Seltene Erden

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Thomas Immanuel Steinberg

Einstimmung auf Handelskrieg und Krieg gegen China

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin hat folgenden Teaser versandt:

Chinesisches Monopol bei Seltenen Erden : Risiko für die Hochtechnologie / Hanns Günther Hilpert, Antje Elisabeth Kröger.

Seltene Erden sind unverzichtbarer Bestandteil unseres Alltags geworden: Sie stecken in Katalysatoren, Handys, Plasmabildschirmen, Festplatten, Batterien, MP3-Spielern, Windkraftturbinen, Elektromotoren und Energiesparlampen. Trotzdem haben die Industrieländer die strategische Bedeutung dieser Rohstoffe für die einheimische Wirtschaft lange Zeit verkannt.

Heute ist China mit 97 Prozent der globalen Produktion Monopolist und nutzt seine Marktmacht über Preis- und Lieferdiskriminierungen gezielt, um die eigene Industrie zu fördern und ausländische Technologiekonzerne ins Land zu locken. Damit droht den Industriestaaten auch eine Schwächung an technologischem Knowhow - unter anderem im Bereich der Erneuerbaren-Energie-Technik und Elektrotechnik. Sollte es wegen der Abhängigkeit von China zu Lieferengpässen oder gar -ausfällen kommen, könnte die Entwicklung vieler Bereiche der heimischen Industrie behindert oder blockiert werden.

Eine Förderung dieser Seltenen Erdmetalle ist zwar auch in anderen Ländern denkbar. Neue Minen aufzubauen, dauert aber sechs bis zehn Jahre und wäre wegen der höheren Umweltauflagen sehr viel teurer als in China. Zudem hat sich die Volksrepublik bei Abbau und Aufbereitung Seltener Erden mittlerweile einen großen technologischen Vorsprung erarbeitet.

Für die Industriestaaten bieten sich vor allem zwei Handlungsoptionen an, um die Abhängigkeit von China zu verringern: der Aufbau eines innerhalb der OECD abgestimmten Vorrates an Seltenen Erden oder die Anstrengung eines WTO-Streitbeilegungsverfahrens. Dann wird die Volksrepublik genau begründen müssen, warum sie gegen internationales Handelsrecht verstößt. Kurz- und mittelfristig bleibt die Lage angespannt. 

Der DIW Wochenbericht 78(2011) Heft 19, S. 2-9 ist im Netz als .pdf-Datei abrufbar. Wie Öl, Gas und Pipelines eignen sich Seltene Erden als Rechtfertigung für künftige Wirtschaftskriege und Kriege, hier gegen China, die Gelbe Gefahr. Wikipedia:

Die Gelbe Gefahr ist ein Begriff aus der Kolonialzeit, mit dem die USA und die europäischen Kolonialmächte Ressentiments gegen asiatische Völker, insbesondere China, zu schüren versuchten.

Heute ist laut DIW für "Industriestaaten" "unverzichtbar", was Chinesen aus ihrem Boden holen, selbst verarbeiten und folglich selber so verwerten, wie sie und nur sie es für richtig halten. Das DIW rubriziert seine Drohungen unter "Handlungsoptionen".

Es ist wieder Kolonialzeit.

T:I:S, 11. Mai 2011

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