
gesellschaftlichen Wandel sicher. Hat er doch etwa fünf Millionen
Marginalisierten, darunter den Eingeborenen, die Staatsbürgerwürde verliehen,
die zuvor keinen Ausweis besaßen. Hat er doch die Petróleos de Venezuela SA
(PDVSA) wieder in öffentliche Hand gebracht. Hat er doch das größte
Telekommunikationsunternehmen entprivatisiert und wieder in den öffentlichen
Dienst eingegliedert, ebenso wie die Elektrizitätsgesellschaft von Caracas. Hat
er doch die Ölfelder des Orinoco verstaatlicht. Und hat er doch einen Teil der
Ölgewinne für die Unabhängigkeit von den internationalen Finanzinstitutionen
verwendet, und einen andern für Sozialprogramme.
Drei Millionen Hektar
Land sind an die Bauern verteilt worden. Millionen Erwachsene und Kinder sind
alphabitisiert worden. Tausende Krankenstationen sind in den Wohnbezirken
errichtet worden. –zig Tausende mittellose Personen mit Augenkrankheiten sind
gratis operiert worden. Die Grundnahrungsmittel werden subventioniert und den Ärmsten
um 42% billiger angeboten als auf dem Markt. Die Wochenarbeitszeit ist von 44
auf 36 Stunden gesenkt worden, während der Mindestlohn auf 204 Euro im Monat
angehoben worden ist – der höchste Lateinamerikas nach Costa Rica.
Ergebnis all der Maßnahmen:
Zwischen 1999 und 2005 ist die Armutsrate von 42,8% auf 37,9% (2) gesunken, und
der Anteil der Bevölkerung, der vom informellen Sektor lebt, von 53% auf 40%.
Der Rückgang der Armut hat das Wachstum kräftig gestützt, das im Durchschnitt
der letzten drei Jahre bei 12% lag, einem der stärksten der Welt. Der Verbrauch
wuchs um 18%. (3)
Angesichts solcher
Erfolge, gar nicht zu reden von den außenpolitischen: Muß da noch erstaunen,
daß Präsident Chávez für die Herrscher der Welt und ihre Spießgesellen
einer ist, den es zu erledigen gilt?
T:I:S (Übersetzung), 14.
August 2007
Dank
für den Hinweis an Norman Paech
Anmerkungen:
(1)
Die Lügen über
Radio Caracas Televisión sind dementiert, hat doch der Sender am 16. Juli 2007
über Kabel und Satellit die Sendungen wieder aufgenommen.
(2)
Mark Weisbrot, Luis Sandoval et David Rosnick: Poverty
Rates in Venezuela : Getting the Numbers Right. Center for Economic and
Policy Research, Washington, DC, Mai 2006
(3)
Siehe das Dossier Chávez,
not so bad for business Business Week, New York, 21. Juni 2007.
nach oben
*
Marie-Dominique
Vernhes
taz
fälscht Artikel von Ignacio Ramonet.
Le
texte est faussé.
Die Übersetzung des Textes von Ignacio Ramonet in Le Monde
diplomatique vom September 2006 (Taz-Beilage) "vergißt" gar manche
Sätze (ich habe sie fett gedruckt) und fügt einige hinzu (ebenfalls
fett). Manchmal verfälscht die Übersetzung den Sinn (in beiden Sprachen unterstrichene
Passagen). Die Struktur des Textes - vier allgemeine Vorbemerkungen und zehn
Erwägungen - ist bei den Vorbemerkungen nicht erkennbar . Die vierte
Vorbemerkung ist praktisch verschwunden. Ergebnis: Der Text ist gefälscht, die
deutschen Leserinnen bilden sich ihre Meinung über Ramonet anhand eines Textes,
der nicht dem entspricht, was sein Autor entwickelt hat.
La traduction
du texte de Monsieur I. Ramonet dans le Monde diplomatique de Septembre 06 (TAZ)
« oublie » bien des phrases (je les ai marquées en gras) et en ajoute
quelques-unes (également marquées en gras). Parfois la traduction fausse le
sens ( passages soulignés dans les deux langues). La structure du texte
(4 remarques générales et dix considérations) n´est pas visible en ce qui
concerne les remarques, la quatrième remarque est pratiquement escamotée. Résultat
: Le texte est faussé, les lecteurs allemands se font une opinion sur M.
