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Reisebilder aus Bosra und Damaskus von 2008

Hans-Christof Kraus

Syrien

Und ihr denkt, es geht um einen Diktator

Die Reaktionen auf den Syrien-Konflikt offenbaren die geopolitische Ahnungslosigkeit mancher deutscher Kommentatoren: Zehn Minuten Nachhilfe aus gegebenem Anlass können nicht schaden.

FAZ, 24. Juli 2012. T:I:S, 11. März 2013. Siehe auch Aymeric Chauprade: Halford Mackinder und das Heartland. Heartland. ohne Datum; und Interview zu Syrien: Les grandes tendances géopolitiques du moment, la place de la France (2/2). Video, 20 Minuten, vom 13. Februar 2013 

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Die Syrien-Falle

Deutschland und der Krieg gegen Assad 

Deutsche Bundeswehr-Soldaten, die mit dem Flugabwehr-System "Patriot" bestens vertraut sind, sind auf dem Weg an die türkisch-syrische Grenze, um einem NATO-Partner beizustehen. Doch auf welchen Konflikt lassen wir uns überhaupt ein? 

NDR / Das Erste, Video, 44 Minuten. T:I:S, 14. Februar 2013

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Türkischer Laizist zu deutschen Patriots in der Türkei:

"Schlimmer als die Anerkennung Kroatiens und Sloweniens"

An der Trave: Grüne Kisten mit Kriegsmaterial für die deutschen Patriot-Raketen gegen die Syrer

Der Bundestagsbeschluß zur Stationierung deutscher Patriotraketen in der Türkei nahe Syrien könnte schlimmere Folgen haben als die Anerkennung der jugoslawischen Teilrepubliken Kroatien und Slowenien im Dezember 1991 durch Deutschland. 

Das meinte Beyhan Yıldırım, der Vorsitzende des laizistischen Bundes Türkischer Jugendlicher (TGB) auf einer kleinen Protestkundgebung am 7. Januar 2013 gegen die Verschiffung von Patriot-Raketen-Material am Lübeck-Travemünder Skandinavienkai Richtung türkisch-syrisches Grenzgebiet. Die von Helmut Kohl und Hans-Dietrich Genscher betriebene Anerkennung Kroatiens und Sloweniens führte zum Zerfall der Sozialistische Föderativen Republik Jugoslawien, zu Kriegen und Elend, das zum  Teil bis heute anhält.

Beyhan Yıldırım aus Berlin

An der Kundgebung nahmen türkische Delegierte aus Stuttgart, Hannover, Berlin und Hamburg teil, darunter auch Bülent Demiral, Vorsitzender des Verbandes der Vereine zur Förderung der Ideen Atatürks in Europa (ADD), sowie Bernd Meimberg von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes / Bund der AntifaschistInnen (VVN-BdA) Schleswig-Holstein und Monty Schädel, Geschäftsführer der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK).

Monty Schädel aus Waren an der Müritz

Bernd Meimberg, links, und ein türkischer Delegierter am Skandinavienkai

Die deutschen Patriot-Raketen, da waren sich alle Kundgebungsteilnehmer einig, dienen keiner Verteidigung. Sie können aber eine Flugverbotszone durchsetzen und dadurch den Syrern Leid zufügen helfen ohne Ende.

T:I:S, 7. Januar 2013. Alle Fotos: tofoto

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Redaktion hintergrund.de

Keine Rede von einer politischen Lösung

Der Syrien-Aufruf von Adopt a Revolution und Medico International in der Kritik 

Auszug

... Kein Wunder, dass so ein Syrien-Beistandsaufruf von einer beachtlichen Zahl von Politikern der SPD und Grünen, Andrea Nahles, Sascha Vogt, Claudia Roth, Tom Koenigs, Frieder Otto Wolf, unterstützt wird – zwei Parteien, die seit Ende der 1990er Jahre NATO-Angriffskriege und Militärinterventionen verschiedener Art mit zu verantworten haben. 

Aber auch die Friedenspartei Die Linke ist mit von der Partie, sogar mit ihrer Chefin Katja Kipping, die offenbar nicht nur im Vorwahlkampf zur Bundestagswahl, sondern auch gegen Assad nach rot-rot-grüner Eintracht strebt. 2011 hatte Kipping die gewaltfreien Aktionen der „Free-Gaza!“-Kampagne gegen die israelische Blockadepolitik mit scharfen Worten angeprangert. Ihre damalige Begründung: „Free Gaza!“ sei von „islamistischen Kräften“ dominiert und die 2010 entsendete Flotte bei ihrem Versuch, Hilfsgüter zu den eingeschlossenen Palästinensern zu transportieren, von „antisemitischen Gesängen“ angefeuert worden (bevor neun Passagiere von einem Spezialkommando der israelischen Marine getötet und mindestens 48 weitere angeschossen wurden) – beide Behauptungen sind bis heute nicht nur nicht belegt, sondern höchst umstritten. Dennoch attackierte Kipping die Unterstützer der Gaza-Flotte, darunter ihre Parteigenossen Norman Paech, Annette Groth und Inge Höger: „Wer sich nun in Bündnisse mit Kräften begibt, die Gewalt aktiv betreiben, die auf Raketen und Bomben setzen, gefährdet die Glaubwürdigkeit der LINKEN“.

Wenn es allerdings darum geht, die syrische Regierung aus dem Weg zu räumen, scheint Kipping weder Berührungsängste gegenüber islamistischen und anderen „Kräften“ zu haben, die ausschließlich „auf Raketen und Bomben“ setzen, noch zu zögern, „die Glaubwürdigkeit der LINKEN“ zu „gefährden“. Gleiches gilt für ihren Parteigenossen und stellvertretenden -vorsitzenden Jan van Aken, der den AaR-Appell ebenfalls unterzeichnet hat...

hintergrund.de, 18. Dezember 2012. T:I:S, 18. Dezember 2012

Das Komitee für Grundrechte und Demokratie zieht sich aus dem Unterstützerbündnis der Kampagne „Adopt a Revolution“ (AaR) zurück. DFG-VK, 20. Dezember 2012. T:I:S, 21. Dezember 2012

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Arbeiterfotografie, Köln

Erfolg im Kampf gegen Missbrauch der Friedensbewegung

Alfred Grosser zieht Unterschrift unter offenen Brief an den syrischen Präsidenten zurück

barth-engelbart.de, 16. Dezember 2012. T:I:S, 16. Dezember 2012. Siehe auch Mohssen Massarrat: Warum ich den Syrien-Aufruf von medico international und adopt a revolution Freiheit braucht Beistand nicht unterschreiben kann. Tlaxcala, 18. Dezember 2012. T:I:S, 18. Dezember 2012 

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Christoph Marischka

Parlamentsbeteiligung als Farce?

 Deutschland demonstriert „Verlässlichkeit“ im Konflikt zwischen der Türkei und Syrien. SPD und Grüne signalisieren Unterstützung für Patriot-Einsatz

IMI-Standpunkt 2012/067, 13. Dezember 2012. T:I:S, 14. Dezember 2012

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An die Abgeordneten des Deutschen Bundestags

Sagen Sie Nein zur Beteiligung am Krieg gegen Syrien! 

Offener Brief  von Klaus Hartmann, dem Bundesvorsitzenden des Deutschen Freidenker-Verbands

Klicken Sie hier, um die letzten aktivierten Unterschriften zu sehen

Liste der Unterschriften in alphabetischer Ordnung

Zum Unterschreiben hier klicken

T:I:S, 6. Dezember 2012

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Günter Meyer

Zu Syrien und weit darüber hinaus

In einem breit angelegten Interview erkundet Nahost-Experte Günter Meyer die mannigfachen Dimensionen des syrischen Bürgerkriegs und seine Folgen – ökonomische und geostrategische – für andere Länder in der Region. Er ist der Überzeugung, dass die USA und Israel bislang den meisten Nutzen aus der Situation gezogen haben.

Einer der herausragenden Experten in Europa zum Nahen Osten, Professor Günter Meyer, befasst sich in diesem ausführlichen Exklusiv-Interview, das Lars Schall auf Englisch für Asia Times Online geführt hat, mit dem syrischen Bürgerkrieg und seinen internationalen Dimensionen. Das Original wurde unter dem Titel On Syria and way beyond veröffentlicht und am 26. September 2012 aktualisiert.

Auszug

... Die Mehrheit der westlichen Medien – und auch die meisten westlichen Regierungen – neigen dazu, Informationen aus oppositionellen Quellen zu verbreiten, wonach die Regierungstruppen, insbesondere die Shabiha-Miliz, verantwortlich sind für die grausamen Tötungen von Zivilisten, darunter viele Frauen und Kinder. Zur gleichen Zeit werden Beweise für eine systematische “Massaker-Marketingstrategie” [1] der Rebellen als Propaganda des Assad-Regimes zurückgewiesen. Es ist offensichtlich, dass in vielen Fällen, vor allem bei den Massakern mit den höchsten Opferzahlen in Houla [2] und Daraya [3] oppositionelle Kräfte brutale Verbrechen gegen Zivilisten begingen, nur um die Regierung für diese Massaker verantwortlich zu machen. Mit dieser Strategie versuchen sie, die öffentliche Meinung zu manipulieren und politische Entscheidungen gegen das syrische Regime zu beeinflussen...

[1] Jürgen Todenhofer: Mein Treffen mit Assad, Bild, 9 July 2012.

[2] Viktor Reznov: ANNA News Journalist Marat Musin about Houla Massacre, Syria News, 31 May 2012; also Rainer Hermann: Syrien. Eine Ausloschung, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13 June 2012.

 [3] Robert Fisk: Syria’s Pipelineistan War, Al Jazeera, 6 August 2012.

Lars Schall, 27. September 2012. T:I:S, 28. September 2012

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Jewgenij Tschernych

Schlag gegen Syrien Ziel: Russland

Ausführliches, aufschlußreiches Interview mit Andrej Fursow, Leiter des Zentrums für Russland-Forschung an der Moskauer Universität für Geisteswissenschaften und Mitglied der International Academy of Science, München

Комсомольская правда,  9. August 2012. chartophylakeion tou polemou, 15. August 2012. T:I:S, 8. September 2012

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Doris Auerbach

Syrien - Die »programmierte« Zertrümmerung

politonline.ch, 2. September 2012. T:I:S, 6. September 2012

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Jürgen Wagner

Imperialer Neoliberalismus: Syrien und die Europäische Nachbarschaftspolitik

siehe Freihandel, T:I:S, 9. August 2012

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Für alle, die meinen, man könne im Fall Syrien nachgeben

Für alle, die meinen, man könne im Fall Syrien nachgeben: Die Sache liegt ganz schlicht: Fällt Syrien, ist der Iran nicht zu halten; fällt der Iran, ist Russland an der Reihe; gerät Russland aus den Fugen, verliert China nach kurzer Blüte erneut seine Unabhängigkeit, Gläubiger-Status hin oder her. Schon bedroht Amerikas Kanonenboot-Politik die chinesischen Küsten. Und dann wird Europa eine Komplettierung der Unterjochung durch die USA erleben, die wie ein Alptraum aussieht. Diese Länder stehen also in der Pflicht, in Syrien endlich für Nägel mit Köpfen zu sorgen, sonst ist Schluss mit lustig. 

Christoph R. Hörstel, 9. August 2012. T:I:S, 9. August 2012

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Kofi Annan

Wie man Syrien retten kann

My departing advice on how to save Syria . Financial Times, 2. August 2012. Rohübersetzung aus dem Englischen von Helmut Käss und Frieder Schöbel, .doc-Datei. T:I:S, 6. August 2012

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Stephanie Doetzer

Bürgerkrieg in Syrien

Vom Gleichklang arabischer und westlicher Medien

... Westliche und arabische Mainstream-Medien sind plötzlich einer Meinung. Beide bejubeln die arabischen Revolutionen und sind von der Geschichte so angetan, dass sie keine andere mehr sehen. Und beide sind sich sicher: Wenn in Syrien endlich das Regime fällt, dann wird alles besser...

... Al Jazeera sendet Handyvideos, von denen manchmal schon dort keiner genau weiß, wo sie herkommen - westliche Sender übernehmen diese Videos ungeprüft. „Es kam schließlich auf Al Jazeera, die werden’s schon wissen."... 

... Russia Today oder der iranische Nachrichtensender PressTV erzählen von Syrien dass Teheran seinen letzten Verbündeten in Damaskus verliert...

WDR 5, Audio Flash, 3:38 Minuten, Podcast, Text als .pdf-Datei, 23. Juli 2012

Stephanie Doetzer war bis Herbst 2010 als Journalistin beim englischsprachigen Programm von Al Jazeera in Doha, Katar tätig.

T:I:S, 1. August 2012. Siehe auch Stephanie Doetzer über Katar / Qatar

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Thomas Immanuel Steinberg

Syrien-Solidarität

Politik im Jenseits

Auf der öffentlichen Mailingliste des Koordinationskreises Palästina Israel (KoPI) ist Streit entbrannt - über einen Solidaritätsaufruf zu Syrien. Er heißt

For democracy, social justice, peace and national sovereignty / International Solidarity Initiative with the Syrian People.

Er steht auf antiimperialista.org und wünscht sich alles Gute für die Syrer: Demokratie, soziale Gerechtigkeit, Frieden und nationale Souveränität. 

Das Assad-Regime, so der Aufruf, habe das friedlich protestierende Volk monatelang unterdrückt, statt einzulenken, und nun gingen in- und ausländische Kräfte mit Gewalt gegen die Gewalt des Regimes vor. Die Gewalt sei allseits zu beenden, damit die Syrer, siehe oben, Demokratie, soziale Gerechtigkeit, Frieden und nationale Souveränität erlangen könnten.

Freilich ist die Zeit vorbei, da Wünschen noch geholfen hat, und so ermahnte Joachim Guilliard die Friedensfreunde recht behutsam:

Da die Zeichen immer mehr auf Sturm stehen und die reale Gefahr besteht, dass in ein paar Wochen die ersten NATO-Kampfjets in Syrien angreifen und da weitermachen, wo sie in Libyen aufgehört haben, sollte man sich vielleicht genau überlegen, welche Art Solidarität die Syrer im Moment nötig haben.

Guiseppe Zambon warnte lauter: 

Seltsam, von all diesen gut gewillten internationalen „Krankenschwestern“, die zu Gunsten der unterdrückten Syrer, Weißrussen, Ukrainer usw. intervenieren wollen, empfindet KEINER SOLIDARISCHE GEFÜHLE für uns, angelogene, gehetzte, und für dumm verkaufte „freie“ Bürger der westlichen „Demokratien“. 

Der Krieg gegen Syrien (und Iran) hat schon begonnen. Dies kann man in letzter Zeit den unerträglichen und bissigen Kommentaren der manipulierten Information (RADIO; TV und Printmedien) entnehmen.

Da fühlte sich Sophia Deeg angesprochen, sie, die schon an der Seite von Gilbert Achcar für die UN-Libyen-Resolution plädiert hatte; für jene Resolution, die dann ganz absehbar den Westalliierten dazu diente, jede Demokratie, jede soziale Gerechtigkeit, jeden Frieden und jede nationale Souveränität aus Libyen zu verjagen. Deeg also schrieb zu Zambons Beitrag, sie sei 

etwas erschrocken über die Hähme, mit der auf Überlegungen reagiert wird, ähnlich denen, wie sie die internationalen sozialen Bewegungen gemeinsam mit PalästinenserInnen seit dem Weltsozialforum 2001 anstellen und umsetzen: Weil sich "die Mächtigen" und ihre Institutionen selbstverständlich nicht für die Rechte und gegen die Unterdrückung von Bevölkerungen einsetzen, sie vielmehr mit Krieg, Besatzung und Manipulationen überziehen, nehmen wir direkt Verbindung zueinander auf, jenseits der Machtstrukturen und Interessen, informieren uns miteinander und lernen voneinander und leisten gemeinsam Widerstand.

