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taz-Rechtfertigung wie von Josef Joffe

Harald Neuber und Maxim Graubner vom Portal amerika21.de mit dem Schwerpunkt Venezuela/Lateinamerika und der redblog haben sich an die Fersen der deutschen Redaktion von Le Monde diplomatique im Hause taz geheftet. 

Erstmals rechtfertigen die jahrelang vielfach angegriffenen LMD-tazler öffentlich ihre Artikelauswahl, bei der Josef Joffe von der Zeit geholfen haben könnte –  mit Argumenten wie von Josef Joffe.  Siehe hier, hier, hier und hier.  Über Josef Joffe zum Beipiel hier

T:I:S, 22. August 2007

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*

In den deutschen Ausgabe von Le Monde diplomatique vom August 2007, die als Beilage zur Berliner Tageszeitung erscheint, werden wieder einmal zwei Artikel aus der französischen Originalausgabe unterschlagen. Der eine ist der Leitartikel des Chefredakteurs Ignacio Ramonet über Hugo Chávez. Er liegt auf Französisch, Englisch, Esperanto, Farsi, Spanisch und Portugiesisch vor – und hier nun auch auf Deutsch.

Ignacio Ramonet

Hugo Chávez

Kaum ein Regierender ist einer so haßerfüllten Vernichtungskampagne ausgesetzt wie Hugo Chávez, der Präsident von Venezuela. Seine Feinde sind vor nichts zurückgeschreckt: Staatsstreich, Ölboykott, Kapitalabzug, Attentatsversuche... Seit den Angriffen Washingtons auf Fidel Castro gab es in Lateinamerika keine solche Versessenheit mehr. Übelste Verleumdungen werden über Chávez verbreitet. Sie stammen aus modernen Giftküchen wie dem National Endowment for Democracy (NED) oder von Freedom House. Die Regierung des Präsidenten der Vereinigten Staaten, George W. Bush, bezahlt sie. Mit unbegrenzten finanziellen Mitteln ausgestattet, manipuliert diese Diffamierungsmaschine mediale Schaltstellen, darunter Referenzblätter, und Menschenrechtsorganisationen, die in finsterer Absicht eingespannt werden. Der Sozialismus liegt in Trümmern: Selbst ein Teil der sozialdemokratischen Linken stimmt in den Chor der Verleumder ein.

Warum soviel Haß? Während die Sozialdemokratie in Europa eine Identitätskrise durchlebt, scheinen die historischen Umstände dem Präsidenten Chávez die Verantwortung dafür anvertraut zu haben, sich international an die Spitze der Neuerfindung der Linken zu stellen. Während auf dem Alten Kontinent die europäischen Institutionen jede Alternative zum Neoliberalismus praktisch unmöglich gemacht haben (siehe in dieser Ausgabe die Artikel von Jean Bricmont und Denis Duclos) reiht sich in Brasilien, Argentinien, Bolivien und Ecuador nach venezolanischem Vorbild Erfahrung an Erfahrung, die die Hoffnung auf Emanzipation der ganz kleinen Leute lebendig hält.

In dieser Hinsicht ist die Bilanz von Chávez spektakulär. Verständlich, daß er in Dutzenden armer Länder zu einem unabdingbaren Bezugspunkt geworden ist. Hat er doch unter sorgfältiger Achtung der Demokratie und aller bürgerlichen Freiheiten (1) die venezolanische Nation auf eine neue Grundlage gestellt, sie durch eine neue Verfassung legitimiert; die Verfassung stellt den Einbezug des Volkes in den gesellschaftlichen Wandel sicher. Hat er doch etwa fünf Millionen Marginalisierten, darunter den Eingeborenen, die Staatsbürgerwürde verliehen, die zuvor keinen Ausweis besaßen. Hat er doch die Petróleos de Venezuela SA (PDVSA) wieder in öffentliche Hand gebracht. Hat er doch das größte Telekommunikationsunternehmen entprivatisiert und wieder in den öffentlichen Dienst eingegliedert, ebenso wie die Elektrizitätsgesellschaft von Caracas. Hat er doch die Ölfelder des Orinoco verstaatlicht. Und hat er doch einen Teil der Ölgewinne für die Unabhängigkeit von den internationalen Finanzinstitutionen verwendet, und einen andern für Sozialprogramme.