Ramonet basée sur un texte qui ne correspond pas à ce qu´il a développé.
Le texte und
die Fälschung als .pdf-Datei
Marie-Dominique
Vernhes, 26. Septembre 06
mdvernhes(at)gmx.de
T:I:S,
26. September 2006
*
Zur Dokumentation aus dem Jahre 2002 von Marie-Dominique
Vernhes: Le Monde diplomatique - im Original und als taz-Beilage taz-Fälschungen 2002
anklicken.
Zum Interview mit Marie-Dominique Vernhes in der jungen
Welt vom 8. April 2005 hier.
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*
Marie-Dominique Vernhes
Schönen durch lückenhaftes
Übersetzen
Zwei Februar-Ausgaben von Le Monde
diplomatique mit unterschiedlicher Tendenz
Im
Folgenden vergleicht Marie-Dominique Vernhes die französiche Originalfassung
eines Artikels des Chefredakteurs
von Le Monde diplomatique, Ignacio Ramonet, mit der Übersetzung, die die
deutsche Redaktion in ihre Ausgabe von Le Monde diplomatique gestellt hat. Die
deutschsprachige Ausgabe von Le Monde diplomatique liegt
unter anderm der taz bei.
Vernhes'
Verdacht: Die Veränderungen des Originals sollen beim Leser einen besseren
Eindruck vom politischen Verhalten der USA und Israels erwecken, als es das
Original tut; der Iran soll schlechter dastehen.
Wesentliche
Passagen, auch sämtliche erläuternden Anmerkungen, fehlen in der deutschen
Fassung. Marie-Dominique Vernhes hat alle ausgelassenen Passagen und
Anmerkungen ins Deutsche übersetzt und sie der taz-Fassung fett
hinzugefügt; Beispiel: Zielscheibe.
Einige Wortgruppen wurden von der deutschen Redaktion von Le Monde
diplomatique hinzugefügt oder verändert.
Vernhes hat sie sämtlich durchgestrichen,
Beispiel:
aus
Israel;
und in einem Fall die zutreffende Übersetzung vorangestellt: die iranischen Demokraten die iranische Demokratie.
Unter
(1) steht die deutsche Fassung einschließlich der fett gedruckten Auslassungen
und der markierten Veränderungen. Unter (2) steht der französische
Originaltext, und unter (3) zur Kontrolle der Text, wie er sich in der deutschen
Le-Monde-diplomatique-Beilage zur taz findet.
1.
Zielscheibe Teheran
Von IGNACIO
RAMONET
Im
Verkehrschaos von Teheran ist von Angst vor einer möglichen Militärintervention
durch die USA nichts zu spüren; die USA freilich stehen vor den Toren des
Iran - im Irak und in Afghanistan.. Keinerlei Hektik auch auf den Flughäfen,
wo die Sicherheitsmaßnahmen im Vergleich zu denen in Europa oder in den USA
lächerlich lax wirken. Selbst die örtlichen Medien halten sich zurück und
widmen ihre Titelseiten anderen Themen: der Reise von Staatspräsident Chatami
nach Afrika, dem Prozess gegen Charles Graner, den "Folterer von Abu
Ghraib", oder den Wahlen im Irak.