Einer, der Teil dieser Bewegungen war, Vittorio Arrigoni, ist für mich genauso wenig eine "Krankenschwester" wie hunderte ISMer, Free Gaza-, BDS-Aktivsitinnen und die vielen anderen, die versuchen, zivilgesellschaftliche Strategien zu entwickeln, die diejenigen von Gewalt, Macht und Manipulation unterlaufen und konterkarieren. 

Deeg und die Ihren nehmen

direkt Verbindung zueinander auf, jenseits der Machtstrukturen und Interessen.

Jenseits der Machtstrukturen und Interessen. Hinter den Bergen. Über den Wolken. Im Jenseits.

Manche, wie Joachim Guilliard und Guiseppe Zambon, wollen nicht so lange warten. (1)

T:I:S, 16. Juni 2012

Anmerkung

(1) Diesseits von allen bürgerlich-idealistischen Gespinsten hat Joachim Guilliard zusammengestellt, was in Syrien der Fall ist, siehe Syrien: Frieden unerwünscht – NATO eskaliert Contra-Krieg vom 13. Juni 2012.

Ergänzung

Außerdem lesenswert: „Wunschdenken ersetzt materialistische Analysen“ - Zur Auseinandersetzung über die syrische Opposition von Joachim Guilliard vom 12. April 2012

T:I:S, 17. Juni 2012

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Krieg gegen Syrien

US-Putsch-Diplomat höchster politischer Berater des UN-Generalsekretärs 

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon hat den US-Diplomaten Jeffrey D. Feltman am 11. Juni 2012 zu seinem höchsten politischen Berater ernannt

Feltman hatte als US-Botschafter im Libanon an Plänen zum Sturz des syrischen Herrschers Baschar al-Assad mitgewirkt, wie von Joachim Guilliard bereits am 11. Mai 2011 einleuchtend nahegelegt. Offenbar werden eben diese Pläne jetzt  umgesetzt.

Die UN-Spitze ist in US-imperialistischer Hand.

T:I:S, 12. Juni 2012

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Michel Chossudovsky

The Salvador Option for Syria

US-NATO Sponsored Death Squads Integrate "Opposition Forces"

GlobalResearch, 28. Mai 2012. T:I:S, 29. Mai 2012

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Thomas Immanuel Steinberg

Hamburg

Für Frieden in Syrien


An der Petrikirche                                                                                                                Foto: tofoto

Am 5. Mai 2012 zogen mehrere Hundert Unterstützer der politischen Linie der syrischen Regierung durch die Hamburger Innenstadt. Sprecher einer Bürgerinitiative für Frieden in Syrien hoben hervor: Die saudi-arabischen und katarischen Angreifer werden vom Westen unterstützt. Die deutschen Leitmedien wie Springers Bild stünden den faschistischen "Mumien", die in Saudi-Arabien und Katar herrschten, zur Seite. Vergleichsweise herrschten in Syrien mustergültige Verhältnisse.

An den syrischen Parlamentswahlen, die am 7. Mai 2012 stattfinden werden, können die Auslandssyrer nicht teilnehmen: Die Konsulate in Deutschland sind geschlossen. Im Oktober 2011 hatten 30 Regierungsgegner das Hamburger syrische Konsulat zertrümmert.

T:I:S, 5. Mai 2012

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Christoph R. Hörstel

War Under Table: Ex-Blackwater mercs in Syria 'backed by US'

Video, vier Minuten, Russia Today, 26. April 2012. T:I:S, 27. April 2012

Der Westen möchte ganz unbedingt in Syrien das tun, was er zuletzt auch im Iran tun möchte, nämlich einen Regierungswechsel organisieren und eine Marionette installieren, die das tut was Washington will.

Audio-Transkript, IRIB, 2. Mai 2012. T:I:S, 4. Mai 2012

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Thomas Immanuel Steinberg

Syrien im Fadenkreuz

Dienstag, 24. April 2012, 19 Uhr, Magda-Thürey-Zentrum, Lindenallee 72, Hamburg-Eimsbüttel

Eine Veranstaltung der Marxistischen Abendschule MASCH e.V. siehe Flyer, .pdf-Datei

Fünf Thesen (1)

1. Wie Kuba, Venezuela, der Irak (unter Saddam Hussein), Libyen (unter Gaddafi), der Iran und andere Staaten, so stellt sich auch Syrien teilweise gegen die westliche Weltherrschaft. Der Staat Syrien kooperiert mit dem widerspenstigen Iran, gewährt Rußland eine Marinebasis in Tartus und unterstützt unter anderm die libanesische Hisbollah. Deshalb gerät das Land Syrien jetzt ins Fadenkreuz der USA und ihrer Mitläufer. Deren nächstes Etappenziel ist zweifellos der Iran.

2. Die syrische Regierung wird unter anderm von Rußland mit wirksamen Waffen versorgt. Gegen eine Bombardierung oder Invasion könnte sie sich wehren. Deshalb versuchen die USA und die Staaten in deren Schlepptau offenbar, Syrien mittels Terror so zu zermürben, daß die Assad-Regierung sich nicht mehr halten kann.

3. Zögen in Damaskus Kompradoren ein, so verlöre der Staat Iran einen Parteigänger. Auch der Iran ist gut bewaffnet. Auch gegen dieses Land geht der Westen terroristisch vor. Die westlichen Herrscher könnten iranisches Gebiet dann bombardieren, wenn sie anders nicht mehr heil aus der um sich greifenden Wirtschaftskrise zu kommen meinen.

4. Die syrischen Herrscher verfügen nicht über Medien, die in den Westen hineinwirken.

5. Die humanitären Argumente für ausländische militärische und nicht-militärische Unterstützung regierungs-oppositioneller Gruppen in und außerhalb Syriens sind teils vorgeschoben, teils politischer Naivität geschuldet. 

T:I:S, 24. April 2012

Anmerkung

(1) In Anlehnung an Christoph Hörstel, im Gespräch mit Alles Schall und Rauch, Video, 5. April 2012, 54 Minuten

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Worum geht es in Syrien?

Hinweise, neu hinzugefügte oben

... the Anglo-American opposition creation business... Guardian, 12. Juli 2012

INAMO, Informationsprojekt Naher und Mittlerer Osten e.V.: Heft Nr. 70, Syrien Endspiel, Jahrgang 18, Sommer 2012, 64 Seiten, 30. Juni 2012. Zahlreiche aufschlußreiche Beiträge zu Syrien und drumrum. 6,35 Euro einschließlich Versand

This is the Holy Grail of the Holy War - not Syria; one thing is for Tehran to accept euros as payment for its oil and gas; another thing is to accept gold. On top of it with full support from both Russia and China. In a nutshell; the whole Holy War syndrome is accelerating the end of the US dollar as global reserve currency. And when it happens, will there be an American Spring? Or will US elites - like the Mob - have the guts, and the muscle, to force Russia and China to pay the price? Pepe Escobar, 10. Juli 2012

Wie die syrische Opposition ihre Gegner henkt - und andere Video-Clips. 5. Juli 2012 

Syria and Turkey's phantom war. Pepe Escobar, 26. Juni 2012

Clearly the Muslim Brotherhood did not spontaneously rise back to power in Syria, it was resurrected by US, Israeli, and Saudi cash, weapons and directives. Tony Cartalucci, Global Research, 23. Juni 2012. Cartalucci zitiert ausführlichg Seymour Hersh, The Redirection, The New Yorker vom 5. März 2007. Da steht schon alles drin. 

Rainer Hermann: Aufrüstung der Kriegsparteien. Waffen für die Freunde in Syrien. Immer wirkungsvollere Waffen auf beiden Seiten: Die Parteien im syrischen Bürgerkrieg rüsten auf. Das Material liefern Russland, Qatar, Libyen und Saudi-Arabien. FAZ, 17. Juni 2012

Deutsche Gefangene in Syrien. Alle deutschen Gefangenen sind nach Angaben syrischer Sicherheitskreise deutsche Staatsangehörige, einschließlich aus dem Ausland eingebürgerter Personen. Alle sind bei einem in Stuttgart beheimateten privaten Sicherheitsunternehmen beschäftigt. Diese Deutschen wurden nach den syrischen Angaben vor fünf Monaten in Libyen stationiert und vor zwei Wochen nördlich des syrischen Mittelmeerhafens Tartus gefangengenommen; zu diesem Zeitpunkt versuchten sie gerade, Waffen und Munition von einem privaten Transportschiff, das internationale Gewässer befuhr, mit Schnellbooten an die syrische Küste zu bringen. Christoph Hörstel, Hinter der Fichte, 18. Juni 2012

Syrien: Eine Auslöschung. Das Massaker von Hula ist ein Wendepunkt im syrischen Konflikt. Von Rainer Hermann. Die westliche Öffentlichkeit beschuldigt, gestützt auf die UN-Beobachter, die syrische Armee. Diese Version kann auf Grundlage von Augenzeugenberichten bezweifelt werden. Demnach wurden die Zivilisten von sunnitischen Aufständischen getötet. FAZ, 13. Juni 2012

In Doha, Qatar, wurde ein Modell der Turmuhr von Homs (Syrien) gefunden, Video, eine Minute. Das könnte ein Indiz dafür sein, dass die Meyssan-Warnung vor einer riesigen Nato-Propaganda-Aktion nicht so weit hergeholt ist, wie von manchen vielleicht angenommen, meint Christoph Hörstel. 13. Juni 2012

Stimmt vielleicht. Die NATO bereitet eine grosse Desinformations-Kampagne vor. Thierry Meyssan, 11. Juni 2012

Rainer Hermann: Bürgerkrieg Das syrische Drama. Syrien hat mittlerweile der Konfessionalismus erreicht. Nur noch die Waffen sprechen. Die Angst der Städter vor einem „failed state“ ist größer als die Sympathie für die Exilopposition. FAZ, 10. Juni 2012

Vielleicht echt. Zwei Terroristen unterhalten sich über ein Massaker unter falscher Flagge. Audio auf YouTube, zwei Minuten, 10. Juni 2012

Wie Regierung und Aufständische sich bekriegen. Christoph Hörstel ist in Syrien. 12. Juni 2012

Homs. Mit schweren Waffen aus Katar und Saudi-Arabien terrorisieren Salafisten die Christen und die Alewiten, berichtet der griechisch-katholische französische Bischof Philip Tournyol Clos. 4. Juni 2012

'Arab Yugoslavia': Massacre Fallout Fuels Syria Intervention. grtv, 5. Juni 2012

Noch einmal: Linke und Syrien. Harald Etzbach, Soz Nr. 06/2012

Das Bild willkürlicher Regierungsgewalt gegen eine friedliche Opposition ist fern der Realität. Die Eskalation der Gewalt in Syrien wurde von Beginn an durch Angriffe bewaffneter Regierungsgegner geschürt. Joachim Guilliard, 1. Juni 2012

Putin bringt Hollande zur Vernunft. meta-info, 2. Juni 2012

Nur wenige Opfer des Massakers im syrischen Hula kamen durch Artilleriebeschuß ums Leben. junge Welt, 30. Mai 2012

Der stellvertretende UN-Botschafter Rußlands, Alexander Pankin, äußerte gegenüber Ria-Nowosti die Vermutung, »ausländische Geheimdienste« könnten hinter dem Massaker von Hula stecken. »Wir können uns unmöglich vorstellen, daß so etwas den Interessen der syrischen Regierung entspricht, besonders vor dem Besuch Kofi Annans«, sagte er. »Das entspricht den Interessen der Kräfte, die für einen bewaffneten Kampf auftreten, um den Friedensprozeß zu stören.« junge Welt, 30. Mai 2012

The West Undermines UN Monitors. Paves the Way for NATO InterventionWestern propagandists unanimously defer to "activists" despite hundreds of UN monitors on the ground in Syria. Tony Cartalucci, 27. Mai 2012

Syria state-run TV (Syria TV) on Tuesday published footage of three terrorists, one Libyan and two Tunisians, who confess to infiltrating into Syria to carry out terrorist attacks in coordination with al-Qaeda. DayPress, 16. Mai 2012

Syrian rebels battling the regime of President Bashar al-Assad have begun receiving significantly more and better weapons in recent weeks, an effort paid for by Persian Gulf nations and coordinated in part by the United States, according to opposition activists and U.S. and foreign officials. Washington Post, 16. Mai 2012

The Permanent Representative of the Syrian Arab Republic to the United Nations, Ambassador Bashar Ja'afari told Inner City Press that 26 foreign fighters arrested in his country came from Tunisia, Lebanon, Palestine, Libya, Egypt and Jordan. Now Inner City Press has obtained Syria's list, translated into English, and puts it online here, .doc-Datei.

Gegen einen »Gottesstaat«. In Berlin demonstrieren Hunderte für eine friedliche Lösung in Syrien. jW, 14. Mai 2012

François Hollande négocie avec l’émir de Qatar. Réseau Voltaire,

General Mood und die derzeitige Sicherheit in Syrien. Voltaire Netzwerk, 8. Mai 2012

Schon in den 1950er und vor allem in den 1970er und den 1980er Jahren arbeiteten Washington und Bonn mit islamistischen Organisationen in diversen Ländern zusammen, um den nach Unabhängigkeit vom Westen strebenden Kräften die Beharrungskraft konservativ religiöser Strukturen entgegenzusetzen. Dass dieselbe Strategie noch heute eine Rolle spielt, zeigt das Beispiel Syrien. Gegen das Assad-Regime, das mit Iran verbündet ist und sich der Unterordnung unter den Westen verweigert, unterstützt der Westen vor allem den im Exil verankerten Syrian National Council (SNC) - statt des vor Ort aktiven, allerdings westlicher Einflussnahme gegenüber eher ablehnenden National Coordination Committee (NCC). Im SNC ist die syrische Muslimbruderschaft sehr aktiv; jüngsten Berichten zufolge stärkt sie systematisch ihre Position in der Organisation und kontrolliert zentrale Elemente westlicher Hilfen für die syrische Opposition. gfp, 9. Mai 2012

Syrian "Opposition" Studies Terror Tactics in Kosovo: Free Syrian Army (FSA) and Kosovo Liberation Army (KLA) Join Hands. RussiaToday. Deutsch ähnlich hier.