Drei Millionen Hektar Land sind an die Bauern verteilt worden. Millionen Erwachsene und Kinder sind alphabitisiert worden. Tausende Krankenstationen sind in den Wohnbezirken errichtet worden. –zig Tausende mittellose Personen mit Augenkrankheiten sind gratis operiert worden. Die Grundnahrungsmittel werden subventioniert und den Ärmsten um 42% billiger angeboten als auf dem Markt. Die Wochenarbeitszeit ist von 44 auf 36 Stunden gesenkt worden, während der Mindestlohn auf 204 Euro im Monat angehoben worden ist – der höchste Lateinamerikas nach Costa Rica.

Ergebnis all der Maßnahmen: Zwischen 1999 und 2005 ist die Armutsrate von 42,8% auf 37,9% (2) gesunken, und der Anteil der Bevölkerung, der vom informellen Sektor lebt, von 53% auf 40%. Der Rückgang der Armut hat das Wachstum kräftig gestützt, das im Durchschnitt der letzten drei Jahre bei 12% lag, einem der stärksten der Welt. Der Verbrauch wuchs um 18%. (3)

Angesichts solcher Erfolge, gar nicht zu reden von den außenpolitischen: Muß da noch erstaunen, daß Präsident Chávez für die Herrscher der Welt und ihre Spießgesellen einer ist, den es zu erledigen gilt?

T:I:S (Übersetzung), 14. August 2007

Dank für den Hinweis an Norman Paech

Anmerkungen:

(1)   Die Lügen über Radio Caracas Televisión sind dementiert, hat doch der Sender am 16. Juli 2007 über Kabel und Satellit die Sendungen wieder aufgenommen.

(2)   Mark Weisbrot, Luis Sandoval et David Rosnick: Poverty Rates in Venezuela : Getting the Numbers Right. Center for Economic and Policy Research, Washington, DC, Mai 2006

(3)   Siehe das Dossier Chávez, not so bad for business  Business Week, New York, 21. Juni 2007.

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Marie-Dominique Vernhes

taz fälscht Artikel von Ignacio Ramonet.

Le texte est faussé.

Die Übersetzung des Textes von Ignacio Ramonet in Le Monde diplomatique vom September 2006 (Taz-Beilage) "vergißt" gar manche Sätze (ich habe sie fett gedruckt) und fügt einige hinzu (ebenfalls fett). Manchmal verfälscht die Übersetzung den Sinn (in beiden Sprachen unterstrichene Passagen). Die Struktur des Textes - vier allgemeine Vorbemerkungen und zehn Erwägungen - ist bei den Vorbemerkungen nicht erkennbar . Die vierte Vorbemerkung ist praktisch verschwunden. Ergebnis: Der Text ist gefälscht, die deutschen Leserinnen bilden sich ihre Meinung über Ramonet anhand eines Textes, der nicht dem entspricht, was sein Autor entwickelt hat.

La traduction du texte de Monsieur I. Ramonet dans le Monde diplomatique de Septembre 06 (TAZ) « oublie » bien des phrases (je les ai marquées en gras) et en ajoute quelques-unes (également marquées en gras). Parfois la traduction fausse le sens ( passages soulignés dans les deux langues). La structure du texte (4 remarques générales et dix considérations) n´est pas visible en ce qui concerne les remarques, la quatrième remarque est pratiquement escamotée. Résultat : Le texte est faussé, les lecteurs allemands se font une opinion sur M. Ramonet basée sur un texte qui ne correspond pas à ce qu´il a développé.