Doch hinter der scheinbaren Gelassenheit macht sich Unruhe breit. Nur
einen Tag nach der Veröffentlichung im New Yorker druckte die iranische
Presse den vollständigen Beitrag von Seymour Hersh über "The
Coming Wars" (1) nach. Der "Krieg gegen den Terror", so Hersh,
werde nach dem Irakkrieg mit einem Angriff auf den Iran seine Fortsetzung
finden. Auf den Rat von „Zivilisten im Pentagon“ hin (Donald Rumsfeld,
Paul Wolfowitz und Douglas J. Feith) habe George W. Bush geheime Missionen
innerhalb des Iran genehmigt. Mit Hilfe von Erkenntnissen aus Israel und
Pakistan würden Kommandos seit Juli 2004 versuchen, Informationen über mehr
als drei Dutzend Ziele zu erhalten, die das nukleare, das chemische und das ballistische
Programm Irans betreffen. Diese Ziele könnten bald durch Präzisionsangriffe
von Spezialkräften getroffen werden. Das Pentagon hat nicht dementiert. Auf die
Frage des Senders NBC, ob er eine militärische Operation gegen den Iran ausschlösse,
antwortete Bush mit der Drohung: „Ich hoffe, dass wir das auf diplomatischem
Wege werden lösen können, aber ich schließe keine Option aus.“
Iranische Regierungsbeamte und Oppositionelle zeigen sich gelassen.
Professor Mahmud Kashani, der zur gemäßigten Opposition gehört und Kandidat
zum Amt des Republikpräsidenten war, weist darauf hin, dass "Washington schon
seit 25 Jahren den Iran im Visier hat und schon seit 1995 ein
Handelsembargo gegen den Iran verhängt hat, das durch das D´Amato-Gesetz
(2) verschärft wurde. Seit Bush an der Macht ist, gehören wir zur ,Achse
des Bösen', und die neue Außenministerin Rice hat den Iran vor kurzem als
,Vorposten der Tyrannei' in der Welt bezeichnet. Wir sind ihre Anfeindungen
gewohnt. Das Thema Atomwaffen ist nur ein weiterer Vorwand."
Entschiedener trat der iranische Verteidigungsminister Ali Schamchani am
18. Januar in der Teheran Times den Drohungen aus Washington entgegen:
"Unsere Schlagkraft ist so groß, dass kein Land ein Interesse haben kann,
uns anzugreifen. Keiner unserer Gegner besitzt genaue Informationen über unsere
militärischen Kapazitäten und unsere Fähigkeit zu Überraschungsschlägen.
Wir haben in kurzer Zeit Militärgerät produziert, das uns die denkbar größte
Abschreckungsmacht verschafft."(3)
Der Iran hat immer behauptet, sein Nuklearprogramm verfolge ausschließlich
zivile Zwecke und würde den Atomwaffen-Sperrvertrag, den Teheran
unterzeichnet hat (4), einhalten. Im November 2004 verpflichtete sich die
iranische Regierung nach Verhandlungen mit Großbritannien, Deutschland und
Frankreich, alle Aktivitäten auf dem Gebiet der Urananreicherung einzustellen. Die
drei Mächte unternahmen diesmal einen gemeinsamen diplomatischen Vorstoß mit
dem Ziel, Teheran zum endgültigen Verzicht auf alle militärischen Ambitionen
mit der Atomenergie zu bewegen und eine Eskalations zu vermeiden wie die, die im
März 2003 zur Invasion des Irak führte.(5)
Israel jedoch ist der Ansicht, dass das iranische Atomprogramm in Kürze
den kritischen Punkt erreicht haben wird, von dem aus es kein Zurück mehr gibt.
"Wenn nichts geschieht, wird der Iran in spätestens sechs Monaten
angereichertes Uran und damit bis spätestens 2008 seine erste Atombombe
herstellen können", behauptete der Chef des israelischen Militärgeheimdienstes,
General Aharon Seevi, am 12. Januar. Der Iran besitze mit der Shihab-3 bereits
eine Mittelstreckenrakete mit einer Reichweite von 1300 km, die "das
Herz Israels" erreichen könne.