Über die Ereignisse in Aleppo und die falsche Berichterstattung in den vorwiegend westlichen Medien. Russisches Video, vier Minuten,  mit deutscher Übersetzung, 5. Mai 2012

Der Westen möchte ganz unbedingt in Syrien das tun, was er zuletzt auch im Iran tun möchte, nämlich einen Regierungswechsel organisieren und eine Marionette installieren, die das tut was Washington will. Christoph Hörstel, Audio-Transkript, IRIB, 2. Mai 2012

Die syrische 'Opposition' - eine Chimäre. Kommunisten.de, 30. April 2012

Waffenschiff des Tages: »Lutfallah II«. jW, 30. April 2012

Lebanon holds ship 'carrying weapons for Syria rebels'. BBC, 29. April 2012

Three Containers Loaded with Weapons in Lutfallah II Ship. Sana, 29. April 2012

Mossad, Blackwater, CIA Led Operations in Homs. Weapons from Israel. Israa Al-Fass , 26. April 2012

"Media Warfare" undermines UN Peace Mission. Annan: “We Need Eyes and Ears on the Ground”. GlobalResearch, 24. April 2012

Christoph Hörstel im Gespräch mit Alles Schall und Rauch, Video, 5. April 2012, 54 Minuten

Kriegstreiber drängen auf gewaltsamen Regimewechsel in Syrien. Schattenblick, 21. April 2012

Syrian activists to rebels: Give us our revolution back.Many of the activists who began the uprising in Syria more than a year ago feel their peaceful push for change has been hijacked by the rebel Free Syrian Army. They're meeting in Cairo today. By Gert van Langendonck, Correspondent, Sarah Lynch, Correspondent / The Christian Science Monitor, April 16, 2012

Textübersicht zu Syrien auf LabourNet, 13. April 2012

Golfstaaten zahlen Assad-Gegnern 100 Millionen Dollar. Die Welt, 2. April 2012

Jürgen Wagner: Syrien: Die Militarisierung der Proteste und die strategische Unvernunft der Gewalt. IMI-Studie 2012/07, 20. März 2012)

Patrick Cockburn: The attempt to topple President Assad has failed. The Independent, 25. März 2012

Wildeste Kriegspropaganda von der Bundeszentrale für politische Bildung, der Deutschen Welle, dem Institut für Auslandsbeziehungen und dem Goethe-Institut. Qantara hier und hier, 28. und 26. März 2012

Damaskus nimmt Annan-Plan an. Was ansteht, ist ein Regimewechsel zu den vom Westen vorgegebenen Geschäftsbedingungen. junge Welt, 29. März 2012

Christoph Hörstel berichtet. Stichworte: geheimdienstliche Bombenattentate in Damaskus, Scharfschützen, die entsprechende Obama-Ankündigung, Söldner; Terror-Management der USA mit Frankreich, Großbritannien, Türkei, Saudi-Arabien, Katar. Die USA verkaufen einfach nur Waffen und hoffen, daß die Muslime sich gegenseitig umbringen. USA: Syrien muß von der Platte geputzt werden; Etappenziel: Dauerchaos in Syrien. Die letzten Zuckungen des sterbenden amerikanischen Giganten. Assad kennt seinen Laden. Unzufriedenheit unter Syrern, dringend reformbedürftig. Syrien hat keine Informationsstrategie. Die Minister wissen nicht, was zu tun ist. Audio-Interview auf Irib, Iran, 27 Minuten, 26. März 2012. Mehr unter Christoph Hörstel media presence on Syria visit, March 2012, .pdf-Datei

Die humanitäre Opposition wird immer humanitärer. Spiegel, 27. März 2012

Bedauerlicherweise ist die Website der Neuen Rheinischen Zeitung  seit nunmehr drei Tagen nicht erreichbar - möglicherweise wegen eines Angriffs von außen nach der Veröffentlichung des Artikels von Evelyn Hecht-Galinski. Deshalb steht dieser Text und der von Arbeiterfotografie zu Syrien jetzt auch auf der Arbeiterfotografie-website. T:I:S, 26. März 2012

Die unbequeme Wahrheit. Der syrische Widerstand foltert und mordet. hintergrund.de, 22. März 2012

Afghanistan, Irak, Libanon, Libyen – und jetzt Syrien? Der Krieg hat längst begonnen. Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann, NRhZ, 22. März 2012, mit Bemerkungen zur Rolle der taz und der Initiative Adopt a Revolution. Siehe auch Geburtswehen

Adopt a Revolution, adoptiert eine Revolution - so nennt sich eine Initiative des beim Amtsgericht Leipzig in das Vereinsregister unter der Registernummer VR 5071 eingetragenen Vereins 
"about:change", Gießerstr. 75, D-04229 Leipzig.  Adopt a Revolution fordert dazu auf, folgende Solidaritätserklärung abzugeben:

Ich erkläre mich solidarisch mit den AktivistInnen des syrischen Frühlings. Die Assad-Diktatur in Syrien wird von gewaltfreien Protesten herausgefordert: Seit Monaten gehen täglich tausende Menschen auf die Straße, um für Menschenrechte, Demokratie und ein Ende der Assad-Diktatur zu protestieren. Das Regime reagiert gewaltsam, die Anzahl der Opfer steigt täglich. Von der Gewalt lassen sich die DemonstrantInnen weder abschrecken noch provozieren. Dieser engagierte Einsatz für eine plurale, demokratische Gesellschaft verdient Anerkennung.

Auffällig: 1. Von der Unterstützung der syrischen Opposition durch Katar, durch andere pro-westliche Diktaturen und die Westmächte, offenbar mit Waffen und Söldnern, ist nicht die Rede.  2. Nach eigenen Angaben werden eingehende Spenden nicht für Medikamente oder Lebensmittel verwendet, sondern fließen ausschließlich "der politischen Arbeit der Bürgerkomitees in Syrien" zu. 3. die taz unterstützt Adopt a Revolution durch Artikel und Werbeanzeigen. 4. Parteigänger von Adopt a Revolution äußern sich auf Facebook taz-humanitär. T:I:S, 22. März 2012

Todenhöfer in der taz zu Syrien, Antwort auf Rafik Shami 

Christoph Hörstel berichtet telefonisch aus Damaskus. 2. Bericht: zwei Autobombenattentate. 3. Bericht: 19 französische Agenten in Haft

La Radio suisse romande a consacré son émission « Babylone » du mercredi 14 mars à « Syrie : ce qu’on en sait, et comment ? ». Alain Gresh, Le Monde diplomatique, y a participé aux côtés de Gaëtan Vannay, chef de la rubrique internationale de la RTS-Info (radio) et auteur de reportages en Syrie, Pierre Piccinin, historien, politologue, auteur de reportages en Syrie, et Nadia Boehlen, porte-parole d’Amnesty International section Suisse. Podcast, 60 minutes

Peter Scholl-Latour zu Syrien, Passauer Neue Presse, 16. März 2012

Ohne historische Erinnerung. Der italienische Philosoph und Publizist Domenico Losurdo äußert sich in seinem Internetblog über »die Industrie der Entrüstung und die Kriegsvorbereitungen« im Fall Syrien. junge Welt, 14. März 2012. In italiano qui, 13. März 2012

Der oppositionelle Syrische Nationalrat (SNC) hat eingestanden, Waffen aus anderen Staaten angeliefert zu bekommen. RIA Novosti, 12. März 2012

Der Schriftsteller Rafik Schami veröffentlichte am 3./4. März in der taz einen mit zahlreichen Unwahrheiten gespickten Angriff auf die Syrien-Berichterstattung Jürgen Todenhöfers und Peter Scholl-Latours. Darauf antwortet ihm jW-Autor und Publizist Thomas Wagner mit einem offenen Brief in der jungen Welt. Kommentar: Schami reiht sich nur ein ins deutsche Gesamtmediengetöne, das  wider bestes Wissen unisono linken Abgeordneten in Der Linken Sympathie für Assad unterstellt hat. Sowas zahlt sich halt aus. T:I:S

Die Wiederauferstehung von den Toten. Video, Syrian Youths English, zehn Minuten

Bernhard-Henri Lévy darf in Der Zeit für Massenmord an den Syrern werben. Stichwortgeber ist Gero von Randow. Mehr über Lévy unter Kriegsjuden, insbesondere Teigbatzen. Über den Verharmloser von abgereichertem Uran, Gero von Randow, siehe Blutkrebs

Karsten D. Voigt machte den Vorschlag, die Lage im Nahen Osten stärker aus machtpolitischem Blickwinkel zu betrachten. Es gehe nicht um Menschenrechte versus Diktatur. Die USA wollten ein sunnitisches Mehrheitsregime, Russland ziehe eine säkulare Diktatur Assads vor. dgap

Berliner Regierungsberater debattieren Kriegsszenarien für eine mögliche westliche Militärintervention in Syrien. gfp

Abdo Husameddine, angeblich stellvertretender Ölminister Syriens, soll übergelaufen sein. Aber ein Abdo Husameddine in dieser Funktion scheint nicht auffindbar

Nato-Staaten sind längst militärisch in Syrien aktiv - ein Überblick. Joachim Guilliard

Der UN-Botschafter Rußlands wirft Libyen vor, an der Kampfausbildung syrischer Rebellen mitzuwirken. Handelsblatt, 8. März 2012

Horrors of Homs: 'Killing, bloodshed, bodies on the streets'. Video, drei Minuten, Russia Today, 3. März 2012

Ein neunzehnter französischer Agent in Syrien verhaftet. Voltaire Netzwerk, 29. Februar 2012

What Is Edith Bouvier's Role In Sarkozy's "Humanitarian Corridors" Plans? Moon of Alabama, February 26, 2012

Qantara, Internetseite von Deutscher Welle, Goethe-Institut, Bundeszentrale für politische Bildung und Institut für Auslandsbeziehungen, hetzt zum Krieg gegen Syrien, siehe Radwan Ziadeh: Der Westen und der Syrienkonflikt. Zeit zum Handeln. Qantara, 27. Februar 2012

Sharmine Narwani: Questioning the Syrian “Casualty List”.  al-Akbar, 28. Februar 2012

"Die Mehrheit der Syrer steht offenbar hinter Assad". Günter Meyer, Universität Mainz, in der Basler Zeitung, 29. Februar 2012

Gemäss der Qatar Foundation stehen zurzeit 55 Prozent der syrischen Bevölkerung hinter Assad. Hinter der Stiftung steht der Emir von Katar, einer der grössten Bekämpfer des syrischen Machthabers. Die Zahlen dürften also verlässlich sein. Basler Zeitung, 29. Februar 2012. Mehr zu Katar unter Katar / Qatar

T:I:S, 29. Februar 2012 ff.

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Thomas Immanuel Steinberg

Angelina Jolie
für humanitäre Intervention in Syrien

Eine klare Botschaft hat sie auch. Ihr Film richte sich an die internationale Gemeinschaft. Sie will ihn als Aufruf verstanden wissen, rascher einzugreifen, wenn irgendwo auf der Welt Babys getötet werden oder andere Kriegsverbrechen geschehen. Dreieinhalb Jahre habe die Welt beim Jugoslawien-Krieg zugesehen. „Syrien!“, ruft da jemand aus dem Publikum, und Jolie nickt.

FAZ, 13. Februar 2012

Kommentar

Wo auf der Welt werden gerade Babies getötet oder geschehen andere Kriegsverbrechen?

In Myanmar, West-Papua, Tschad, Kaschmir, Westbegalen, Süd-Thailand, Mexiko, Bahrein, Jemen, Mali, Nigeria, Côte d'Ivoire, Niger, Türkei, Kongo, Süd-Sudan, Pakistan, Somalia, Kolumbien, Palästina, Israel, Angola, Liberia, Westsahara, Uganda, Philippinen und verschiedenen anderen Gegenden. 

Zück' dein Flammenschwert, jolie angelina, nimm ein paar Marines mit, und vergiß die SS-Fahne nicht.

T:I:S, Valentinstag 2012

Zusatz

Das Magazin Focus befragt Angelina Jolie zu Syrien

? Es gibt derzeit weltweit zahlreiche Konflikte und Unruhen. Wie denken Sie zum Beispiel über die Situation in Syrien?

! Ich war wirklich sehr enttäuscht über die Entscheidung von Russland und China. Ich finde, dass etwas getan werden muss. Ich weiß nicht, was und wie es getan werden müsste, wer wie intervenieren sollte. Die Antworten darauf habe ich nicht. Mir ist auch klar, dass nicht nur ein Land entscheiden kann, das zu tun, das muss eine gemeinsame Entscheidung sein. Ich finde es aber sehr frustrierend, dass es beim UN-Sicherheitsrat die Möglichkeit gibt, dass ein Land sein Veto einlegen kann, gerade wenn es um die Frage geht, aus humanitären Gründen zu intervenieren. Besonders, wenn man wirtschaftliche Interessen hat. Ich finde, man sollte überlegen, ob man diese spezielle Vetomöglichkeit nicht entfernen sollte.

Kommentar zum Vetorecht der fünf ständigen Mitglieder des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen

Jeder der Staaten USA, Rußland, China, Großbritannien und Frankreich kann gegen Resolutionen sein Veto einlegen. Gäbe es die Vorschrift nicht, würden vor allem die USA, aber auch China, Rußland und die beiden Westalliierten gegebenenfalls eigenmächtig handeln oder das Vertragswerk ganz verlassen. Das Vetorecht spiegelt, wie jede Rechtsvorschrift, das Machtverhältnis zum Zeitpunkt ihres Erlasses wider. Es könnte –  weil dann unnötig – nur entfallen, wenn kein Staat übermächtig wäre.

Julie redet – weit verbreiteten – Stuß.

T:I:S, 15. Februar 2012

...
Film: Angelina Jolie: „Ich bin eine sehr private Person“ - weiter lesen auf FOCUS Online: http://www.focus.de/kultur/kino_tv/film-angelina-jolie-ich-bin-eine-sehr-private-person_aid_712951.html

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Jens Berger

Syrien und die Scheinheiligkeit des Westens

NachDenkSeiten, 9. Februar 2012. T:I:S, 12. Februar 2012

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Syrien

Der durchgesickerte Bericht der Beobachter der Arabischen Liga als .pdf-Datei. Ihm zufolge sind zahlreiche westliche Medienberichte reiner Humbug. Hier ein Auszug:

26.    In Homs and Dera‘a, the Mission observed armed groups committing acts of violence against Government forces, resulting in death and injury among their ranks. In certain situations, Government forces responded to attacks against their personnel with force. The observers noted that some of the armed groups were using flares and armour-piercing projectiles.

27.    In Homs, Idlib and Hama, the Observer Mission witnessed acts of violence being committed against Government forces and civilians that resulted in several deaths and injuries. Examples of those acts include the bombing of a civilian bus, killing eight persons and injuring others, including women and children, and the bombing of a train carrying diesel oil. In another incident in Homs, a police bus was blown up, killing two police officers. A fuel pipeline and some small bridges were also bombed.

28.    The Mission noted that many parties falsely reported that explosions or violence had occurred in several locations. When the observers went to those locations, they found that those reports were unfounded.

29.   The Mission also noted that, according to its teams in the field, the media exaggerated the nature of the incidents and the number of persons killed in incidents and protests in certain towns.

Kommentierte Auszüge bei Michel Chossudovsky, GlobalResearch, 1. Februar 2012. T:I:S, 3. Februar 2012. Ergänzt am 13. Februar 2012, T:I:S

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Wer sich vor dem Massakerstaat zu schützen versucht, ist schuld am Massaker

Die israelischen Verteidigungsstreitkräfte haben eine Karte vom Süden Libanons veröffentlicht, die zeigen soll: Die Gegend ist mit Hisbollah-Kriegsanlagen in ziviler Umgebung übersät. 

Vermutlich will die israelische Regierung sich im Vorhinein dafür rechtfertigen, daß sie das Gebiet demnächst mit Bomben und Raketen übersät. Tatsächlich hat die Hisbollah dort viele Bunker gebaut, zum Schutz vor israelischem Beschuß.

IDF, T:I:S, 6. April 2011

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/levante.htm#Massaker  

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Thierry Meyssan u.a. zum Mord an Rafiq al-Hariri u.a.