Le texte und die Fälschung  als .pdf-Datei

Marie-Dominique Vernhes, 26. Septembre 06  mdvernhes(at)gmx.de

T:I:S, 26. September 2006

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Zur Dokumentation aus dem Jahre 2002 von Marie-Dominique Vernhes: Le Monde diplomatique - im Original und als taz-Beilage taz-Fälschungen 2002 anklicken.

Zum Interview mit Marie-Dominique Vernhes in der jungen Welt vom 8. April 2005 hier.

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Marie-Dominique Vernhes

Schönen durch lückenhaftes Übersetzen

Zwei Februar-Ausgaben von Le Monde diplomatique mit unterschiedlicher Tendenz

 

Im Folgenden vergleicht Marie-Dominique Vernhes die französiche Originalfassung eines Artikels des Chefredakteurs von Le Monde diplomatique, Ignacio Ramonet, mit der Übersetzung, die die deutsche Redaktion in ihre Ausgabe von Le Monde diplomatique gestellt hat. Die deutschsprachige Ausgabe von Le Monde diplomatique liegt  unter anderm der taz bei. 

Vernhes' Verdacht: Die Veränderungen des Originals sollen beim Leser einen besseren Eindruck vom politischen Verhalten der USA und Israels erwecken, als es das Original tut; der Iran soll schlechter dastehen.

Wesentliche Passagen, auch sämtliche erläuternden Anmerkungen, fehlen in der deutschen Fassung. Marie-Dominique Vernhes hat alle ausgelassenen Passagen und Anmerkungen ins Deutsche übersetzt und sie der taz-Fassung fett hinzugefügt; Beispiel: Zielscheibe.  Einige Wortgruppen wurden von der deutschen Redaktion von Le Monde diplomatique hinzugefügt oder verändert. Vernhes hat sie sämtlich durchgestrichen, Beispiel: aus Israel;  und in einem Fall die zutreffende Übersetzung vorangestellt: die iranischen Demokraten die iranische Demokratie.

Unter (1) steht die deutsche Fassung einschließlich der fett gedruckten Auslassungen und der markierten Veränderungen. Unter (2) steht der französische Originaltext, und unter (3) zur Kontrolle der Text, wie er sich in der deutschen Le-Monde-diplomatique-Beilage zur taz findet.  

 

1.

Zielscheibe Teheran

Von IGNACIO RAMONET

Im Verkehrschaos von Teheran ist von Angst vor einer möglichen Militärintervention durch die USA nichts zu spüren; die USA freilich stehen vor den Toren des Iran - im Irak und in Afghanistan.. Keinerlei Hektik auch auf den Flughäfen, wo die Sicherheitsmaßnahmen im Vergleich zu denen in Europa oder in den USA lächerlich lax wirken. Selbst die örtlichen Medien halten sich zurück und widmen ihre Titelseiten anderen Themen: der Reise von Staatspräsident Chatami nach Afrika, dem Prozess gegen Charles Graner, den "Folterer von Abu Ghraib", oder den Wahlen im Irak.

Doch hinter der scheinbaren Gelassenheit macht sich Unruhe breit. Nur einen Tag nach der Veröffentlichung im New Yorker druckte die iranische Presse den vollständigen Beitrag von Seymour Hersh über "The Coming Wars" (1) nach. Der "Krieg gegen den Terror", so Hersh, werde nach dem Irakkrieg mit einem Angriff auf den Iran seine Fortsetzung finden. Auf den Rat von „Zivilisten im Pentagon“ hin (Donald Rumsfeld, Paul Wolfowitz und Douglas J. Feith) habe George W. Bush geheime Missionen innerhalb des Iran genehmigt. Mit Hilfe von Erkenntnissen aus Israel und Pakistan würden Kommandos seit Juli 2004 versuchen, Informationen über mehr als drei Dutzend Ziele zu erhalten, die das nukleare, das chemische und das ballistische Programm Irans betreffen. Diese Ziele könnten bald durch Präzisionsangriffe von Spezialkräften getroffen werden. Das Pentagon hat nicht dementiert. Auf die Frage des Senders NBC, ob er eine militärische Operation gegen den Iran ausschlösse, antwortete Bush mit der Drohung: „Ich hoffe, dass wir das auf diplomatischem Wege werden lösen können, aber ich schließe keine Option aus.“

