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Mission DesinformationDie Menschenrechtsorganisation „Reporter ohne Grenzen“ sorgt sich um die Pressefreiheit in Venezuela und Kuba. Aus den USA wird sie finanziell versorgt. Von Elke Groß und Ekkehard Sieker junge Welt, T:I:S, 01. August 2007 *Thomas Immanuel SteinbergReporter ohne Scham-GrenzenLe Monde diplomatique im Hause taz beherbergt US-Regierungsfreunde
In jeder Ausgabe der deutschsprachigen Monde diplomatique kommt die
Organisation „Reporter ohne Grenzen“ zu Wort, zuletzt in der Mai-Ausgabe der
regelmäßigen Monatsbeilage der taz. Den deutschen Redakteuren zufolge berichte
die Organisation über den Zustand der Presse- und Meinungsfreiheit in aller
Welt. Nicht wirklich, behauptete Diana Barahona, Mitglied der
nordkalifornischen Journalisten-Gilde am
11. März 2005.
„Reporter ohne Grenzen“ werde von der französischen Regierung
teilfinanziert. In deren Sinne habe „Reporter ohne Grenzen“ die falsche
Berichterstattung über den Sturz des haitianischen Präsidenten Bertrand
Aristide gedeckt. Die Organisation habe für die venezolanischen Privatsender
und gegen Bruno Chávez berichtet. Um Mumia Abu Jamal, den in einer
US-Todeszelle schuldlos schmachtenden Journalisten und
Ehrenbürger von Paris, habe sich die Pariser Gruppe von „Reporter ohne
Grenzen“ nie gekümmert; die ganze Organisation dafür umso mehr um angebliche
Einschränkungen der Pressefreiheit in Kuba. Womöglich werde
„Reporter ohne Grenzen“ auch von der US-Regierung bezahlt, und zwar
über die Stiftung National Endowment for Democracy. National Endowment for Democracy hat früher antikommunistische
US-Kampagnen in aller Welt finanziert, in jüngerer Zeit die neoliberale
Opposition in Serbien und die orangene Bewegung in der Ukraine. Robert
Ménard, langjähriger Leiter von „Reporter ohne Grenzen“, erklärte in
seinem Meinungsforum beim Pariser Nouvel
Observateur am 18. April 2005 zu den Vorwürfen: „Völlig richtig.
Wir bekommen Geld vom National Endowment for Democracy. Wir haben damit überhaupt
kein Problem.“ Vielleicht haben aber die Leser der deutschsprachigen Ausgabe von Le Monde diplomatique ein Problem damit, regierungsfinanzierte Zeilen am Kiosk ein zweites Mal zu bezahlen – um dann einen „Welt“-Abklatsch zu lesen. Andere Teile des Monatsblatts enthalten verfälschte deutsche Übersetzungen französischer Artikel. Trotz klarer Beweise bestreiten das die Redakteure im Hause taz. Werden sie demnächst für „Reporter ohne Grenzen“ bestreiten, was ihr Leiter ganz normal findet? Oder haben sie mit Geld von der US-Regierung auch kein Problem? T:I:S,
1. Juni 2005
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