Thierry Meyssan schreibt in Odnako (однако, russisch: jedoch) 

über den Mord am libanesischen Premierminister Rafiq al-Hariri und an zweiundzwanzig Umstehenden am 14. Februar 2005 

über die Ermittlungen des Libanon-Sondergerichts, einer Instanz mit unklarem Rechtsstatus.

Alle Versionen des Artikels:

 русский
 italiano
 français
 Español
 
 English

Schon Bekanntes steht unter Erich Follath stinkt, siehe dort auch die Anmerkungen, und bei Jürgen Cain Külbel: Die Dienstgeheimnisse der Familie Jarrah und das Mossad-Sterben in Libanon, Geheim Nr. 2/2009 vom 13. Juli 2009, im Netz auf Schattenblick.

Neu: Meyssan schließt aus den Tat- und den Ermittlungsumständen, daß al-Hariri nicht durch einen Selbstmordattentäter, nicht durch eine Lastwagenbombe und auch nicht durch eine Bombe unter der Straßendecke getötet wurde, sondern womöglich durch eine Rakete / ein Geschoß von oben, von einer Drohne aus. 

Die neuartige Waffe basiere auf nuklear- und nanotechnologischen Forschungsergebnissen und werde gegenwärtig nur von Deutschland beherrscht, so Meyssans wenig instruktive Angaben.

Bekannt, aber kaum verbreitet: Dem Libanon-Sondergericht sitzt Antonio Cassese vor, dem zufolge  bewaffneter Widerstand Terror sei, staatliche Unterdrückung von Widerstand nie; so Meyssan. 

 T:I:S, 4. Dezember 2010

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/levante.htm#Meyssan   

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Thomas Immanuel Steinberg

Erich Follath stinkt

Der arabisch-sprachigen libanesischen Tageszeitung Al Akhbar zufolge ist die südlibanesische Partei- und Militärorganisation Hisbollah gegen den Spiegel in Beirut vor Gericht gegangen. Die schiitische Organisation erkennt bei Erich Follaths Beitrag vom 25. Mai 2009 unter dem Titel "Der zweite Kreis der Hölle" 

auf falsche und lügenhafte Informationen, gestreut mit dem Ziel, Unruhe im Libanon zu stiften, 

so  Al-ManarTV am 9. Juni 2010. Follath hatte in dem Beitrag behauptet, der vormalige libanesische Premierminister Rafiq al-Hariri sei von der Hisbollah ermordet worden, wie durchgesickerte Papiere der internationalen Untersuchungskommnission zum Mordfall belegen würden.

Das Forschungsinstitut der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik indes hält Follaths Geschichte für kalten Kaffee. (1) Es macht anhand der, allerdings verwickelten, libanesischen Interessenkonstellation plausibel:

Trotz bedeutender Differenzen in Inhalt und Stil ihrer Politik und unterschiedlicher sozioökonomischer Interessen ihrer Klientel bedurften Rafiq al-Hariri und Hasan Nasrallah [der Hisbollah-Führer, T:I:S] einander. (2)

Der Hisbollah fehlte somit ein Motiv zur Tat. Das Forschungsinstitut  fügt hinzu: 

Vor und nach dem 14. Februar 2005 [dem Mordtag] kam es zu zahlreichen weiteren politischen Morden, aber keineswegs nur an „anti-syrischen“ Politikern und Journalisten, wie die öffentliche Zuschreibung meist lautete. Vielmehr wurden häufig Grenzgänger zwischen den Blöcken und Vermittler, nicht jedoch die Hardliner getroffen. Offensichtlich versuchte eine politische Macht, das Land zu spalten. (3)

Israel ist gemeint. Und der Staat Israel natürlich ist es, den die Hisbollah nun treffen will, wenn sie gegen Erich Follath und den Spiegel vor ein libanesisches Gericht zieht und sie als Diversanten bezeichnet. Follath stinkt geradezu danach.

T:I:S, 11. Juni 2010. Siehe auch Nachrichtenmagazin Der Spiegel

Anmerkungen

(1) "Auf Empfehlung des deutschen Chefermittlers, Detlef Mehlis, waren unter anderem zwei hochrangige schiitische Sicherheitsbeamte, der Generaldirektor der Sûreté Générale Jamil al-Sayyid und der Kommandeur der libanesischen Präsidentengarde Mustafa Hamdan, als Verdächtige verhaftet worden. Sie blieben fast vier Jahre lang ohne Anklage in Untersuchungshaft und wurden erst im März 2009 wieder freigelassen. Mehrfach wurden auch Verdächtigungen gestreut, die Hizballah stecke hinter dem Mordanschlag." Dazu Anmerkung 23: "Zuletzt wärmte der Spiegel diese Geschichte kurz vor den libanesischen Parlamentswahlen wieder auf. Siehe Follath, Erich: Der zweite Kreis der Hölle, in: Der Spiegel, 25.5.2009, S. 102-106". Sigrid Faath (Hrsg.): Rivalitäten und Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten in Nahost. Forschungsinstitut der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, Berlin, Januar 2010, S. 199, .pdf-Datei

(2) Sigrid Faath (Hrsg.): Rivalitäten und Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten in Nahost. Forschungsinstitut der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, Berlin, Januar 2010, S. 197, .pdf-Datei

(3) Sigrid Faath (Hrsg.): Rivalitäten und Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten in Nahost. Forschungsinstitut der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, Berlin, Januar 2010, S. 198, .pdf-Datei

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/levante.htm#Follath  

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Libanesische Massenvernichtungswaffen

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T:I:S, 27. April 2010

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Thomas Immanuel Steinberg

Reise nach Palästina – oder was davon noch übrig ist

Eric Hazan hat in seiner Pariser Edition La fabrique Karl Marx verlegt und Walter Benjamin, Tanya Reinhart und Michel Warschawski, Robbespierre und Norman Finkelstein. Im Sommer 2006 bereiste er Nablus, Kalkilia und Hebron im Westjordanland. Sein Reisebericht ist jetzt bei der Hamburger Edition Nautilus erschienen, in einer vorzüglichen Übersetzung von Sophia Deeg auf knapp hundert Seiten.

 


Eric Hazan am 3. März 2008 in der Reid Hall, Paris 6ème, als Zuhörer von Judith Butler                   Foto:tofoto

 

Mit Hazan erfährt der Leser buchstäblich das von Sperranlagen, Militärs, Verwaltungsschikanen und jüdisch-orthodoxen Siedlern zerstückelte Land. Skizzen illustrieren die teils absurde Umzingelung von Ortsteilen und Dörfern, die verschlungenen, holprigen Wege vom Wohnort zum Nachbarort.

Hazans Gesprächspartner sind Hamas-Anhänger und Fatah-Offizielle, Angehörige von gefangenen und von getöteten Palästinensern, mehrfach inhaftierte Kämpfer und Jugendliche. Oft zitiert er sie ausführlich, manchmal konfrontiert er sie mit kritischen Fragen. Er berichtet von den Willkürmaßnahmen der Besatzungs- und Belagerungsmacht, von der Zerstörung der wirtschaftlichen Tätigkeit der Palästinenser, vom Schutz, den die haßerfüllten jüdischen Siedler auf palästinensichen Boden durch das israelische Militär genießen. Er berichtet auch von der Unterdrückung der palästinensichen Frauen durch die Familie und davon, daß die traditionell eingestellten Palästinenser seit Jahrhunderten Olivenbäume hegen und nicht darauf kommen oder auch keine Lust dazu haben, sich anderen Tätigkeiten zuzuwenden.

Palästinenser, die Hazan befragte, glauben nicht, was in den Geschichtsbüchern der USA oder Deutschlands über die Vernichtung der europäischen Juden steht. Sie sind häufig kaum über die inner-israelische Politik informiert, nicht einmal über das, was in andern palästinensischen Städten passiert. Doch sie hassen die Israelis nicht, sie unterscheiden zwischen den einen und den anderen, und sie können sich ein friedliches Zusammenleben mit Juden durchaus vorstellen.

Von der Hamas, so Hazan, werde in Europa eine Karikatur gezeichnet. Man glaubt ihm das, weil er auch sonst weder glorifiziert noch bejammert, weder pauschal bewertet noch polemisiert. Er beschreibt, was er sieht, und zieht vorsichtige Schlüsse.

Eric Hazan: Reise nach Palästina. Notizen aus Nablus, Kalkilia und Hebron. Deutsche Erstausgabe. Aus dem Französischen übersetzt von Sophia Deeg. Mit einem Vorwort von Michael Warschawski. Hamburg: Edition Nautilus. Broschur, 96 Seiten, € (D) 10,- € (A) 10,30 / sFr 19,-. ISBN 978-3-89401-570-1 

T:I:S, 27. März 2008

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Ran HaCohen

Vorsicht! Barak!

Israels „Verteidigungs“-Minister ist eindeutig der gefährlichste Politiker im Nahen Osten. Ahmadinejad kann nur davon träumen, so viel Macht zu haben – politisch und militärisch, konventionell und nicht-konventionell – wie sie Barak schon besitzt. 

Netanyahu und andere sehr rechte israelische Politiker sagen genau das, was sie denken und sind als Extremisten verschrien; also sind sie ständig prüfenden Blicken ausgesetzt. Barak ist viel extremer als Netanyahu, aber er ist ein Extremist in Verkleidung...

Ehud Barak, .rtf-Datei. Die Übersetzung des Antiwar-Artikels wird überarbeitet. T:I:S, 6. Januar 2007

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Uri Avnery 

Mit den Philistern sterben

Das berümteste Wort, das jemals im Gazastreifen gesprochen wurde, waren die letzten Worte von Samson (Richter 16,30): „Ich will mit den Philistern sterben !“ ...

Levante, .rtf-Datei, T:I:S, 18. Dezember 2007

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Claudia Karas

Manfred Lahnstein leugnet die ethnische Säuberung Palästinas

Offener Brief, T:I:S, 8. Dezember 2007

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Israel News

Der Dritte Tempel

Das Jerusalemer Tempelinstitut gab jetzt die Fertigstellung des Stirnbandes des Hohen Priesters, hebräisch „Zitz” genannt, bekannt. Es ist für den Dienst im Tempel bereit. Länger als ein Jahr dauerte die Herstellung des „Zitz“ aus reinem Gold durch die Künstler des Institutes und es wartet nun auf den nächsten Hohen Priester, der damit den Dienst im Dritten Tempel durchführen soll. In das Stirnband sind, gleich dem Original aus der Bibel, die Worte aus 2. Mose 28,36 „Heilig dem HErrn“ eingraviert. 

Rabbiner Chaim Richman, der Direktor des Tempel-Instituts, sagte gegenüber der INN, dass das Stirnband in der Zwischenzeit bis zu seiner tatsächlichen Nutzung, in der permanenten Ausstellung des Instituts ausgestellt wird, zusammen mit den anderen schon vorbereiteten Tempelgeräten und Priestergewändern. 

Quelle: Israel News, 3. Dezember 2007, ein  Internet-Auftritt, der offenbar von Judäophoben unter falscher Flagge betrieben wird. Im Internet steht zum Dritten Tempel lauter religiös verbrämter Hokuspokus. 

T:I:S, 3. Dezember 2007

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Thomas Reinke

Warum nicht gleich Henryk M. Broder?

Replik auf die ttt-Antwort zu Ilan Pappe und Benny Morris über die ethnische Säuberung Palästinas

Sehr geehrter Herr Bungartz,

ich habe Ihre Antwort an die Leserbriefschreiber zur ttt-Besprechung des Buches von Ilan Pappe gelesen.

Zum einen scheint mir schlüssig, was Herr Steinberg in seinem blog dazu anmerkt, was Herrn Morris betrifft:  -  zum anderen aber, und für mich noch sehr viel entscheidender, drängt sich mir, was Herrn Schneider betrifft, eine Frage auf, die über seine Person durchaus hinaus geht: Ist es denn im deutschen Fernsehen nicht möglich, mit der Behandlung eines schwierigen, provokativen Themas einen emotional *nicht* involvierten Journalisten zu beauftragen?

So läuft es auf die Erbsenzählerei hinaus, ob Herr Schneider nun mehr oder weniger zionistisch eingestellt sei: dass der Beitrag *a priori* in die Hände eines nicht-jüdischen Redakteurs gehört hätte, auf den Gedanken ist in Ihrem Haus niemand gekommen?  War die Angst so groß, bei einem nicht-jüdischen Redakteur würde automatisch Zeter & Mordio geschrien, nach dem zynischen Motto: Nur Juden dürfen Juden kritisieren? Wäre das bewusst oder unbewusst in Ihrem Haus die handlungsleitende Maxime gewesen, ließe sich nunmehr sarkastisch sagen, diese Rechnung wäre aufgegangen: Kein Wunder also, dass der Zentralrat der Juden nicht protestiert hat. Die zentrale Aussage Pappes, dass die Gewalttaten durch israelische Politiker und Militärs *planvoll*, *vorsätzlich* und systematisch geschahen - mit der Präsentation dieser Aussage musste Herr Schneider überfordert sein.

Es ist erstaunlich, dass es dagegen dem Deutschlandfunk immer wieder und immer noch gelingt, z.B. montags in seiner Sendung "Das politische Buch", auch am Beispiel des Buchs von Pappe (1), Aussagen unverfälscht zu vermitteln, auch wenn sie massiven Tabus entgegenlaufen.

Man muss auf keiner "payroll" stehen, um sich erwarteten Reaktionen bereits im Vorfeld geschmeidig zu entziehen (am besten, das passiert unbewusst, als Selbstzensur): etwa indem man einen bestimmten Redakteur mit einem Thema betraut. Warum nicht gleich Henryk M. Broder?

Ich spreche niemandem seine persönliche Integrität und seinen subjektiv "guten Willen" in dieser Frage ab; manche Dinge sind aber bereits entschieden, indem (!) man sie bestimmten Mitarbeitern überträgt. Und das ist hier geschehen.

Mit freundlichem Gruß,

Thomas Reinke 

T:I:S, 24. November 2007

Anmerkung

(1) Marcel Pott: 800.000 Menschen entwurzelt und 531 Dörfer zerstört. Historiker Ilan Pappé beschreibt die ethnische Säuberung in Palästina. Deutschlandfunk, 3. September 2007

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Thomas Immanuel Steinberg

titel thesen temperamente

Einem faschistischen Hetzer Geltung verschafft

In einer Mail an das Fernsehen des NDR habe ich den Vorwurf erhoben, die Sendung titel thesen temperamente habe dem faschistischen Hetzer Benny Morris Geltung verschafft.

Ich danke dem verantwortlichen Redakteur, Herrn Dr. Christoph Bungartz für die ausführliche Sammel-Stellungnahme (.doc-Datei) an mich und zehn weitere Leser-Mail-Schreiberinnen.

Meinen Vorwurf berücksicht Herr Dr. Bungartz dort wie folgt: 

Benny Morris, der in manchen Zuschriften als "Faschist" bezeichnet wird (was ich nicht weiter kommentieren möchte), kommt deswegen in unserem Beitrag zu Wort, weil Pappe seinerseits sich in seinem Buch mehrfach mit ihm auseinandersetzt...

[Zwischen Benny Morris und ilan Pappe, T:I:S] ... geht es ja eher um Begriffsdefinitionen als um die Leugnung von realer militärischer Gewalt von jüdischer Seite.

