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Teile und herrscheLeslie H. Gelb, Alterspräsident des Council on Foreign Relations, folgt weiter dem Motto: Teile und herrsche. Federalism Is Most Promising Way to End Civil War in Iraq.T:I:S, 17. Oktober 2007*Dreiteilung gefordertDer US-Senat beschließt die Umstrukturierung Iraks in eine schiitische, kurdische und sunnitische Region. Die Entscheidung ist ein Versuch der Demokraten, mit den Republikanern eine gemeinsame Generallinie für das besetzte Land zu entwickeln.Knut Mellenthin schildert, was aus Leslie Gelbs und Shlomo Avineris Teilungsplänen für den Irak geworden ist – und welche israelisch-US-amerikanischen Konzepte auch diesen beiden Strategen als Vorlage dienten.jW, dauerhaft bei Knut Mellenthin. T:I:S, 27. September 2007*Leslie H. Gelb, Ex-Vorsitzender des Council on Foreign Relations, hat inzwischen in der konservativen Zeitschrift The Atlantic Monthly vom November 2005 vorgeschlagen, künftige US-Angriffs- und Vernichtungskriege sollten, ganz verfassungskonform, vom Kongreß beschlossen werden. Denn im Irak sei so Vieles schief gegangen. T:I:S, 17. November 2005 *Laßt uns den Irak aufteilen, wie wir es mit Jugoslawien gemacht haben.von Michel Collon,
23. Dezember 2003. Übersetzung von Klaus von Raussendorff
Deutsche pdf-Fassung: http://www.aikor.de/info/04010801.pdf ; English version http://globalresearch.ca/articles/COL312A.html ; Version française: http://www.islam-belgique.com/revuepresse.cfm?presseId=523 mit Bevölkerungsanteilen im Irak und in Jugoslawien Sie
haben die Lösung gefunden! Den Irak in drei Mini-Staaten zerlegen und diese
dann gegen einander aufhetzen. Kommt einem das nicht bekannt vor? Allerdings! So
etwas geschieht nicht zum ersten Mal…. Am
25. November 2003 brachte The New York
Times einen Kommentar von Leslie Gelb, ein einflussreicher Mann, der bis
vor kurzem Vorsitzender des gewichtigen Council of Foreign Relations war, einer
Ideenwerkstatt, die Vertreter der CIA, des Außenministeriums und Großkopfete
der US-Konzerne zusammenbringt. Gelbs
Plan? Irak durch drei Mini-Staaten ersetzen: “Kurden
im Norden, Sunniten im Zentrum und Schiiten im Süden.“ Das Ziel? „Das
meiste Geld und die meisten Truppen dort einsetzen, wo sie schnell am meisten
Gutes tun - bei den Kurden und bei den Schiiten. Die Vereinigten Staaten könnten
die meisten ihrer Truppen aus dem so genannten Sunnitischen Dreieck nördlich
und westlich von Bagdad abziehen…Dann könnten die US-Beamten abwarten, bis
die unruhigen und dominanten Sunniten ohne Erdöl oder Erdöleinnahmen ihre
Ansprüche mäßigen oder die Konsequenzen tragen.“ Kurz gesagt, den
mittleren Staat um Bagdad aushungern, weil die Sunnitenimmer die Spitze des
Widerstands gegen den US-Imperialismus gewesen sind. Dieser Plan der CIA
existiert insgeheim bereits seit einiger Zeit. Wir haben ihn in einem Artikel
vom
September 2002 verurteilt. Aber in Wirklichkeit ist es ein alter israelischer
Traum, den Irak zu aufzuteilen. Oded Yinon, ein Beamter des israelischen Außenministerium
schrieb 1982: „Den Irak aufzulösen ist sogar noch wichtiger, als Syrien
aufzulösen. Kurzfristig ist es die irakische Macht, welche die größte
Bedrohung für Israel darstellt. Der iranisch-irakische Krieg hat den Irak
zerrissen und seinen Niedergang provoziert. Jede Art von innerarabischem
Konflikt hilft uns und beschleunigt unser Ziel der Zerschlagung des Irak in
verschiedene kleine Stücke.“ (Artikel von Kivunim - Zionistische
Weltorganisation - , 1982, zitiert nach Bill Vann, World Socialist Web Site, 26
novembre 2003). Erneut ethnische
Säuberungen?
