Chinesisches Monopol
bei Seltenen Erden : Risiko für die Hochtechnologie / Hanns Günther
Hilpert, Antje Elisabeth Kröger.
Seltene Erden sind
unverzichtbarer Bestandteil unseres Alltags geworden: Sie stecken in
Katalysatoren, Handys, Plasmabildschirmen, Festplatten, Batterien,
MP3-Spielern, Windkraftturbinen, Elektromotoren und Energiesparlampen.
Trotzdem haben die Industrieländer die strategische Bedeutung dieser
Rohstoffe für die einheimische Wirtschaft lange Zeit verkannt.
Heute ist China mit 97
Prozent der globalen Produktion Monopolist und nutzt seine Marktmacht über
Preis- und Lieferdiskriminierungen gezielt, um die eigene Industrie zu fördern
und ausländische Technologiekonzerne ins Land zu locken. Damit droht den
Industriestaaten auch eine Schwächung an technologischem Knowhow - unter
anderem im Bereich der Erneuerbaren-Energie-Technik und Elektrotechnik.
Sollte es wegen der Abhängigkeit von China zu Lieferengpässen oder gar
-ausfällen kommen, könnte die Entwicklung vieler Bereiche der heimischen
Industrie behindert oder blockiert werden.
Eine Förderung dieser
Seltenen Erdmetalle ist zwar auch in anderen Ländern denkbar. Neue Minen
aufzubauen, dauert aber sechs bis zehn Jahre und wäre wegen der höheren
Umweltauflagen sehr viel teurer als in China. Zudem hat sich die
Volksrepublik bei Abbau und Aufbereitung Seltener Erden mittlerweile einen
großen technologischen Vorsprung erarbeitet.
Für die
Industriestaaten bieten sich vor allem zwei Handlungsoptionen an, um die Abhängigkeit
von China zu verringern: der Aufbau eines innerhalb der OECD abgestimmten
Vorrates an Seltenen Erden oder die Anstrengung eines
WTO-Streitbeilegungsverfahrens. Dann wird die Volksrepublik genau begründen
müssen, warum sie gegen internationales Handelsrecht verstößt. Kurz- und
mittelfristig bleibt die Lage angespannt.