Der Beitrag [von Titel, Thesen, Temperamente, T:I:S] leugnet also gar nicht, dass Gewalttaten, ja Massaker stattgefunden haben...

Es trifft zu, daß der Historiker Ilan Pappe in seinem Buch Die ethnische Säuberung Palästinas mehrfach den Kollegen Benny Morris angreift, und zwar, weil Morris den Umfang, die Zielgerichtetheit und die Planhaftigkeit der begangenen Verbrechen bestreitet. Im Unterschied zur bisherigen jüdisch-israelischen Geschichtsschreibung leugnet Benny Morris aber nicht, daß Juden Palästinensern, sei es in geringerem, sei es in größerem Umfang, entsetzliche Gewalt angetan haben. Am wenigsten bestritt dies der Sendebeitrag des NDR.

Morris leugnet die Verbrechen an den Palästinensern nicht. Ihm geht es um mehr als um Tatsachen. Er wertet: Er heißt die Gewalttaten, unabhängig von Umfang und Systematik, ausdrücklich gut. Ohne sie "wäre hier kein jüdischer Staat entstanden", erklärte er in einem Ha'aretz-Interview von 2004 (.doc-Datei; dort , und hier unter Anmerkungen, finden sich die Links zu Ha'aretz). 

Damit nicht der geringste Zweifel an Morris' moralischer Position zu ethnischen Säuberungen und Ausrottungen bleibt, fügt er hinzu:

Even the great American democracy could not have been created without the annihilation of the Indians. There are cases in which the overall, final good justifies harsh and cruel acts that are committed in the course of history.

Zu Deutsch:

Sogar die großartige amerikanische Demokratie hätte nicht geschaffen werden können ohne die Vernichtung der Indianer. Es gibt Fälle, in denen das übergreifende letztendlich Gute harte und grausame Maßnahmen rechtfertigt, die im Laufe der Geschichte ergriffen werden.

Einem faschistischen Hetzer wie Benny Morris Tatsachen entgegen zu halten, wie Ilan Pappe es tut, ist das Eine. Etwas Anderes ist es, in einer Fernsehsendung über einen Streit die verwerflichen Meinungen eines der Streitgegner unerwähnt, und anschließend, nach ausdrücklichem Hinweis, unkommentiert zu lassen.

T:I:S, 23. November 2007

Nachtrag

Am 6. Mai 2008 berichtete Werner Pirker in der jungen Welt

...Dieser Friedenslogik gab der israelische Geschichtswissenschaftler Benny Morris, der früher einmal zu den zionistische Geschichtsmythen bloßlegenden »neuen Historikern« gehörte, unverhüllt Ausdruck. Da sich Teheran selbst durch das israelische Atomarsenal nicht abschrecken lasse, sagte er auf einer am vergangenen Wochenende in Wien durchgeführten Veranstaltung der »Stop the bomb!«-Kriegshetzer, gebe es nur eine Option. Israel müsse einen Präventivschlag gegen das iranische Atomprogramm führen: »Mit konventionellen Waffen. Und wenn das nicht reicht, dann mit unkonventionellen.« Morris stellte also ohne Umschweife einen nuklearen Präventivkrieg in Aussicht. »Viele unschuldige Menschen würden dabei sterben«, räumte der Israeli ein. Aber das sei immer noch besser als ein nuklearer Holocaust in Israel.

T:I:S, 6. Mai 2008

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/levante.htm#Th 

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Zochrot

Zochrot / Remembering, eine jüdisch-israelische Friedensgruppe, erforscht und dokumentiert die Entrechtung, Enteignung, Ermordung und Zwangsumsiedlung der Palästinenser vor und nach 1948: 

Homepage mit Links zu den Jahresberichten auf Englisch

Generaldelegation Palästinas, Artikel aus der Berliner Zeitung vom 19. Oktober 2004

 Sedek: A journal of the Nakba that's here , Übersetzung des hebräischen Originals aus Ha'aretz vom 19. September 2007

In linksliberalen Kreisen Israels hat man die von Zochrot zusammen mit Parhessia (oder Parhesia, von griechisch παρρησία, Freimütigkeit) herausgegebene Zeitschrift Sedek / Riß (.pdf-Datei mit kleinen und großen Fotos) mit Begeisterung aufgenommen, eine zweite Ausgabe ist in Vorbereitung;  auf rechter Seite hingegen hat man sie bislang ignoriert, schreibt Joseph Croitoru. In: Nakba auf Hebräisch. Israel erinnert sich an das Leid der Palästinenser. FAZ, 21. November 2007, S. 38. 

T:I:S, 22. November 2007

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/levante.htm#Zochrot 

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Betreff: Benny Morris über Ilan Pappe                An: ttt@ndr.de                         Datum: 19.11.07 12:58:17 Uhr 

An den NDR, Fernsehen, ttt

Sehr geehrte Damen und Herren,

am Sonntag, dem 18. November 2007 haben Sie dem Historiker Benny Morris mit Aussagen über den Historiker Ilan Pappe Geltung verschafft.

Morris hat in einem Ha'aretz-Interview 2004 die Vertreibung der Palästinenser aus Palästina gebilligt, ebenso wie die Vernichtung der Indianer durch die weißen Eroberer auf dem Gebiet der späteren Vereinigten Staaten von Nordamerika.

Das Interview findet sich in zwei Teilen hier: http://www.haaretz.com/hasen/pages/ShArt.jhtml?itemNo=380986&contrassID=2
und hier: http://www.haaretz.com/hasen/pages/ShArt.jhtml?itemNo=380984
Ich habe beide Teile diesem Mail als .doc-Datei beigefügt.

Ich wünsche nicht, daß das Fernsehen faschistischen Hetzern Geltung verschafft und erwarte von Ihnen eine öffentliche Stellungnahme.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Immanuel Steinberg

T:I:S, 19. November 2007

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/levante.htm#Benny 

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Thomas Immanuel Steinberg

Benny Morris, kein Ausrottungs-Leugner

Viele Zionisten leugnen die Verbrechen der Zionisten an den Palästinensern. Das ist böse, aber es ist kein Verbrechen, und sollte straffrei bleiben. Der Zionist Benny Morris hingegen hat die zionistischen Enteignungen, Vergewaltigungen, Vertreibungen und Massaker, begangen an den Palästinensern, ermittelt und aufgezeichnet – und er billigt sie (1): 

Ben Gurion war ein “Transferist”? 

Natürlich. Ben Gurion war ein Transferist. Er hatte begriffen, daß es keinen jüdischen Staat mit einer großen feindlichen arabischen Minderheit geben könne. Es würde keinen solchen Staat geben. Er würde nicht existieren können. 

Sie verurteilen ihn nicht. 

Ben Gurion hatte Recht. Hätte er nicht getan, was er tat, wäre kein Staat entstanden. Das muß klar sein. Daran kommt man nicht vorbei. Ohne die Ausrottung (2) der Palästinenser wäre hier kein jüdischer Staat entstanden. 

Aber vielleicht ein erträglicher. 

T:I:S, 19. November 2007

Anmerkungen

(1) Ari Shavit: Survival of the fittest. Ha'aretz, Interview mit Benny Morris, erster Teil: Arab minority in its midst. There would be no such state. It would not be able to exist."
I don't hear you condemning him.
"Ben-Gurion was right. If he had not done what he did, a state would not have come into being. That has to be clear. It is impossible to
evade it. Without the uprooting (2) of the Palestinians, a Jewish state would not have arisen here."

(2) Langenscheidts Handwörterbuch Englisch, Teil I, Englisch-Deutsch in der Neubearbeitung von Heinz Messinger, Verlag Langenscheidt Berlin, Münschen, Wien, Zürich, New York, 6. Auflage 1994 auf S. 701, 3. Spalte: uproot v/t. 1. ausreißen; Baum etc. entwurzeln (a. fig.) 2. fig. herausreißen (from aus) 3. fig. ausmerzen, -rotten.

Der zweite Teil des Ha'aretz-Interviews mit der Datumsangabe 09/01/2004 steht hier, mit weiteren offen faschistischen Bekenntnissen wie diesem: "Even the great American democracy could not have been created without the annihilation of the Indians. There are cases in which the overall, final good justifies harsh and cruel acts that are committed in the course of history."

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/levante.htm#Morris 

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Adrienne Göhler

Es stellt sich die Frage, ob man der Realität ins Gesicht sehen will. Denn die israelische Mauer durchschneidet zu 80 Prozent palästinensisches Gebiet, nur 20 Prozent trennen Israelis von Palästinensern. berlinonline

Göhler liegt, was das Westjordanland betrifft, fast richtig: Nahezu 100 Prozent der israelischen Mauer durchschneiden palästinensisches Gebiet, siehe West Bank Map.

T:I:S, 29. Oktober 2007

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/levante.htm#Adrienne 

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Deutsche Ausfuhr in den Iran, nach Israel und in die USA

Deutsche Streiter für die israelische und US-amerikanische und gegen die iranische Staats- und Regierungspolitik behaupten, die Politik der Bundesregierung folge den Interessen der deutschen exportabhängigen Unternehmen. Die deutsche Ausfuhr in den Iran betrage viele Milliarden Euro. Daher zögere die Bundesregierung, sich den US-amerikanischen Sanktionen gegen den Iran anzuschließen. 

Welche Bedeutung hat die deutsche Ausfuhr in die genannten Länder? 

Rangfolge der Handelspartner, Ausfuhr der Bundesrepublik Deutschland 2006*

Rang

Bestimmungsland

Milliarden Euro

Anteil

40

Iran

4,1

0,5 %

43

Israel

2,7

0,3 %

2

USA

78,0

8,7 %

 

Alle Länder

896,0

100,0 %

    * Quelle: Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2007, vorläufige Ergebnisse; im Internet hier 

Die USA auf Rang 2 (nach Frankreich auf Platz 1) der Bestimmungsländer sind wichtig, der Iran auf Platz 40 und Israel auf Platz 43 dagegen fast unwichtig. 

Die vier Milliarden Euro aus dem Iran machen gerade einmal ein halbes Prozent der deutschen Exporterlöse aus. 

T:I:S, 26. Oktober 2007

Aktualisierung 

Rangfolge der Handelspartner, Ausfuhr der Bundesrepublik Deutschland 2007*

Rang

Bestimmungsland

Milliarden Euro

Anteil

42

Iran

3,6

0,4 %

44

Israel

2,6

0,3 %

2

USA

73,4

7,6 %

 

Alle Länder

969,0

100,0 %

    * Quelle: Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2008, vorläufige Ergebnisse; im Internet hier, .pdf-Datei.

 T:I:S, 2. April 2008

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/levante.htm#Ausfuhr

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Arc de Triomphe, 22. Oktober 2007                                    Quelle

Während der Kriegstreiber Nicolas Sarkozy (Paris) und der Kriegsverbrecher Ehud Olmert (Tel Aviv) nebenan Mittag aßen, forderten junge Aktivisten der Génération Palestine aus Frankreich, Belgien und der Schweiz das Ende der Zusammenarbeit von Frankreich und Europa mit Israel, insbesondere den Abbruch der militärischen Zusammenarbeit.

T:I:S, 23. Oktober 2007; siehe dazu UJFP

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/levante.htm#triomphe 

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Victor Kocher

Im Würgegriff Tel Avivs – Der Gazastreifen als Spielball israelischer Politik

– Auszüge –

Würgeschlinge 

...Gaza ist ein überaus dicht besiedelter Küstenstreifen mit anderthalb Millionen Einwohnern. Er ist rundum durch einen gewaltigen Zaun und die israelische Küstenwache abgeschottet. Die einzigen Zugänge, auch derjenige im äussersten Süden nach Ägypten, werden von den Israelis kontrolliert, daran hat auch der Abzug aus Gaza vor zwei Jahren nichts geändert. Auch die Elektrizitätswerke im Streifen sind weiter Angriffen der Luftwaffe ausgesetzt. Indem die Israelis diese Würgeschlinge seit Jahren immer enger gezogen haben, machen sie das Überleben der Palästinenser von Gaza zum Spielball ihrer Politik...

10 tote Israelis

...Die bewaffnete Machtübernahme der Hamas im Juni hat zu dem israelischen Würgegriff nun noch denjenigen der palästinensischen Regierung in Ramallah hinzugefügt. Das einzige, was seither in Gaza Konjunktur hat, ist der Widerstandskampf, das heisst die Nadelstiche mit Kassam-Raketen, oft gegen benachbarte israelische Ortschaften wie Sederot. Für die Israelis bringt das vor allem Irritation und Unsicherheit im Volk, etwa 2000 Raketenschläge in den letzten 2 Jahren haben weniger als 10 Todesopfer gefordert...

Brutales Durchkämmen und riesige Gefangenenlager

... träumen die Militärs davon, die ganze Hamas-Bewegung gewaltsam auszurotten? Der frühere Ministerpräsident Scharon hatte bei seinem Anti-Terror-Krieg seit dem Jahre 2002 schon ganze Teile Gazas blutig wiedererobert, militärische Anlagen und Raketenlabors zerschlagen und die höchsten Hamas-Führer mit Raketenangriffen liquidiert. Heute, da die Hamas in dem Streifen eine geordnete Miliz von über zehntausend Mann, Tausende von Untergrundkämpfern und viele Zehntausende von Sympathisanten hat, erforderte das wohl ein brutales Durchkämmen der gesamten wehrfähigen Bevölkerung und die Eröffnung von riesigen Gefangenenlagern. 

Katjuscha-Raketen?

Doch würde eigentlich eine militärische Pufferzone im Norden und Osten von Gaza fürs erste ausreichen, um die meisten dieser primitiven Kassam-Geschosse mit einer Reichweite zwischen 3 und 9 Kilometern abzuhalten. Was geschieht allerdings, wenn die Palästinenser die ersten Katjuscha-Raketen mit grossen Reichweiten erhalten?...

Zwischenüberschriften von T:I:S. Der israelische Staat beansprucht Jerusalem als Hauptstadt; dort befindet sich jedoch keine Botschaft: Auch die der USA steht in Tel Aviv. Textquelle: Deutschlandfunk – Frühkommentar v. 23. September 2007, 06:05 Uhr. Der Vier-Minuten-Beitrag ist als mp-3-Audio-Datei abrufbar, das vollständige Manuskript mailt der hoererservice(at)dradio.de auf Anfrage.

Victor Kocher ist Nahostkorrespondent der Neuen Zürcher Zeitung. Er lebt in Limassol auf Zypern. 

T:I:S, 24. September 2007

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/levante.htm#Kocher 

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UJFP – Jüdisch-französische Union für den Frieden 

 Eine bewaffnete Aktion, kein terroristischer Akt

Am 10. September 2007 haben palästinensische Kombattanten eine Rakete auf eine Basis der israelischen Armee in der Stadt Ashkelon nördlich des Gazastreifens geschossen. Der Angriff hat 57 Soldaten verletzt, keine Zivilperson ist zu betrauern. Diese bewaffnete Aktion kommt als Antwort auf die täglichen Bombardierungen und Überfälle der israelischen Armee auf den Gazastreifen, denen in den letzten Wochen zahlreiche Zivilisten zum Opfer gefallen sind. Als Reaktion auf die Operation gegen die israelische Militärbasis in Ashkelon hat der israelische Premierminister Olmert sogleich gedroht, „hart gegen terroristische Gruppen zuzuschlagen, die an derartigen Angriffen beteiligt sind.“ 

 

Kommentarlose Übernahme

 

Diese Erklärung ist ohne Kommentar von der französischen Presse übernommen worden. Indes ist nichts an dieser bewaffneten Aktion terroristisch. Allein auf  Soldaten wurde gezielt, allein Soldaten wurden getroffen. Es handelt sich also um einen legitimen Widerstandsakt, wie vom Kriegsrecht definiert. Wenn Olmert den Konflikt beenden will, sagen wir: Wir halten mit! Doch dafür gilt es nicht, gegen die palästinensischen Kombattanten „hart zuzuschlagen“. Es gilt vielmehr, die Besatzung zu beenden. Dafür muß Israel die Blockade des Gazastreifens beenden, die Mauer auf der Westbank schleifen und alle seine Siedler aus den palästinensichen Gebieten abziehen. 