Iranische Regierungsbeamte und Oppositionelle zeigen sich gelassen. Professor Mahmud Kashani, der zur gemäßigten Opposition gehört und Kandidat zum Amt des Republikpräsidenten war, weist darauf hin, dass "Washington schon seit 25 Jahren den Iran im Visier hat und schon seit 1995 ein Handelsembargo gegen den Iran verhängt hat, das durch das D´Amato-Gesetz (2) verschärft wurde. Seit Bush an der Macht ist, gehören wir zur ,Achse des Bösen', und die neue Außenministerin Rice hat den Iran vor kurzem als ,Vorposten der Tyrannei' in der Welt bezeichnet. Wir sind ihre Anfeindungen gewohnt. Das Thema Atomwaffen ist nur ein weiterer Vorwand."

Entschiedener trat der iranische Verteidigungsminister Ali Schamchani am 18. Januar in der Teheran Times den Drohungen aus Washington entgegen: "Unsere Schlagkraft ist so groß, dass kein Land ein Interesse haben kann, uns anzugreifen. Keiner unserer Gegner besitzt genaue Informationen über unsere militärischen Kapazitäten und unsere Fähigkeit zu Überraschungsschlägen. Wir haben in kurzer Zeit Militärgerät produziert, das uns die denkbar größte Abschreckungsmacht verschafft."(3)

Der Iran hat immer behauptet, sein Nuklearprogramm verfolge ausschließlich zivile Zwecke und würde den Atomwaffen-Sperrvertrag, den Teheran unterzeichnet hat (4), einhalten. Im November 2004 verpflichtete sich die iranische Regierung nach Verhandlungen mit Großbritannien, Deutschland und Frankreich, alle Aktivitäten auf dem Gebiet der Urananreicherung einzustellen. Die drei Mächte unternahmen diesmal einen gemeinsamen diplomatischen Vorstoß mit dem Ziel, Teheran zum endgültigen Verzicht auf alle militärischen Ambitionen mit der Atomenergie zu bewegen und eine Eskalations zu vermeiden wie die, die im März 2003 zur Invasion des Irak führte.(5)

Israel jedoch ist der Ansicht, dass das iranische Atomprogramm in Kürze den kritischen Punkt erreicht haben wird, von dem aus es kein Zurück mehr gibt. "Wenn nichts geschieht, wird der Iran in spätestens sechs Monaten angereichertes Uran und damit bis spätestens 2008 seine erste Atombombe herstellen können", behauptete der Chef des israelischen Militärgeheimdienstes, General Aharon Seevi, am 12. Januar. Der Iran besitze mit der Shihab-3 bereits eine Mittelstreckenrakete mit einer Reichweite von 1300 km, die "das Herz Israels" erreichen könne.

Der Zeitpunkt für Drohungen scheint denkbar schlecht gewählt: Im Juni dieses Jahres stehen im Iran die Präsidentschaftswahlen an, bei denen der Reformer Mohammed Chatami nicht mehr kandidieren kann. Etliche Oppositionelle sind der Ansicht, die Drohgebärden aus Israel könnten dem erschöpften islamischen Regime eine weitere Atempause verschaffen. "Der Machtmissbrauch des radikalen Islam", meint ein laizistischer Journalist, "hat die Gegenwehr des Volkes herausgefordert. Vor allem die Frauen fordern mehr Demokratie. Die meisten Iraner verfolgten die US-Interventionen gegen das Afghanistan der Taliban und gegen den Irak Saddam Husseins mit Sympathie, weil sie uns zwei Regime vom Hals geschafft haben, die uns zutiefst feindlich gesinnt waren. Die jüngsten Drohungen aus Washington und Israel hingegen stärken die konservativsten Strömungen und fördern die Wahlchancen der reformfeindlichsten Kandidaten. Für die iranischen Demokraten die iranische Demokratie  ist das eine Katastrophe

(1) Iran News, Teheran, 18. Januar 2005.