Demzufolge
möchte Gelb den Irak zerschlagen, indem der Norden (mit kurdischer Mehrheit)
und der Süden (mit schiitischer Mehrheit) in „selbst-regierende
Regionen mit Grenzen, die so weit wie möglich nach ethnischen Linien gezogen
sind“, umgestaltet werden. Aber hat diese Methode nicht in Jugoslawien
zu Bürgerkrieg und Blutbad geführt? Weil die verschiedenen Regionen dieses
Landes alle bedeutende Minderheiten enthielten und eine Teilung ohne die
zwangsweise Verlagerung von Bevölkerungen nicht möglich war. Daher hat Berlin
und später Washington heimlich rassistische Extremisten, die sich nach den
Zeiten des zweiten Weltkrieges zurück sehnten, insgeheim finanziert und
bewaffnet. Dies machte den Bürgerkrieg nahezu unausweichlich, weil der Weltwährungsfonds
und die Weltbank Jugoslawien in den Bankrott getrieben hatte, um es zur
Unterwerfung unter den Neo-Liberalismus zu bewegen, der nach dem Fall der
Berliner Mauer triumphierte. All dies wurde geflissentlich vor der Öffentlichkeit
verschleiert. Genau
so, wie man nun vor der Öffentlichkeit die Tatsache verschleiert, dass alle Völker
des ehemaligen Jugoslawien in Elend und Arbeitslosigkeit gestürzt wurden, so
schlimm wie noch nie zuvor. Inzwischen haben multinationale Konzerne die
Kontrolle über die Reichtümer des Landes übernommen. Auch
im Irak wohnen die drei großen Bevölkerungsgruppen nicht “jede in ihrer
eigenen Region”, sondern leben meist unter einander vermischt. Im übrigen weiß
Gelb ganz genau, dass eine Neuauflage dieser
Strategie im Irak erneut aller Wahrscheinlichkeit nach zu ernsten
„ethnischen“ Konflikten, und vielleicht sogar zu Bürgerkrieg führen würde.
Zynisch verkündet er, dass der Staat im Zentrum des Irak „größere
im Zentrum verbliebene Minderheiten, insbesondere die großen kurdischen und
schiitischen Bevölkerungsgruppen in Bagdad bestrafen könnte. Diese
Minderheiten müssen die Zeit und die Mittel haben, um sich zu organisieren und
ihre Vereinbarungen aushandeln oder entweder nach dem Norden oder dem Süden
gehen.“ Auf diese Weise würden Millionen Menschen gezwungen werden,
die Gebiete zu verlassen, in denen sie immer gelebt haben, aber Gelb findet das
nicht störend, wenn es den USA ermöglicht, ihre Kolonialherrschaft
abzusichern. Ist
der jugoslawische Präzedenzfall nicht Warnung genug? Die Wahrheit ist, dass der
Bürgerkrieg in Jugoslawien für Gelb ein großer Erfolg war, weil er es möglich
machte, ein Land, dass sich den Multinationalen Konzernen widersetzte, zu
zerschlagen. Da ist sie wieder:
Die Theorie der “ethnisch reinen Staaten”!
Tatsächlich
bezieht sich Gelb offen auf „einen
hoffnungsvollen Präzedenzfall… Jugoslawien“. Wirklich merkwürdig!