Der Zeitpunkt für Drohungen scheint denkbar schlecht gewählt: Im Juni
dieses Jahres stehen im Iran die Präsidentschaftswahlen an, bei denen der
Reformer Mohammed Chatami nicht mehr kandidieren kann. Etliche Oppositionelle
sind der Ansicht, die Drohgebärden aus Israel könnten dem erschöpften
islamischen Regime eine weitere Atempause verschaffen. "Der Machtmissbrauch
des radikalen Islam", meint ein laizistischer Journalist, "hat die
Gegenwehr des Volkes herausgefordert. Vor allem die Frauen fordern mehr
Demokratie. Die meisten Iraner verfolgten die US-Interventionen gegen das
Afghanistan der Taliban und gegen den Irak Saddam Husseins mit Sympathie, weil
sie uns zwei Regime vom Hals geschafft haben, die uns zutiefst feindlich gesinnt
waren. Die jüngsten Drohungen aus Washington und Israel hingegen stärken
die konservativsten Strömungen und fördern die Wahlchancen der
reformfeindlichsten Kandidaten. Für die iranischen Demokraten die
iranische Demokratie ist das
eine Katastrophe
(1) Iran News, Teheran,
18. Januar 2005.
(2) Dieses am 5. August
1996 verabschiedete D´Amdado-Gesetz legt fest, dass ein Unternehmen –
US-Amerikanisch oder nicht –, das mehr als 40 Millionen in Iran investieren würde,
mit Sanktionen zu rechnen hätte.
(3) Tehran Times, Teheran,
18. Januar 2005.
(4) Zwei Verbündete der
USA in der Region haben ihn nie unterzeichnet und sich mit Atomwaffen
ausgestattet: Pakistan und Israel. Diesen Ländern hat Washington keinerlei
Sanktionen auferlegt.
(5) Siehe Walid Charara, « Nach Bagdad, Téhéran ? », Le Monde
diplomatique, Januar 2005.
*
2.
Iran, la cible
Par Ignacio Ramonet
Dans les belles avenues de Téhéran,
engorgées par des embouteillages apocalyptiques, on ne sent, chez les passants,
nulle angoisse liée à une éventuelle menace militaire des Etats-Unis, désormais
présents en Irak et en Afghanistan, aux portes de l’Iran. Aucune fébrilité
dans les aéroports, où les mesures de sécurité, comparées à celles en
vigueur en Europe ou en Amérique, semblent ridiculement laxistes. Les médias
locaux non plus n’en rajoutent pas, qui consacrent leurs manchettes à
d’autres thèmes : le voyage du président Khatami en Afrique, le procès de
Charles Graner, le « tortionnaire d’Abou Ghraib », ou les élections
irakiennes.
Mais, derrière ce calme apparent, l’inquiétude perce. Ainsi, la presse
s’est hâtée de reproduire, dès le lendemain de sa parution dans The New
Yorker, l’intégralité de l’enquête de Seymour Hersh « The Coming Wars
(1) ». Ce journaliste y affirme que, après l’Irak, la « guerre contre le
terrorisme » va se poursuivre par une attaque contre Téhéran. Conseillé par
les « civils du Pentagone » (MM. Donald Rumsfeld, Paul Wolfowitz et Douglas J.
Feith), M. George W. Bush aurait autorisé des missions secrètes à l’intérieur
de l’Iran. Avec l’aide de renseignements fournis par Israël et le Pakistan,
des commandos chercheraient, depuis juillet 2004, à obtenir des informations
sur plus de trois douzaines d’objectifs relevant des programmes nucléaire,
chimique et balistique iraniens. Des attaques de précision lancées par les
forces spéciales pourraient bientôt les viser. Le Pentagone n’a pas démenti.