 

Hölzerne Diplomatensprache

 

Unterdessen ist Bernard Kouchner, der französische Außenminister in der Region, um Olmert und den palästinensichen Präsidenten Mahmud Abbas zu treffen. Dieser Besuch dient der Vorbereitung der internationalen Konferenz über den Nahen Osten im November auf Anregung des amerikanischen Präsidenten George Bush. Offizielle israelische Stellen haben Genervtheit und Mißtrauen signalisiert angesichts eines französischen Engagements in dieser Sache. Mit Grund: Tel Aviv hat es lieber einzig mit den Vereinigten Staaten zu tun, die sich mit Leib und Seele seiner widmen und auf die es bedingungslos zählen kann. Aus dieser Sicht wäre ein französisches und europäisches Engagement im Nahen Osten eine gute Sache. Allerdings hängt alles davon ab, was Frankreich daraus machen will. Im Augenblick hat sich Kouchner auf vorsichtige Erklärungen beschränkt, ohne konkrete Vorschläge zu machen, und das ganze in einer hölzernen Diplomatensprache, um seinen israelischen Partner nicht zu verunsichern. 

 

Der Weg zum Frieden

 

Es braucht weit mehr. Wir ermutigen zu einem vertieften Engagement Frankreichs und Europas, wir rufen den Quay d’Orsay und den Élysée-Palast zu einer festeren Sprache auf, damit Israel verpflichtet wird, seinen Verpflichtungen nachzukommen, sich internationalem Recht zu beugen und die UNO-Resolutionen zugunsten der legitimen Rechte des palästinensichen Volkes umzusetzen. Das ist der Weg zum Frieden, Herr Olmert, nicht „harte Schläge gegen terroristische Gruppen“. 

 

Übersetzung und Zwischenüberschriften: Thomas Immanuel Steinberg. Zur Union Juive Française pour la Paix

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/levante.htm#UJFP 

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UJFP – Union Juive Française pour la Paix

Une action armée, pas un acte terroriste

Le 10 septembre, des combattants palestiniens ont tiré une roquette contre une base de Tsahal située dans la ville israélienne d’Ashkelon, au nord de la Bande de Gaza. L’attaque a fait 57 blessés parmi les militaires ; aucune victime civile n’est à déplorer. Cette action armée vient en réponse aux bombardements et aux raids quotidiens de l’armée israélienne contre la Bande de Gaza qui, eux, ont fait de nombreuses victimes parmi la population civile au cours des dernières semaines. En réaction à l’opération qui a touché la base de Tsahal à Askelon, le premier ministre israélien Ehoud Olmert a aussitôt menacé de « frapper fort contre des groupes terroristes impliqués dans ce genre d’attaque ». 

 

Cette déclaration a été reprise sans commentaire par la presse française. Et pourtant, il n’y avait strictement rien de terroriste dans cette action armée. Les militaires étaient les seuls visés et les seuls touchés ; il s’agit donc d’un acte de résistance légitime tel que défini par les règles de la guerre. Si Olmert veut mettre fin au conflit, nous disons banco ! Mais pour cela, il ne s’agit pas de « frapper fort » contre des combattants palestiniens. Il s’agit plutôt de mettre fin à l’occupation. Dans ce but, il faut qu’Israël enlève son blocus contre Gaza, démantèle le Mur en Cisjordanie et de rapatrie l’ensemble de ses colons des territoires palestiniens. 

 

Pendant ce temps, Bernard Kouchner, ministre français des Affaires étrangères, est dans la région pour rencontrer Olmert et le président palestinien Mahmoud Abbas. Cette visite vient en préparation de la conférence internationale sur le Proche-Orient prévue pour le mois de novembre, sur l’initiative du président américain George Bush. Les autorités israéliennes ont montré des signes d’agacement et de méfiance à un engagement de la France dans ce dossier. Et pour cause : Tel-Aviv préfère les seuls États-Unis, voués corps et âme à sa cause et sur qui il peut compter de façon inconditionnelle. De ce point de vue, un engagement français et européen au Proche-Orient serait une bonne chose. Mais encore, tout dépend ce que la France entend en faire. Pour le moment, Kouchner s’est contenté de déclarations prudentes sans avancer de propositions concrètes, le tout avec une langue de bois diplomatique destiné à rassurer son partenaire israélien.

 

Il en faut beaucoup plus. Tout en encourageant un engagement plus approfondi de la France et de l’Europe, nous appelons le Quai d’Orsay et l’Élysée à un discours plus ferme afin d’obliger Israël à remplir ses obligations, à s’incliner devant le droit international et à appliquer les résolutions de l’ONU en faveur des droits légitimes du peuple palestinien. Tel est le chemin de la paix, Monsieur Olmert, pas des « frappes fortes contre des groupes terroristes ».

 

T:I:S, 11. September 2007. 

 

Voir aussi Union Juive Française pour la Paix

 

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/levante.htm#Union 

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Siehe auch: Israel als Warnung. Wenn der Frieden sich nicht mehr lohnt, unter Naomi Klein. T:I:S, 27. Dezember 2007

Naomi Klein

Israel, Labor für eine Festungswelt

Vorbemerkung des US-amerikanischen Herausgebers: Dieser Artikel* wurde um Angaben über aktuelle Entwicklungen im Gazastreifen ergänzt.

Gaza in den Händen der Hamas; maskierte Kämpfer im Präsidentenstuhl; die Westbank auf der Kippe; eilig werden israelische Armeelager in den Golanhöhen aufgeschlagen; ein Spionagesatellit über dem Iran und Syrien; der Krieg mit der Hizbollah gerade vorbei; eine skandalgeschüttelte politische Klasse vor dem Verlust jeder Glaubwürdigkeit.

Auf den ersten Blick steht es nicht gut um Israel. Doch merkwürdig bei all dem Chaos und Gemetzel: Die israelische Wirtschaft boomt, als schrieben wir 1999; die Börse floriert; die Wachstumsraten nähern sich den chinesischen. Warum?

Thomas Friedmans Theorie

Thomas Friedman bot kürzlich in der New York Times seine Theorie an: Israel „nährt und belohnt individuellen Erfindungsgeist“, und daher brüten seine Menschen ständig geniale Hightech-Startups aus – egal, was für einen Mist seine Politker bauen. Nachdem er Ingenieur- und IT-Projekte von Studenten der Ben-Gurion-Universität durchgesehen hatte, prägte er einen seiner berühmten Als-ob-Sinnsprüche: Israel  „hat Öl entdeckt.“ Dieses Öl lagere offenbar in den Köpfen israelischer „junger Erneuerer und Venture-Kapitalisten“, die mit Megadeals mit Google zu beschäftigt seien, als daß Politik sie bremsen könnte.

Eine andere Theorie

Hier ist eine andere Theorie: Die israelische Wirtschaft boomt nicht trotz des politischen Chaos, das die Schlagzeilen beherrscht, sondern gerade deswegen. Diese Phase der Entwicklung setzte Mitte der neunziger Jahre ein, als Israel zur Vorhut der informationellen Revolution gehörte – dem am meisten technikabhängigen Wirtschaftzweig auf der Welt. Nach dem Platzen der Dot-Com-Blase im Jahre 2000 war die israelische Wirtschaft verwüstet und stand vor ihrem schlimmsten Jahr seit 1953. Dann kam der 11. September 2001, und plötzlich eröffneten sich neue Gewinnaussichten für jede Firma, die behauptete, sie könne Terroristen in einer Menschenmenge identifizieren, Grenzen gegen Angriffe absichern oder Geständnisse aus verstockten Gefangenen herausholen.

Konversion zu einer Kriegsindustrie

Binnen drei Jahren wurden weite Teile der israelischen Technikbranche radikal konvertiert. Mit Friedman ausgedrückt: Israel ging von der Erfindung von Werkzeugen für die Netze einer „flachen Welt“ zum Verkauf von Zäunen für einen Apartheid-Planeten über. Viele der erfolgreichsten Unternehmer des Landes nutzen Israels Status eines befestigten Landes, das von wütenden Feinden umgeben ist, als eine Art Rund-um-die-Uhr-Ausstellungsraum – als lebendiges Beispiel für den Genuß relativer Sicherheit mitten im Dauerkrieg. Und der Grund, weshalb Israel jetzt ein Hyperwachstum genießt, ist der, daß diese Firmen emsig der Welt dieses Modell verkaufen.

Debatten über den israelischen Waffenhandel stellen gewöhnlich auf den Zufluß ins Land ab – US-amerikanische Caterpillar-Bulldozer zur Zerstörung der Wohnhäuser auf der Westbank; und britische Firmen, die F-16-Teile liefern. Übersehen wird das gewaltige, und wachsende, Ausfuhrgeschäft. Israel exportiert zur Zeit „Verteidigungs-“Güter im Werte von 1,2 Milliarden Dollar in die Vereinigten Staaten – ein dramatischer Anstieg, verglichen mit 270 Millionen Dollar 1999. 2006 exportierte Israel Rüstungsgüter im Werte von 3,4 Milliarden Dollar – weit über eine Milliarde mehr, als es an Miltärhilfe von den USA erhielt. Israel ist jetzt der viertgrößte Waffenhändler auf der Welt – vor Großbritannien.

Ein großer Teil des Wachstums wurde in der sogenannten „Heimatland-Sicherheits-“Branche erzielt. Vor dem 11. September 2001 existierte kaum eine Industrie für Heimatland-Sicherheit. Ende dieses Jahres wird der Export dieses Wirtschaftszweigs 1,2 Milliarden Dollar erreichen – eine Steigerung um 20 Prozent. Schlüsselprodukte und -dienste sind: Hochtechnologie-Zäune, Drohnen, biometrische Ausweise, optische und akkustische Überwachungsgeräte, Flugpassagier-Profile und Verhörsysteme – genau die Werkzeuge und Techniken, mit denen Israel die besetzten Gebiete abgeriegelt hat.

Israelischer Vorsprung

Und daher kommt es, daß das Chaos in Gaza und in der übrigen Region die Bilanz in Tel Aviv nicht gefährdet, sondern sogar verbessern könnte. Israel hat es verstanden, den endlosen Krieg in einen Pluspunkt zu verwandeln: Es bot die Entwurzelung, Besatzung und Eindämmung des palästinensischen Volkes als Halbjahrhundert-Vorsprung auf im  „globalen Krieg gegen den Terror“.

Es ist kein Zufall, daß die studentischen Projekte an der Ben-Gurion-Universität, die Friedman so beeindruckten, Namen tragen wie „Innovative Kovarianz-Matrizen zur Punkt-Ziel-Ermittlung in hyperspektralen Bildern“ oder „Algorithmen zur Ermittlung und Umgehung von Hindernissen“. Dreißig Heimatland-Sicherheitsfirmen wurden in Israel allein in den letzten sechs Monaten gegründet, großenteils dank üppiger staatlicher Subventionen. Sie haben die israelischen Streitkräfte und die Universitäten des Landes in Brutkästen für Sicherheits- und Rüstungsneugründungen verwandelt – was bei Debatten über Wissenschaftler-Boykotts im Auge zu behalten ist.

Eine Messe in Paris

Nächste Woche werden die bestplazierten Firmen nach Europa zur Pariser Luftfahrtschau reisen, dem Gegenstück der Rüstungsindustrie zur Modewoche. Einer der israelischen Aussteller ist Suspect Detection Systems (Systeme zur Ermittlung von Verdächtigen, SDS) mit seinem Cogito 1002, einem weißen Science-Fiction-Sicherheitskiosk, der Fluggästen eine Reihe von computer-generierten Fragen stellt, die auf ihr Herkunftsland zugeschnitten sind. Dabei müssen sie ihre Hand auf einen „Bio-Rückkoppelungs-“Sensor legen. Das Gerät ermittelt die Körperreaktionen auf die Fragen, und bestimmte Reaktionen markieren den Fluggast als „verdächtig“.

Wie Hunderte anderer israelischer Sicherheits-Neugründungen brüstet sich SDS damit, daß es von ehemaligen israelischen Geheimpolizisten gegründet wurde und daß seine Produkte an Palästinensern getestet wurden. Nicht nur hat die Firma die Bio-Rückkoppelungs-Terminals an einer Kontrollstelle auf der Westbank ausprobiert; sie behauptet, das „Konzept (sei) bestätigt und verbessert worden durch Kenntnisse, die aus der Analyse von Tausenden von Fallstudien zu Selbstmordattentätern in Israel gewonnen und dann eingebaut wurden.“

Ein anderer Star auf der Pariser Luftfahrtschau wird der israelische Rüstungsriese Elbit sein, der seine unbemannten Fluggeräte Hermes 450 und Hermes 900 zeigen will. Presseberichten zufolge setzte Israel im Mai dieses Jahres die Drohnen bei Bombardierungen im Gazastreifen ein. Nach Tests in den besetzten Gebieten werden sie exportiert: Die Hermes wurde bereits an der Grenze zwischen Mexiko und Arizona eingesetzt; Cogito-1002-Terminals werden auf einem ungenannten US-Flughafen im Einsatz überprüft; und Elbit, eine der Firmen hinter der israelischen „Sicherheitsanlage“, hat sich mit Boeing zusammengetan, um für 2,5 Milliarden Dollar den „virtuellen“ Grenzzaun des Department of Homeland Security rund um die Vereinigten Staaten zu bauen.

Meerschweinchen

Seit Israel seine Politik der Abriegelung der besetzten Gebiete mit Kontrollstellen und Mauern begann, haben Menschenrechtsaktivisten Gaza und die Westbank oft mit Freiluftgefängnissen verglichen. Aber bei der Recherche über die Explosion der israelischen Heimatland-Sicherheitsbranche – ein Thema, das ich in einem bald erscheinenden Buch näher beleuchte (The Shock Doctrine: The Rise of Disaster Capitalism) – erschüttert mich, daß beide auch etwas anderes sind: Labors, in denen die erschreckenden Werkzeuge unserer Sicherheitsstaaten im Feld getestet werden. Palästinenser – ob auf der Westbank lebend, oder in dem Gebiet, das die israelischen Politker bereits „Hamasistan“ nennen – Palästinenser sind nicht mehr nur Ziele. Sie sind Meerschweinchen.

Israelisches Öl

So hat Friedman in gewisser Weise Recht: Israel ist auf Öl gestoßen. Aber nicht die Erfindungsgabe seiner Technik-Unternehmer ist das Öl. Das Öl ist der Krieg gegen den Terror, der Zustand ständiger Angst, der ein bodenloses Faß der Nachfrage aufmacht nach Vorrichtungen, die „Verdächtige“ überwachen, belauschen, eindämmen und ins Visier nehmen. Angst, so stellt sich heraus, Angst ist die ultimative erneuerbare Ressource.