Hieß es nicht, die Vereinigten Staaten hätten dort eingegriffen, um
„ethnische Säuberungen“ zu verhindern? Keineswegs, räumt er ein:
„ethnisch reine“ Staaten sind in Ordnung, wenn sie den Plänen Washingtons
dienen. Während Gelb “ethnisch reine Staaten” (er spricht auch von “natürlichen
Staaten”!) propagiert, kritisiert er Tito dafür, dass dieser „höchst
disparate ethnische Gruppen“ in einem vereinten Jugoslawien zusammengefasst
hat, und dabei behauptet er, dass der Irak aus denselben Gründen „ein künstlicher
Staat“ ist; Gelb greift auf alte Theorien der extremen Rechten zurück. Seine
Theorie der ethnisch reinen Staaten ist tatsächlich identisch mit derjenigen
Hitlers: “Ein Volk, ein Reich, ein Führer”. Es ist auch eine Theorie, die
von den Zionisten übernommen wurde, die von einem „von Arabern gesäuberten“
Israel träumen. In Jugoslawien war dies die Theorie der westlichen Schützlinge,
des Kroaten Tudjman und des bosnischen Moslem Izetbegovic. Es
war auch die Theorie des rechten serbischen Führers Karadzic. Es ist schon
seltsam, dass die USA Theorien propagieren, gegen die sie einst zu kämpfen
vorgaben! Die
Wahrheit ist, dass die Vereinigten Staaten - genau wie alle anderen
Kolonialisten - für oder gegen ethnisch reine Staaten sind, je nachdem es ihren
strategischen Interessen passt oder nicht. Das einzige, was zählt, ist, den
Widerstand zu schwächen. Teile und herrsche. Wie immer. Die Briten
organisierten geflissentlich die Teilung Irlands, Indiens und Pakistans und
anderer Räume in der Welt. Der einflussreiche strategische Vordenker der USA,
Zbigniew Brzezinski, möchte Russland in drei Länder teilen, um Moskau von den
Erdölreserven abzuschneiden. Die CIA hat ihre „eigenen Pläne“, Saudi
Arabien aufzuteilen. In einer Zeit, da sich um die Europäische Union und die
Vereinigten Staaten großräumige wirtschaftliche und politische Einheiten
formieren, betreiben dieselben Großmächte die Balkanisierung bestimmter
anderer Staaten, die ihnen Widerstand leisten. Das
Grundprinzip der internationalen Politik der USA ist, dass es kein Grundprinzip
gibt. Man kann so tun, als ob man ethnische Säuberungen heute bekämpft, und
morgen betreibt man die Organisation ethnischer Säuberungen. Und dies völlig
willkürlich. In der Vergangenheit haben die Vereinigten Staaten die Kurden
aufgefordert, innerhalb des türkischen Staats zu verbleiben, der von
faschistischen Generalen dominiert wird; aber heute sind die USA Wegbereiter
eines kurdischen Staates, der, obgleich in Wirklichkeit ein Marionettenstaat,
angeblich auf dem Prinzip der „Selbstbestimmung“ beruhen soll. Sie geben
vor, der Welt Demokratie zu bringen, aber dann wieder propagieren sie die
faschistische Theorie der „ethnisch reinen“ Staaten. Gefahr einer weltweit
exportierbaren Theorie
Die
Gefahr dieser falschen Theorie reicht weit über Irak und Jugoslawien hinaus.
Die meisten heute auf unserem Planeten existierenden Staaten sind
„multinational“. Und vernünftige Leute empfinden diese Mischung der
Kulturen als Bereicherung. Wenn man Theorien von „ethnischreinen Staaten“
zulässt, haben die USA einen Vorwand, jedes „multinationale“ Land, dass
Widerstand leistet, zu zerschlagen. Tatsächlich
lässt Washington seine Absicht erkennen, das internationale Recht und die
Souveränität der Staaten mehr und mehr mit Füßen zu treten. Die USA schicken
sich an, weltweit das zu tun, was sie in Jugoslawien und Afghanistan begonnen
haben, und was eine Mehrheit der westlichen Linken hat geschehen lassen, und
zwar mit den übelsten Begründungen. Halt! Es ist an der Zeit, die Bilanz der
verhängnisvollen Allianz dieser Linken mit den Vereinigten Staaten in
SachenJugoslawien und Afghanistan zu ziehen. Wenn man sich dem globalen Krieg,
das heißt der Rekolonisierung der Welt, widersetzen will, dann ist es Zeit, der
Verteidigung der Souveränität der Länder der Dritten Welt zu Hilfe zu kommen,
d.h. eines Prinzips, auf dem die UN-Charta beruht. Diese Wendung zum Besseren
fand im Jahre 1945 statt, und die USA sind darauf aus, sie zunichte zu machen. Unterstützt den
Widerstand!