(2) Dieses am 5. August 1996 verabschiedete D´Amdado-Gesetz legt fest, dass ein Unternehmen – US-Amerikanisch oder nicht –, das mehr als 40 Millionen in Iran investieren würde, mit Sanktionen zu rechnen hätte.

(3) Tehran Times, Teheran, 18. Januar 2005.

(4) Zwei Verbündete der USA in der Region haben ihn nie unterzeichnet und sich mit Atomwaffen ausgestattet: Pakistan und Israel. Diesen Ländern hat Washington keinerlei Sanktionen auferlegt.

(5) Siehe Walid Charara, « Nach Bagdad, Téhéran ? », Le Monde diplomatique, Januar 2005. 

* 

 2.

Iran, la cible

Par Ignacio Ramonet

  Dans les belles avenues de Téhéran, engorgées par des embouteillages apocalyptiques, on ne sent, chez les passants, nulle angoisse liée à une éventuelle menace militaire des Etats-Unis, désormais présents en Irak et en Afghanistan, aux portes de l’Iran. Aucune fébrilité dans les aéroports, où les mesures de sécurité, comparées à celles en vigueur en Europe ou en Amérique, semblent ridiculement laxistes. Les médias locaux non plus n’en rajoutent pas, qui consacrent leurs manchettes à d’autres thèmes : le voyage du président Khatami en Afrique, le procès de Charles Graner, le « tortionnaire d’Abou Ghraib », ou les élections irakiennes.

Mais, derrière ce calme apparent, l’inquiétude perce. Ainsi, la presse s’est hâtée de reproduire, dès le lendemain de sa parution dans The New Yorker, l’intégralité de l’enquête de Seymour Hersh « The Coming Wars (1) ». Ce journaliste y affirme que, après l’Irak, la « guerre contre le terrorisme » va se poursuivre par une attaque contre Téhéran. Conseillé par les « civils du Pentagone » (MM. Donald Rumsfeld, Paul Wolfowitz et Douglas J. Feith), M. George W. Bush aurait autorisé des missions secrètes à l’intérieur de l’Iran. Avec l’aide de renseignements fournis par Israël et le Pakistan, des commandos chercheraient, depuis juillet 2004, à obtenir des informations sur plus de trois douzaines d’objectifs relevant des programmes nucléaire, chimique et balistique iraniens. Des attaques de précision lancées par les forces spéciales pourraient bientôt les viser. Le Pentagone n’a pas démenti. Et le président Bush, à qui la chaîne NBC demandait s’il écartait une action militaire contre l’Iran, a répondu, menaçant : « J’espère que nous pourrons régler cela de façon diplomatique, mais je n’exclus aucune option. »

Officiels ou contestataires, les interlocuteurs que l’on rencontre à Téhéran restent sereins. « Cela fait maintenant vingt-cinq ans, nous déclare le professeur Mahmoud Kashani, opposant modéré, ancien candidat à la présidence de la République, que les Etats-Unis ont placé l’Iran dans leur ligne de mire. Depuis 1995, Washington a décrété contre l’Iran un embargo, aggravé depuis par la loi D’Amato (2). Ensuite, M. Bush nous a classés parmi les pays de l’“axe du Mal”, et la nouvelle secrétaire d’Etat, Mme Condoleezza Rice, vient de définir l’Iran comme l’un des “postes avancés de la tyrannie” dans le monde. Nous sommes habitués à leur hostilité. L’affaire du nucléaire n’est qu’un nouveau prétexte. »