Et le président Bush, à qui la chaîne NBC demandait s’il écartait une
action militaire contre l’Iran, a répondu, menaçant : « J’espère que
nous pourrons régler cela de façon diplomatique, mais je n’exclus aucune
option. »
Officiels ou contestataires, les interlocuteurs que l’on rencontre à Téhéran
restent sereins. « Cela fait maintenant vingt-cinq ans, nous déclare le
professeur Mahmoud Kashani, opposant modéré, ancien candidat à la présidence
de la République, que les Etats-Unis ont placé l’Iran dans leur ligne de
mire. Depuis 1995, Washington a décrété contre l’Iran un embargo, aggravé
depuis par la loi D’Amato (2). Ensuite, M. Bush nous a classés parmi les pays
de l’“axe du Mal”, et la nouvelle secrétaire d’Etat, Mme Condoleezza
Rice, vient de définir l’Iran comme l’un des “postes avancés de la
tyrannie” dans le monde. Nous sommes habitués à leur hostilité. L’affaire
du nucléaire n’est qu’un nouveau prétexte. »
Le ministre iranien de la défense, M. Ali Chamkhani, s’est montré plus
ferme : « Nous sommes en mesure d’affirmer, a-t-il déclaré, en réponse aux
menaces de Washington, que nous possédons un tel niveau de force qu’aucun
pays n’a intérêt à nous attaquer. Aucun de nos adversaires ne connaît avec
précision la puissance de notre capacité militaire, ni notre habileté à
mettre en œuvre des stratégies inédites. Nous avons produit rapidement des équipements
qui nous confèrent la plus grande puissance de dissuasion (3). »
L’Iran a toujours affirmé que son programme nucléaire avait un caractère
civil et se situait dans le cadre du traité de non-prolifération des armes
nucléaires (TNP), dont Téhéran est signataire (4). Il s’est engagé, en
novembre 2004, à suspendre ses activités d’enrichissement d’uranium, à la
suite de négociations avec le Royaume-Uni, l’Allemagne et la France, trois
puissances cette fois unies dans une démarche diplomatique commune destinée à
faire renoncer définitivement Téhéran à toute ambition nucléaire militaire,
et à éviter une escalade semblable à celle qui conduisit, en mars 2003, à
l’invasion de l’Irak (5).
Mais Israël est persuadé que le programme nucléaire iranien aura bientôt
atteint un point de non-retour. « Si rien n’est fait, l’Iran pourra
produire de l’uranium enrichi d’ici six mois, ce qui devrait lui permettre
de produire sa première bombe atomique d’ici à 2008 », a affirmé le général
Aharon Zeevi, chef du renseignement militaire israélien, le 12 janvier 2005. Il
a également souligné que l’Iran disposait déjà d’un missile, le
Shihab-3, d’une portée de 1 300 kilomètres, « capable d’atteindre le cœur
d’Israël ».
A l’heure où l’Iran se prépare pour l’élection présidentielle de
juin 2005 – à laquelle le réformiste Mohammad Khatami, qui achève son
second mandat, ne pourra se représenter –, ces menaces tombent mal. Pour
nombre d’opposants, elles pourraient paradoxalement renforcer un régime
islamique essoufflé. « Les abus de l’islam radical, nous déclare un
journaliste laïc, ont entraîné une réaction du peuple, en particulier des
femmes, qui réclament plus de démocratie. La plupart des Iraniens ont vu avec
sympathie les interventions américaines contre l’Afghanistan des talibans et
contre l’Irak de Saddam Hussein parce qu’elles nous ont débarrassés de
deux régimes férocement hostiles à notre égard. Mais les menaces actuelles
servent, en revanche, les courants les plus conservateurs, et propulsent vers la
présidence les candidats les plus antiréformistes. Pour les démocrates
iraniens, c’est un désastre. »
(1) Iran News, Téhéran, 18 janvier 2005.
(2) Adoptée le 5 août 1996, la loi D’Amato établit qu’une compagnie,
même non américaine, reconnue coupable d’investir plus de 40 millions de
dollars en Iran se verrait appliquer des sanctions.
(3) Tehran Times, Téhéran, 18 janvier 2005.
(4) Deux alliés des Etats-Unis dans la région ne l’ont jamais signé et
se sont dotés de l’arme atomique : le Pakistan et Israël. Ils ne font
l’objet d’aucune sanction de la part de Washington.
(5) Lire Walid Charara, « Après Bagdad, Téhéran ? », Le Monde
diplomatique, janvier 2005.
URL : http://www.monde-diplomatique.fr/2005/02/RAMONET/11885
*
3.
Sorgen in Teheran
Von IGNACIO
RAMONET
IM
Verkehrschaos von Teheran ist von Angst vor einer möglichen US-Militärintervention
nichts zu spüren. Keinerlei Hektik auch auf den Flughäfen, wo die
Sicherheitsmaßnahmen vergleichsweise lax wirken. Selbst die örtlichen Medien
halten sich zurück und widmen ihre Titelseiten anderen Themen: der Reise von
Staatspräsident Chatami nach Afrika, dem Prozess gegen Charles Graner, den
"Folterer von Abu Ghraib", oder den Wahlen im Irak.