Der
eigentliche Inhalt des Plans von Gelb besteht darin, den Irak in einen langen Bürgerkrieg
zu stürzen, um die koloniale Besetzung durch die USA zu retten und weiter das
Erdöl stehlen zu können. Die USA werden versuchen, den Widerstand zu spalten -
der überall in den verschiedenen Bevölkerungsteile vorhanden ist - indem sie
jene, die weiter zusammenleben möchten, bestrafen und unter heuchlerischen Vorwänden
„ethnische Säuberungen“ organisieren. Der Plan der USA ist es, den Irak
durch Erpressung zu spalten, und dabei die Sunniten auszuhungern, die seit
langem in der vordersten Front des Widerstands gegen den Imperialismus stehen. Wird
Washington Gelbs Plan durchführen können? Was wird es daran hindern? Die
Furcht, dass ein irakischer Schiiten-Staat mit dem Iran, der mächtigsten
„feindlichen“ Armee im Mittleren Osten, zusammen gehen wird. Und die Angst,
dass ein irakischer Kurden-Staat zu einem Anziehungspunkt für Kurden wird, die
von der Türkei abfallen wollen, von einem wichtigen strategischen US-Verbündeten,
der an den Verbindungslinien zwischen Balkan, Kaukasus und Mittlerem Osten
liegt. Aber wenn der irakische Widerstand weiterhin anwächst und seine
verschiedenen Strömungen, einschließlich der Schiiten, vereint, dann dürfte
Washington seine Chance verspielt haben, seinen Plan der Zerschlagung des Landes
in die Tat umzusetzen. Der
jugoslawische Präzedenzfall muss als eine ernste Warnung verstanden werden! Es
kann nicht sein, dass andere Staaten in dasselbe Drama gestürzt werden!
Angesichts der Tatsache, dass Bush neue Gefahren für die ganze Welt entfesselt
hat, angesichts der Tatsache, dass er immer häufiger auf faschistische Theorien
zurückgreift, ist die einzig mögliche Antwort der Aufbau einer vereinten
Weltfront gegen die Politik der Vereinigten Staaten und die weltweite Unterstützung
des Widerstands - in erste Linie des bemerkenswerten irakischen Widerstands (von
den Herrschaftsmedien oft als „Terrorismus“ bezeichnet).Der irakische
Widerstand hindert Bush daran, in einem Zuge auch Iran, Syrien, Nordkorea und
Kuba anzugreifen. Er zeigt wieder einmal, dass die Vereinigten Staaten nie
unbesiegbar gewesen sind. Bush ist zur Witzfigur der Welt geworden.
„Papiertiger“ ist der klassische Ausdruck. Der irakische Widerstand überwindet
auch die Entmutigung und den Pessimismus, der sich nach der „Befreiung
Bagdads“ im Irak ausbreitete. Der Krieg ist nicht vorbei, er hat eben erst
begonnen. Unterstützen wir den Widerstand, weil wir damit uns selbst unterstützen.
Michel
Collon ist ein weltweit anerkannter Journalist mit politischer Bindung an den
Parti du Travail de Belgique. Kontakt:
michel.collon(at)skynet.be T:I:S, 13. Januar 2004 Michel Collon hat - recht früh - die US-Strategie durchschaut, wie Knut Mellenthin belegt. T:I:S, 24. Oktober 2005 *Steinberg Recherche Referent Texte 2010 Texte 2009 Texte 2008 Texte 2007 Texte 2006 Texte 2005 Texte 2004 Texte bis 2003 Karten Bilder Suchen Home nach oben
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