Le ministre iranien de la défense, M. Ali Chamkhani, s’est montré plus ferme : « Nous sommes en mesure d’affirmer, a-t-il déclaré, en réponse aux menaces de Washington, que nous possédons un tel niveau de force qu’aucun pays n’a intérêt à nous attaquer. Aucun de nos adversaires ne connaît avec précision la puissance de notre capacité militaire, ni notre habileté à mettre en œuvre des stratégies inédites. Nous avons produit rapidement des équipements qui nous confèrent la plus grande puissance de dissuasion (3). »

L’Iran a toujours affirmé que son programme nucléaire avait un caractère civil et se situait dans le cadre du traité de non-prolifération des armes nucléaires (TNP), dont Téhéran est signataire (4). Il s’est engagé, en novembre 2004, à suspendre ses activités d’enrichissement d’uranium, à la suite de négociations avec le Royaume-Uni, l’Allemagne et la France, trois puissances cette fois unies dans une démarche diplomatique commune destinée à faire renoncer définitivement Téhéran à toute ambition nucléaire militaire, et à éviter une escalade semblable à celle qui conduisit, en mars 2003, à l’invasion de l’Irak (5).

Mais Israël est persuadé que le programme nucléaire iranien aura bientôt atteint un point de non-retour. « Si rien n’est fait, l’Iran pourra produire de l’uranium enrichi d’ici six mois, ce qui devrait lui permettre de produire sa première bombe atomique d’ici à 2008 », a affirmé le général Aharon Zeevi, chef du renseignement militaire israélien, le 12 janvier 2005. Il a également souligné que l’Iran disposait déjà d’un missile, le Shihab-3, d’une portée de 1 300 kilomètres, « capable d’atteindre le cœur d’Israël ».

A l’heure où l’Iran se prépare pour l’élection présidentielle de juin 2005 – à laquelle le réformiste Mohammad Khatami, qui achève son second mandat, ne pourra se représenter –, ces menaces tombent mal. Pour nombre d’opposants, elles pourraient paradoxalement renforcer un régime islamique essoufflé. « Les abus de l’islam radical, nous déclare un journaliste laïc, ont entraîné une réaction du peuple, en particulier des femmes, qui réclament plus de démocratie. La plupart des Iraniens ont vu avec sympathie les interventions américaines contre l’Afghanistan des talibans et contre l’Irak de Saddam Hussein parce qu’elles nous ont débarrassés de deux régimes férocement hostiles à notre égard. Mais les menaces actuelles servent, en revanche, les courants les plus conservateurs, et propulsent vers la présidence les candidats les plus antiréformistes. Pour les démocrates iraniens, c’est un désastre. »

 

(1) Iran News, Téhéran, 18 janvier 2005.

(2) Adoptée le 5 août 1996, la loi D’Amato établit qu’une compagnie, même non américaine, reconnue coupable d’investir plus de 40 millions de dollars en Iran se verrait appliquer des sanctions.

(3) Tehran Times, Téhéran, 18 janvier 2005.

(4) Deux alliés des Etats-Unis dans la région ne l’ont jamais signé et se sont dotés de l’arme atomique : le Pakistan et Israël. Ils ne font l’objet d’aucune sanction de la part de Washington.

(5) Lire Walid Charara, « Après Bagdad, Téhéran ? », Le Monde diplomatique, janvier 2005.

 

URL : http://www.monde-diplomatique.fr/2005/02/RAMONET/11885 

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3.

Sorgen in Teheran

Von IGNACIO RAMONET

IM Verkehrschaos von Teheran ist von Angst vor einer möglichen US-Militärintervention nichts zu spüren. Keinerlei Hektik auch auf den Flughäfen, wo die Sicherheitsmaßnahmen vergleichsweise lax wirken. Selbst die örtlichen Medien halten sich zurück und widmen ihre Titelseiten anderen Themen: der Reise von Staatspräsident Chatami nach Afrika, dem Prozess gegen Charles Graner, den "Folterer von Abu Ghraib", oder den Wahlen im Irak.