T:I:S (Übersetzung und Zwischenüberschriften), 23. Juli 2007

*Naomi Klein: Laboratory for a Fortressed World. The Nation, posted June 14, 2007 (July 2, 2007 issue)

Nachbemerkung des Übersetzers: Öl und und Gas winken dem Imperialismus als Beute im Irak, im Iran, in Mittelasien, in Afrika, Lateinamerika – und schließlich in Rußland. Der Erbeutung dient das Waffenarsenal, das wiederum mit Öl betrieben wird. Energierohstoffe und Rüstung versprechen (neben illegalisierten Rauschmitteln) dem Kapital die höchsten Gewinne. Es sichert sich die Gewinne gegen inneren und äußeren Widerstand – durch Rüstung. Das US-amerikanische und das israelische Kapital gehen voran, das deutsch-europäische folgt auf dem Fuße.

T:I:S, 23. Juli 2007. Links zu Naomi Kleins 2007 erschienenem Buch Die Schock-Strategie.

Siehe auch: Israel als Warnung. Wenn der Frieden sich nicht mehr lohnt, unter Naomi Klein. T:I:S, 27. Dezember 2007

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/levante.htm#Naomi 

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Thomas Immanuel Steinberg

Phobischer Forscher

Gunnar Heinsohn in der Financial Times Deutschland

In der Nacht vom 8. auf den 9. November 1938 versuchten nur Mutige, die nahe Synagoge vor den brandschatzenden Nazis zu retten. Anders 2007: Da legt sich in Bremen Gunnar Heinsohn, Leiter des Raphael-Lemkin-Instituts für Xenophobie- und Genozidforschung, gegen ferne Synagogenbrände ins Zeug:

Am 11. September 2005 hatte Israel den Gazastreifen geräumt. Am nächsten Tag gingen vier Synagogen in Flammen auf. Eine jubelnde Allianz aus jungen Männern von Hamas und Fatah feierte die Entweihungen als Leuchtfeuer für die Zukunft eines unabhängigen Palästina. Heute kooperieren die Kämpfer beider Bewegungen immer noch bei Angriffen auf den verhassten Nachbarn. (1)

Das mutet an wie einst bei uns. Doch hier der Hergang.

Die israelische Armee hatte den Gazastreifen 1967 besetzt und später 8500 Jüdinnen und Juden dort angesiedelt. Die Siedler errichteten zwanzig Synagogen in ihren Wehrdörfern. Als die israelische Regierung nach 38 Jahren Besatzung angekündigte, sie werde die Siedler im Gazastreifen nicht länger vor der Wut der knapp 1,5 Millionen palästinensischen Bewohner schützen, aber ihren Umzug nach Israel oder in die Wehrsiedlungen auf der besetzten palästinensischen Westbank großzügig unterstützen, packten sie die Sachen. Alles Sakrale wurde aus den Gotteshäusern entfernt, die Besatzungsmacht fing an, sie abzureißen. Inner-israelische Opposition verhinderte jedoch den Abriß einiger leerer Gebäude: Das wäre eine größere Sünde, als sie den Palästinensern zu überlassen. Als die Israelis abgezogen waren, tobten sich wie erwartet jugendliche Palästinenser am verbliebenen Gemäuer aus. (2) 

Gunnar Heinsohn verkürzt und verfälscht den Vorgang zu einer Pogromhandlung. Er schürt den Fremdenhaß, den er zu erforschen vorgibt. 

T:I:S, 14. Juni 2007. Siehe auch Gunnar Heinsohn, T:I:S, 12. September 2011 

(1) Gunnar Heinsohn: Der Geburtsfehler. Financial Times Deutschland, 14. Juni 2007, S. 30. Der Autor spricht im Rest des Artikels von den jüdischen und den palästinensischen Jungen wie von Kanonenfutter, und von palästinensischem  „Vermehrungserfolg“ wie bei der Kaninchenzucht. Die geballten Obszönitäten sind in einer .jpg-Datei (600 KB) zu besichtigen. 

(2) ORF Religion aus Österreich schildert den Hergang.

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/levante.htm#T 

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Sophia Deeg

Tausende nach Israel Verschleppte

Zum Tag des palästinensischen Gefangenen am 17. April 2007

 Im Gefängnis von Jericho saßen bis vor einem Jahr normale palästinensische Gefangene ein, außerdem sechs prominente, die eine Zeitlang das einzigartige Privileg genossen, vor der Ermordung oder Entführung durch die israelische Armee geschützt zu werden. Seither hat sich der Zustand der Sechs normalisiert, insofern sie nun auch zu den derzeit rund 9000 aus den besetzten palästinensischen Gebieten nach Israel in Lager, Gefängnisse und Verhörzentren verschleppten Palästinensern gehören. 

Im frühen Morgen des 14. März 2006 zogen sich die britischen und amerikanischen Beschützer des Gefängnisses zurück und überließen es den umgehend vorrückenden israelischen Panzern und Bulldozern – letztere eigens von der Firma Caterpillar zum Niederwalzen von Häusern in den besetzten Gebieten gerüstet. 

Überall auf der Welt greift die Methode des Verschleppens von „Verdächtigen“ im Rahmen des globalen „Kieges gegen den Terror“ zu, wie auch die schwarzen Löcher, die Kerker und Folterzentren zunehmen, in denen sie verschwinden. An diesen Orten wird vollendet, was auch „draußen“ immer normaler wird: Schutzlosigkeit, Rechtlosigkeit, Freigabe zur Vernichtung. Auch die Situation der palästinensischen Gefangenen hat sich signifikant verschlechtert. Nadi al-asir al-Falistini, eine UnterstützerInnen-Organisation, vermutet, dass Israel, „wie die Vereinigten Staaten in Guantanamo und Abu Ghreib“ „unter dem Vorwand, die palästinensischen Gefangenen seien ‚Terroristen’“ „eine Situation schaffen will, in der es sich gänzlich frei macht von diversen internationalen Abkommen“.  

Die Palästinenser zahlen dafür, dass sie nicht aufhören, auf ihren Rechten zu beharren, seit vierzig Jahren einen ständig steigenden Preis an Toten, Gefangenen, vereiteltem Leben. Es gibt keine Familie in den bestetzten Gebieten, die im Laufe der Jahre nicht davon betroffen wäre, dass einer der Ihren für kürzere oder längere Zeit in Haft sitzt. Dabei zählen die meisten Gefangenen, unter ihnen ein paar hundert Kinder, weder zum bewaffneten Widerstand noch sind sie politisch aktiv. Derzeit sitzen Tausende palästinensischer Häftlinge in „Administrativhaft“, d.h. ohne Anklage bzw. aufgrund geheimer Dossiers. Die Haft kann alle sechs Monate verlängert werden, beliebig oft. In den Gefangenen kristallisiert sich das Unrecht der Besatzung, aber auch die Einheit des Widerstands aller politischen Strömungen. So ist es kein Zufall, dass führende politische Köpfe der palästinenstinensischen Parteien und Fraktionen aus dem Gefängnis heraus bereits im vergangenen Sommer ein Abkommen, The Prisoners’ Document, für eine Regierung der nationalen Einheit aushandeln konnten, als dies unter den palästinensischen Politikern „draußen“ (aufgrund des US-amerikanischen Drucks) nicht möglich war.  

Wer in Palästina seine Oliven erntet, zur Schule geht, ein Fest feiert  – oder es trotz der Widrigkeiten der Besatzung doch versucht – übt sich im sumoud, im Ausharren. Er weiß, dass er für einen Steinwurf gegen einen Panzer oder für rein gar nichts auf unbestimmte Zeit in einem israelischen Lager in den besetzten Gebieten verschwinden kann oder in Israel selbst, in dem berüchtigten Verhörzentrum Muskowija in Jerusalem oder in der Hölle des Geheimgefängnisses 1391, in das kein Recht reicht und zu dem weder das Rote Kreuz noch sonst eine humanitäre Organisation Zutritt hat. Er oder sie weiß es und wirft trotzdem den Stein. Und feiert trotzdem das Fest. Die Gefangenschaft ist Teil des Ausharrens, des sumoud in Palästina – und das Ausharren ist vielleicht das größte Problem für die Besatzungsmacht. 

So jedenfalls sah es Rehavam Zeevi, der Verfechter des „Transfer“ als „Lösung des Problems“. Damit ist die Vertreibung der Palästinenser gemeint, die, allem Besatzungs-Terror zum Trotz, immer noch zahlreich da sind. Zeevi, Ex-General und Ex-Minister, ein mächtiger Mann in Israel, wurde am 17. Oktober 2001 von einem Kommando der PFLP (Popular Front for the Liberation of Palestine, der bedeutendsten linken Strömung unter den Palästinnesern) ermordet. 

Die Täter entkamen. Als die palästinensische Autonomiebehörde mehrere PFLPler festsetzte, darunter auch den Vorsitzenden Ahmed Saadat, handelte sie unter dem Druck der „internationalen Gemeinschaft“, die nicht Rechtsstaatlichkeit verlangte, sondern Trophäen im „Kampf gegen den Terror“. Unterdessen wurden die Muqatta von Ramallah und das dortige Gefängnis von der israelischen Armee belagert und unter Beschuss genommen. Ein multilateraler Kuhhandel ergab: Das israelische Militär zieht sich von der Muqatta unter der Bedingung zurück, dass „den Mördern“ des Ex-Ministers der Prozess gemacht wird und sie im palästinensischen Gefängnis von Jericho unter der Kontrolle und in der Verantwortung britischer und amerikanischer Geheimdienstvertreter einsitzen. Ein Schauprozess von einer halben Stunde endete mit dem Urteil, das bereits gefallen war. Die Forderung der Palästinenser nach Entsendung einer UN-Untersuchungskommission nach Jenin, wo kurz zuvor ein Massaker sattgefunden hatte, blieb unerfüllt. 

März 2007. T:I:S, 24. April 2007

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Was geschieht eigentlich hinter der Mauer in Palästina?

Ellen Rohlfs hat eine Dokumentation vorgelegt

Viele Menschen im deutschsprachigen Raum sind sich unsicher über das Geschehen in Israel und Palästina. Ellen Rohlfs war über zwanzigmal im Konfliktgebiet und hat in den letzten drei Jahren zahllose englischsprachige Nachrichten, Kommentare und Dokumente ins Deutsche übersetzt. Die meisten davon waren bisher nur im Internet zugänglich. Rohlfs hat jetzt Teile davon in Auszügen drucken lassen.

Rohlfs' Dokumentation zeigt: Lange vor Gründung Israels leugneten die Zionisten die Existenz eines palästinensischen Volkes. Sie dehumanisierten, diskriminierten und dämonisierten die Palästinenser. Heute haben die Palästinenser keine Menschenrechte, kein Recht auf Hausbau, kein Recht auf die eigenen Ressourcen, kein Recht auf Arbeit oder Lebensunterhalt. Man kann sie verletzen, man kann sie töten.

Die Herausgeberin und Autorin hat der Dokumentation Überlegungen zur Definition von Völkermord und zur Berechtigung vorangestellt, das Thema zu behandeln und Partei zu ergreifen. Sie hat eigene Gedichte und Prosa dazwischen gestellt. Einige vollständige Aufsätze sind angefügt: so vom  jüdisch-israelischen Historiker Ilan Pappe, von Uri Avnery und von der palästinensischen Frauenrechtlerin Lama Hourani; und das von Michel Warschawski in Givat Olga im Jahre 2004 mitunterzeichnete Olga-Dokument.

Wie Warschawski, so ist auch Rohlfs überzeugt: Die israelischen Verbrechen gegen die Palästinenser fachen den palästinensischen Widerstand immer wieder an. Sie schüren den inzwischen weltweiten Haß auf die israelische Regierung und ihre Parteigänger und zerrütten den jüdischen Teil der israelische Gesellschaft.

Zweifler können die Karte vom Verlauf der israelischen Mauer innerhalb des palästinensischen Westjordanlandes aufschlagen, die den Band abschließt. Sie ist das sichtbarste jüdisch-israelische Instrument zum schleichenden Völkermord an den Palästinensern.

T:I:S, 2. April 2007

Ellen Rohlfs(Hrsg.): „NIE WIEDER!“? Was geschieht eigentlich hinter der Mauer in Palästina? „Nur“ Verbrechen gegen die Menschlichkeit? oder Schleichender Völkermord? Dokumentation. Vorwort von Hajo Meyer. Selbstverlag 2007. Zu beziehen über Ellen.Rohlfs(at)freenet.de – Schutzgebühr 10 Euro einschließlich Verpackung und Versand

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Umerziehung

Pedro Kreye antwortet Claus Christian Malzahn

„Mir sind ‚die Amerikaner’ nicht zu fett oder so was, sondern die US-Regierung und die Kräfte hinter ihr sind mir einfach zu massenmörderisch.“

Umerziehung (.rtf-Datei), T:I:S, 30. März 2007

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Uri Avnery

Du und ich und der nächste Krieg

„WIR SIND bereit für den nächsten Krieg,“ sagte ein Reservesoldat diese Woche zu einem Fernsehreporter, der  über ein Brigademanöver  auf den Golanhöhen  berichtete. 

Was für ein Krieg? Gegen wen? Aus welchem Grund? Das wurde nicht gesagt, ja, nicht einmal gefragt. Der Soldat sah es als selbstverständlich an, dass bald ein Krieg  ausbrechen werde, und es scheint, dass es für ihn nicht besonders interessant war,  gegen wen dieser gerichtet sein wird. 

Politiker sind es gewohnt, sich vorsichtiger auszudrücken – z.B. mit Worten wie „Falls ein Krieg – Gott bewahre  – ausbrechen sollte…“ Doch im  öffentlichen Diskurs Israels wird der nächste Krieg wie ein Naturphänomen betrachtet, so wie der Sonnenaufgang am nächsten Morgen. Natürlich wird der nächste Krieg ausbrechen. Die einzige Frage lautet: gegen wen? 

UND TATSÄCHLICH – gegen wen? Vielleicht noch einmal gegen die Hisbollah? 

Das ist  möglich. In der Knesset und in den Medien gab es in dieser Woche eine lebhafte Debatte über die Frage, ob die Hisbollah wieder über dieselbe militärische Stärke verfüge, die sie vor dem zweiten Libanonkriegs hatte, oder nicht.

In einem Knesset-Komitee gab es eine heftige Auseinandersetzung zwischen einem Nachrichtendienstchef der Armee, der darauf bestand, dass es so sei,  und dem Verteidigungsminister, der sich dahingehend äußerste, dass die Hisbollah nur das „Potential“ dazu habe. 

Hassan Nasrallah, der ein wunderbares Talent hat, die Israelis an die Decke gehen zu lassen, goss bei einer öffentlichen Rede Öl in die Flammen, als er verkündigte, Waffen würden von Syrien geliefert,  und man würde sie mit Stroh bedeckt auf LKWs in den Süden transportieren. Sollen  sie das doch ruhig wissen. 

Unsere Kommentatoren reagierten darauf, indem sie erklärten, dass „schon in diesem Sommer“ die israelische Armee gezwungen sein werde, den Libanon anzugreifen, um die Gefahr zu bannen, und  bei dieser Gelegenheit auch die Schande zu löschen und der Armee die „Abschreckungsmacht“ zurückzugeben, die auf dem Schlachtfeld dieses unglücklichen Krieges verloren  gegangen war. 