Doch hinter der scheinbaren Gelassenheit macht sich Unruhe breit. Nur
einen Tag nach der Veröffentlichung im New Yorker druckte die iranische
Presse den Beitrag von Seymour Hersh über "The Coming Wars" nach. Der
"Krieg gegen den Terror", so Hersh, werde nach dem Irakkrieg mit einem
Angriff auf den Iran seine Fortsetzung finden.
Iranische Regierungsbeamte und Oppositionelle zeigen sich gelassen.
Professor Mahmud Kashani, der zur gemäßigten Opposition gehört, weist darauf
hin, dass "Washington schon seit 1995 ein Handelsembargo gegen den Iran
verhängt hat. Seit Bush an der Macht ist, gehören wir zur ,Achse des Bösen',
und die neue Außenministerin Rice hat den Iran vor kurzem als ,Vorposten der
Tyrannei' in der Welt bezeichnet. Wir sind ihre Anfeindungen gewohnt. Das Thema
Atomwaffen ist nur ein weiterer Vorwand."
Entschiedener trat der iranische Verteidigungsminister Ali Schamchani am
18. Januar in der Teheran Times den Drohungen aus Washington entgegen:
"Unsere Schlagkraft ist so groß, dass kein Land ein Interesse haben kann,
uns anzugreifen. Keiner unserer Gegner besitzt genaue Informationen über unsere
militärischen Kapazitäten und unsere Fähigkeit zu Überraschungsschlägen.
Wir haben in kurzer Zeit Militärgerät produziert, das uns die denkbar größte
Abschreckungsmacht verschafft."
Der Iran hat immer behauptet, sein Nuklearprogramm verfolge ausschließlich
zivile Zwecke. Im November 2004 verpflichtete sich die iranische Regierung nach
Verhandlungen mit Großbritannien, Deutschland und Frankreich, alle Aktivitäten
auf dem Gebiet der Urananreicherung einzustellen.
Israel jedoch ist der Ansicht, dass das iranische Atomprogramm in Kürze
den kritischen Punkt erreicht haben wird, von dem aus es kein Zurück mehr gibt.
"Wenn nichts geschieht, wird der Iran in spätestens sechs Monaten
angereichertes Uran und damit bis spätestens 2008 seine erste Atombombe
herstellen können", behauptete der Chef des israelischen Militärgeheimdienstes,
General Aharon Seevi, am 12. Januar. Der Iran besitze mit der Shihab-3 bereits
eine Mittelstreckenrakete, die "das Herz Israels" erreichen könne.
Der Zeitpunkt für Drohungen scheint denkbar schlecht gewählt: Im Juni
dieses Jahres stehen im Iran die Präsidentschaftswahlen an, bei denen der
Reformer Mohammed Chatami nicht mehr kandidieren kann. Etliche Oppositionelle
sind der Ansicht, die Drohgebärden aus Israel könnten dem erschöpften
islamischen Regime eine weitere Atempause verschaffen. "Der Machtmissbrauch
des radikalen Islam", meint ein laizistischer Journalist, "hat die
Gegenwehr des Volkes herausgefordert. Vor allem die Frauen fordern mehr
Demokratie. Die meisten Iraner verfolgten die US-Interventionen gegen das
Afghanistan der Taliban und gegen den Irak Saddam Husseins mit Sympathie, weil
sie uns zwei Regime vom Hals geschafft haben, die uns zutiefst feindlich gesinnt
waren. Die jüngsten Drohungen aus Washington und Israel hingegen stärken die
konservativsten Strömungen und fördern die Wahlchancen der reformfeindlichsten
Kandidaten. Für die iranische Demokratie ist das eine Katastrophe."
URL: http://www.taz.de/pt/2005/01/14.nf/mondeText.artikel,a0012.idx,4
T:I:S,
1. April 2005
*
Steinberg Recherche Referent
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