Doch hinter der scheinbaren Gelassenheit macht sich Unruhe breit. Nur einen Tag nach der Veröffentlichung im New Yorker druckte die iranische Presse den Beitrag von Seymour Hersh über "The Coming Wars" nach. Der "Krieg gegen den Terror", so Hersh, werde nach dem Irakkrieg mit einem Angriff auf den Iran seine Fortsetzung finden.

Iranische Regierungsbeamte und Oppositionelle zeigen sich gelassen. Professor Mahmud Kashani, der zur gemäßigten Opposition gehört, weist darauf hin, dass "Washington schon seit 1995 ein Handelsembargo gegen den Iran verhängt hat. Seit Bush an der Macht ist, gehören wir zur ,Achse des Bösen', und die neue Außenministerin Rice hat den Iran vor kurzem als ,Vorposten der Tyrannei' in der Welt bezeichnet. Wir sind ihre Anfeindungen gewohnt. Das Thema Atomwaffen ist nur ein weiterer Vorwand."

Entschiedener trat der iranische Verteidigungsminister Ali Schamchani am 18. Januar in der Teheran Times den Drohungen aus Washington entgegen: "Unsere Schlagkraft ist so groß, dass kein Land ein Interesse haben kann, uns anzugreifen. Keiner unserer Gegner besitzt genaue Informationen über unsere militärischen Kapazitäten und unsere Fähigkeit zu Überraschungsschlägen. Wir haben in kurzer Zeit Militärgerät produziert, das uns die denkbar größte Abschreckungsmacht verschafft."

Der Iran hat immer behauptet, sein Nuklearprogramm verfolge ausschließlich zivile Zwecke. Im November 2004 verpflichtete sich die iranische Regierung nach Verhandlungen mit Großbritannien, Deutschland und Frankreich, alle Aktivitäten auf dem Gebiet der Urananreicherung einzustellen.

Israel jedoch ist der Ansicht, dass das iranische Atomprogramm in Kürze den kritischen Punkt erreicht haben wird, von dem aus es kein Zurück mehr gibt. "Wenn nichts geschieht, wird der Iran in spätestens sechs Monaten angereichertes Uran und damit bis spätestens 2008 seine erste Atombombe herstellen können", behauptete der Chef des israelischen Militärgeheimdienstes, General Aharon Seevi, am 12. Januar. Der Iran besitze mit der Shihab-3 bereits eine Mittelstreckenrakete, die "das Herz Israels" erreichen könne.

Der Zeitpunkt für Drohungen scheint denkbar schlecht gewählt: Im Juni dieses Jahres stehen im Iran die Präsidentschaftswahlen an, bei denen der Reformer Mohammed Chatami nicht mehr kandidieren kann. Etliche Oppositionelle sind der Ansicht, die Drohgebärden aus Israel könnten dem erschöpften islamischen Regime eine weitere Atempause verschaffen. "Der Machtmissbrauch des radikalen Islam", meint ein laizistischer Journalist, "hat die Gegenwehr des Volkes herausgefordert. Vor allem die Frauen fordern mehr Demokratie. Die meisten Iraner verfolgten die US-Interventionen gegen das Afghanistan der Taliban und gegen den Irak Saddam Husseins mit Sympathie, weil sie uns zwei Regime vom Hals geschafft haben, die uns zutiefst feindlich gesinnt waren. Die jüngsten Drohungen aus Washington und Israel hingegen stärken die konservativsten Strömungen und fördern die Wahlchancen der reformfeindlichsten Kandidaten. Für die iranische Demokratie ist das eine Katastrophe."

URL: http://www.taz.de/pt/2005/01/14.nf/mondeText.artikel,a0012.idx,4

 

T:I:S, 1. April 2005 

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