ODER  DIESES Mal vielleicht gegen Syrien? 

Das ist auch möglich. Das Brigade-Manöver dieser Woche - das erste nach  langer Zeit -  war offensichtlich gegen Damaskus gerichtet. 

Die Syrer haben zwar Frieden angeboten und tun alles, was möglich ist, um Israel dahin zu bringen, mit Verhandlungen zu beginnen.

Aber das kommt nicht in Frage. Präsident Bush hat Israel verboten, auch nur den kleinsten Schritt in diese Richtung zu machen. Bush bedroht Syrien mit Krieg (s.u.),  und es ist undenkbar, dass Israel, der treue Knappe, mit jemandem Frieden macht, den Amerika nicht liebt. Nein, Frieden mit Syrien steht nicht auf dem Plan. Vergiss es.

Und wie die Römer es  nicht sagten: „Si non vis pacem, para bellum“ – „wenn du keinen Frieden willst, dann bereite  den Krieg vor.“ 

Vorbereitungen gehen über das Training der Bodentruppen weit hinaus. Sie haben auch eine psychologische Dimension. Vorvorgestern verkündete eine besonders große Schlagzeile auf der Vorderseite von Haaretz: „Syrisches Wettrüsten mit der Hilfe des Iran“. Die anderen Medien folgten auf dem Fuß. Man sagt, Russland rüste Syrien mit großen Mengen von Antipanzerraketen aus und zwar von der Art, die sogar die fortschrittlichsten israelischen Panzer  des letzten Krieges durchdringen könnten. Und als ob das nicht genug wäre, rüstet Russland Syrien auch mit  Langreckenraketen aus, die eine wahre Bedrohung für unsere Marine wären und die jede Ecke Israels erreichen könnten. 

Die Zeitungsgeschichten fügten drei Länder zusammen – Syrien, Russland und den Iran – die ganz zufällig die drei Mitglieder von Bushs neuer „Achse des Bösen“ sind. 

Diese Medienkampagne war deutlich mit den Armeechefs abgesprochen und mit dem Manöver verknüpft. Tatsächlich war es der erste Akt des neuen Generalstabschef Gaby Ashkenazi, der das Manöver in Begleitung des Verteidigungsministers beobachtete (Ein flinker Photograph machte einen Schnappschuss von Peretz, als er mit einem Fernglas die Kämpfe beobachten wollte, wohl aber nur schwarz sah, da er  vergessen hatte, die Schutzkappen von den Linsen zu nehmen). 

Wahr ist, dass aus dieser Richtung keine Gefahr droht. Es gibt nicht die geringste Wahrscheinlichkeit, dass Syrien Israel angreifen würde. Die militärischen Fähigkeiten  Syriens  – selbst mit all den russischen Waffen, die sie angeblich bekommen haben – sind bei weitem denen der israelischen Armee unterlegen. Dies ist die Ansicht der gesamten israelischen Nachrichtendienste. Falls  Syrien  aufrüstet, dann nur zu Verteidigungszwecken. Es fürchtet sich zu Recht vor Israel und den Vereinigten Staaten. 

Doch wenn man Krieg will, ist das doch egal. 

UND VIELLEICHT sind dies alles nur Ablenkungsmanöver, um die Aufmerksamkeit vom wirklichen Ziel des nächsten Krieges – dem Iran – abzulenken? 

Seit mehreren Monaten strahlen unsere Medien täglich dunkle Warnungen über den Iran aus. Innerhalb weniger Jahre sei er in der Lage, einen „zweiten Holocaust“ auszuführen und habe auch den Willen, dieses zu tun. Wir sehen das Bild eines wahnsinnigen Landes, an dessen Spitze ein zweiter Hitler steht, der zur Auslöschung des eigenen Landes bereit sei,  wenn dies der Preis dafür ist, Israel von der Landkarte zu löschen. 

Gegen solch einen Feind gilt natürlich das alte hebräische Sprichwort: „Derjenige, der aufsteht, dich zu töten, den töte zuerst.“ 

NACH DEM Sechs-Tage-Krieg  trug eine pazifistische Satire den Titel: „Du und ich und der nächste Krieg.“ Vielleicht sollte diese wieder aufgeführt werden. 

In den letzten Tagen erschien in den Zeitungen ein sehr großes Inserat, das von einer Gruppe unterzeichnet worden war, die sich „Die Reservesoldaten“ nennt und die für sich in Anspruch nimmt, die enttäuschten Reservisten des letzten Krieges zu vertreten. Das Inserat zählte die Gründe auf, weshalb Olmert von seinem Posten gejagt werden sollte. Der Höhepunkt war die ernste Warnung: „Wenn er auf seinem Posten bleibt,  wird er den nächsten Krieg leiten.“ 

Vielleicht ist es genau das, was er im Sinne hat. Wir hatten nie einen Ministerpräsidenten, der so tief  in der Patsche saß wie er. In wenigen Wochen wird die Untersuchungskommission des 2. Libanonkrieges ihre Ergebnisse veröffentlichen. Olmert hat zwar selbst die  Kommission ernannt und die Mitglieder handverlesen bestimmt, um ja nicht in die Hände einer juristischen Untersuchungsbehörde zu geraten, deren Mitglieder vom Obersten Gerichtshof  bestimmt worden waren, und die weniger rücksichtsvoll mit ihm umgegangen wären. Aber selbst jetzt wird er nur mit knapper Müh und Not den Untersuchungsergebnissen entkommen. Zugleich werden mehrere gegen ihn gerichtete Korruptionsvorwürfe  von der Polizei untersucht. 

Olmert gelang es zwar letzte Woche, nicht nur neue Polizeichefs zu bestimmen (einschließlich eines persönlichen Freundes), sondern auch einen neuen Justizminister – nach seinem Geschmack zu bestimmen – aber auch das garantiert ihm  nicht volle Immunität. 

In der Zwischenzeit demonstriert er eine alte Wahrheit: eine schlaue Person weiß, wie sie sich aus einer Falle ziehen kann, in die eine kluge Person gar nicht erst hinein geraten wäre. 

Er hat keine Agenda –  sagt er selbst. Er ist der Chef einer amorphen Partei, ohne Mitglieder oder Institutionen und ohne wirkliche Wurzeln im Volk. Die öffentlichen Meinungsumfragen zeigen, dass seine Bewertung nahe Null sind (nur der Verteidigungsminister hat eine noch niedrigere Bewertung). Olmert bleibt nur deshalb an der Macht, weil man befürchtet, dass jede andere verfügbare Alternative noch  schlimmer sein würde. 

Ein zynischer Ministerpräsident, der in solch einer Situation gefangen sitzt, könnte versucht sein, noch ein weiteres militärisches Abenteuer zu beginnen in der Hoffnung, dass es ihm die verlorene Popularität zurückgeben und von seinen privaten und politischen Problemen ablenken würde. Falls dies das Ziel ist, dann ist es völlig gleichgültig, gegen wen der Krieg gehen wird – gegen die Palästinenser, Libanesen, die Syrer oder die Iraner. Hauptsache ist, dass es so  bald wie möglich geschieht. Möglichst schon in diesem Sommer. Man muss die Öffentlichkeit nur von der Existenz einer wirklichen Gefahr überzeugen; aber das ist nicht so schwierig. 

ALL DIES lässt natürlich an einen anderen  hervorragenden Führer denken, an George W. Bush. Bemerkenswert, wie sich die Situationen ähneln, denen die beiden sich ausgesetzt sehen.

Das politische System Amerikas wird von vielen in Israel bewundert,  und von Zeit zu Zeit wird verlangt, dass dieses doch auch von uns übernommen werden sollte. Ein starker Führer, direkt vom Volk gewählt, der kompetente Minister beruft – was könnte besser sein? 

Aber es scheint, dass das amerikanische System eine erschreckende Situation geschaffen hat. Präsident Bush hat noch zwei Jahre in seinem Amt, und in dieser Zeit kann er  noch jeden x-beliebigen Krieg starten, obwohl ihm die amerikanische Öffentlichkeit bei den Kongresswahlen klar  gezeigt hat, dass es den Irakkrieg verabscheut. Als oberster Kommandeur der  mächtigsten Militärmacht der Welt  kann er den Krieg im Irak erweitern und vertiefen und gleichzeitig einen neuen Krieg gegen den Iran oder Syrien beginnen. 

Die beiden Häuser des Kongresses können ihn theoretisch stoppen, indem sie ihm die Gelder für die Armee streichen, aber die meisten Mitglieder dieser beiden hehren Häuser sind Schwätzer, die allein schon bei dem Gedanken an diese Möglichkeit zu Tode erschrecken. Jeder Soldat in Bagdad hat mehr Mut als diese ganze Klicke der Senatoren und Kongressleute zusammen. Sie würden nicht einmal daran denken, ein Verfahren gegen den Präsidenten anzustrengen. 

Auf diese Weise kann eine einzige Person eine weltweite Katastrophe verursachen. Er hat keine Bremsen, sondern einen starken Drang zum Krieg: Seine „Vision“ zu erfüllen (die ihm von Gott persönlich im privaten Gespräch diktiert wurde) und so sein Image in der Geschichte zu überarbeiten. 

Ist das praktisch durchführbar? Die amerikanische Armee ist zu klein, um  noch einen größeren Krieg zu Lande durchzuführen. Aber Bush und seine Berater glauben, dass dies auch gar nicht notwendig sei. Sie sind die Nachfolger des amerikanischen Generals, der seinerzeit davon sprach, „Vietnam in die Steinzeit zurückzubomben“. Es funktionierte doch in Serbien und Afghanistan auch. 

Die Neo-Kons, die noch immer in Washington das Sagen haben, sind davon überzeugt, dass ein Regen von vielen hundert der modernsten Bomben („smart bombs“), die auf all die nuklearen, militärischen, Regierungs- und öffentlichen Gebäude im Iran geworfen werden, „den Job erledigen  wird“. Ihre Freunde in Israel werden applaudieren;  denn dies wird Israel davon befreien, etwas Ähnliches  – wenn auch in kleinerem Ausmaße – zu tun. 

Aber ein amerikanisches  und/oder ein israelisches Abenteuer würde eine Katastrophe bedeuten. Bomben können ein Land zerstören, aber nicht ein Volk wie das iranische. Nur in unseren wildesten Träumen können wir uns ausmalen, wie  mehr als eine Milliarde Muslime in vielen Ländern – einschließlich unserer Nachbarn –  auf die Zerstörung eines muslimischen Landes  (selbst eines schiitischen) reagieren würde. Dies heißt mit einem Feuer spielen, das in einen weltweiten Brand ausarten kann. 

Bush und Olmert und der nächste Krieg – HILFE! 

Aus dem Englischen: Ellen Rohlfs und Christoph Glanz, vom Verfasser autorisiert. 24. Februar 2007. Weitere Texte von Uri Avneri in deutscher Übersetzung hier

T:I:S, 25. Februar 2007

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Mike Odetalla

Wie Hass gelehrt wird

Palästina, .rtf-Datei, T:I:S, 20. Februar 2007

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Marc Perelman

Juden wollen im Iran bleiben 

Trotz Ahmadi Nedschad keine Resonanz auf Appelle aus Israel und USA (Auszug) 

Forward, Jüdische New Yorker Tageszeitung, 12. Januar 2007 (1)

Eine Kampagne mit dem Ziel, die 25 000 iranischen Juden zur Flucht aus dem Lande zu bewegen, ist ins Stocken geraten. Die meisten wollen in der Heimat bleiben, trotz Ahmadi Nedschads Leugnung des Holocaust und seiner anti-israelischen Reden.

In den vergangenen Monaten haben die Hebrew Immigrant Aid Society (HIAS), israelische Beamte und einige jüdisch-amerikanische  Repräsentanten die iranischen Juden gedrängt, ihr Land zu verlassen. Aber bisher sind sie, trotz der generellen Erlaubnis, nach Israel zu reisen oder auszuwandern, geblieben.

Den Statistiken der HIAS zufolge verließen von Oktober 2005 bis September 2006 152 der 25 000 Juden den Iran – eine Abnahme gegenüber 297 in der Vorperiode und 183 ein weiteres Jahr davor. Die Mehrheit der Wegzügler der vergangenen Jahre sollen eher wirtschaftliche und familiäre als politische Gründe als Hauptmotiv angegeben haben.

Zum ausführlichen Original-Artikel

Perelman zufolge dürfen Juden im Iran ihren Glauben ausüben. Sie betreiben in Teheran sechs koschere Metzgereien und dreißig Synagogen. Sie dürfen keine staatlichen Ämter ausüben, werden also ähnlich diskriminiert wie Nicht-Juden in Israel.

Früheren Auswanderungsapellen sind Juden aus afrikanischen und asiatischen Ländern gefolgt - mit bitteren Folgen zum Beispiel für die maghrebinischen Juden. Sie wurden und werden in Israel diskriminiert, wie es im  Film Route 181 eine marokkanische jüdische Immigrantin auf Hebräisch beklagt:  haval ‘al-hazman - schade um die verlorene Zeit. (Quelle; der Rezensent für die Vereinigung der jüdischen Arbeitgeber und Selbständigen Frankreichs, Menahem Macina versucht, die Kernaussagen des dreiteiligen israelisch-palästinenschen Dokumentarfilms über die koloniale Unterdrückung und Vertreibung der Palästinenser anzukratzen - schade auch um diese Zeit)   

T:I:S, 15. Januar 2007

Anmerkung

(1) Marc Perelman: Iranian Jews Reject Outside Calls To Leave. Push From Israel, U.S. Groups Falls Flat Despite Ahmadinejad. Fri. Jan 12, 2007. Forward, das größte jüdische New Yorker Presseorgan, erschien bis vor einigen Jahren auch in jiddischer Sprache. Die Zeitung redet selten der kolonialistischen Politik  Israels das Wort, plappert aber auch Falschmeldungen wie die nach, Ahmadi Nedschad habe gesagt, Israel müsse von der Landkarte gelöscht werden.

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Bettina Marx

Anti-israelisch – pro-israelisch 

Der Nahostkonflikt in den deutschen Medien

Vortrag, gehalten an der Evangelischen Akademie Arnoldshain am 29. Oktober 2006 auf der Jahreskonferenz des Deutsch-Israelischen Arbeitskreises für Frieden im Nahen Osten (DIAK) unter Mitwirkung der Heinrich Böll Stiftung Berlin

Frau Dr. Marx hat SteinbergRecherche gebeten, den Vortrag wieder zu entfernen.

Das Lebenshaus Alb teilt indes per Newsletter vom 7. Januar 2007 mit: 

:: 07. Anti-israelisch - pro-israelisch - der Nahostkonflikt in den deutschen Medien

Deutsche Medien müssen kritischer gegenüber israelischer Politik sein als die Politik. Journalisten sind keine Politiker und keine Diplomaten. Sie müssen Bericht erstatten und informieren und sie dürfen durch ihre Kommentare an der Meinungsbildung mitwirken. Ihr wichtigstes Instrument ist notwendigerweise die Kritik. Ein Journalist, ganz gleich ob er Deutscher ist oder nicht, der die israelische Politik a priori nicht kritisch beleuchtet, hat seinen Beruf verfehlt. Wer denkt, dass er als deutscher Journalist nicht das Recht und sogar die Pflicht hat, kritisch über Israel zu berichten, der sollte nicht Korrespondent in Israel sein. Von Bettina Marx.
http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/004146.html

T:I:S, 9. Januar 2007

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