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Thomas Immanuel Steinberg Mathias Bröckers´ Buch über
die Gerüchte und Geheimnisse des 11. September 2001 Rezension, erschienen am 13. September 2002 im „Freitag“ Klar ist: Zwei kerosin-gefüllte
Flugzeuge krachten vor einem Jahr ins World Trade Center. Unklar ist bis heute
fast alles andere - sagt Mathias Bröckers. Ein drittes Flugzeug soll ins
Pentagon gestürzt sein - Wrackteile jedoch waren kaum zu sehen, dafür eine Art
Raketeneinschuss im äußeren Ring des fünfeckigen US-Regierungsgebäudes. Ein
viertes Flugzeug, hieß es, sei irgendwo am Boden zerschellt - die Wrackteile
waren aber über Meilen in der Gegend verstreut, was eher auf eine Explosion
hinweist. Die veröffentlichten Passagierlisten enthielten keine arabischen
Namen - die Attentäter sollen ungetarnt eingecheckt haben. Abfangjäger stiegen
- trotz heftiger und fast stundenlanger Routenabweichungen der Verkehrsmaschinen
- nicht auf, obwohl Luftüberwachungsvorschriften es geboten hätten. Fünf der
19 angeblichen Selbstmordattentäter vom 11. September leben noch ... - In 53
Folgen hat Bröckers ein Jahr lang seine Internetleser auf zahlreiche Widersprüche
in der offiziellen Version über den 11.9. hingewiesen ( www.broeckers.com
www.telepolis.de ). Sein
"konspirologisches Tagebuch" hat nun Zweitausendeins im Alleinvertrieb
herausgebracht. Der Autor stellt einen
launigen Abschnitt über Verschwörungen und Verschwörungstheorien voran, mit
kursiv gedruckten Kommentaren korrigiert oder ergänzt er seine Kolumnentexte.
Gewagte und lesenswerte Thesen zu Tätern und Tathintergrund bilden den
Abschluss. Mit diesem Buch dürfte Zweitausendeins nach Chossudovskys "Global
Brutal" seinen zweiten Polit-Hit landen, denn die Mainstream-Presse hat
einfach hingenommen, was ihr von der Bush-Regierung serviert wurde, ohne je
nachzufragen: Weshalb sind alle Flugschreiber verschwunden, wenn doch ganze
Festplatten von Bürocomputern aus dem Trade Center lesbar blieben? Weshalb hat
der Osama-bin-Laden-Fahnder des FBI wenige Monate vor dem Anschlag das Handtuch
geworfen? Was hatte der pakistanische Geheimdienstchef ausgerechnet am 11. 9. in
Washington zu besprechen? Warum meint Bush, den ersten Center-Crash life im
Fernsehen gesehen zu haben? Was hatten die als Kunststudenten getarnten
Mossad-Agenten bei den Attentätern in Florida zu suchen? Zu Recht also erscheint
dieses Buch, und zu Recht erscheint es schnell. Ein zu flüchtiges Lektorat muss
der Leser allerdings in Kauf nehmen: Mal ist eine Adresse falsch www.emperors-clothes.com
, mal ein Genitiv, mal ein Name falsch geschrieben (Jared Israel). Bröckers zieht immer wieder Parallelen zwischen der Bush-Regierung und den Nazis. Bush - so der Autor - lasse Fremde ohne Rechtsgrundlage internieren. Auch Franklin D. Roosevelt hat Fremde und darüber hinaus US-Bürger, deren Vorfahren aus Japan eingewandert waren, nach Pearl Harbor ohne Rechtsgrundlage interniert. Roosevelt war kein Nazi. Bush überfällt ebenso fremde Länder, wie das nahezu jeder US-Präsident seit 1900 getan hat. Keiner von ihnen war Nazi. Bushs Vater und sein Großvater haben sich mit antisemitischen Dunkelmännern der Skull & Bones-Gemeinschaft verschworen. Eine widerliche Vereinigung, aber keine Naziorganisation. Haftet Bush junior noch für die Taten seines Großvaters? Bröckers zitiert Dasquié
und Brisard ("Die verbotene Wahrheit"). Angeblich hätten die USA den
Taleban mit einem "Bombenteppich" gedroht, sollten sie den
"goldenen Teppich" aus Pipeline-Einnahmen ablehnen. Es sei also um die
Höhe des Wegezolls gegangen. Jared Israel hat dagegen zeigen können, dass womöglich
den USA die Pipeline nur als Kriegsvorwand gedient hat. Das
"Teppich"-Zitat haben jedenfalls Dasquié und Brisard in die Welt
gesetzt, aber nicht belegt. Dem Buch ist ein Wimmelbild
von Gerhard Seyfried beigegeben. Dort wiederholt der Karikaturist die
Assoziation Bushs mit Hitler und verknüpft Sharon und den israelischen
Geheimdienst Mossad mit einer israelischen Fahne, in der
ein Hakenkreuz den Davidstern ersetzt. Der Verlag riskiert mit dieser Karikatur
einen antisemitischen Qualm, der das gerade entflammte Erkenntnisfeuer zu
ersticken droht. Dem Kampf gegen Krieg und Verblendung ist damit ein Bärendienst
erwiesen, obwohl das Buch jenseits dieser Eskapaden ausgesprochen lesenswert
ist. Mathias Bröckers,
Verschwörungen, Verschwörungstheorien und die Geheimnisse des 11.
SeptemberZweitausendeins 2002, 12,75 Euro Siehe auch die Rezension des Fortsetzungsbandes von Bröckers & Hauß und die kundige ausführliche Besprechung von Andreas J. unter http://www.powermetal.de/book/anzeigen.php%3Fid_book%3D103 *Steinberg Recherche Referent Texte 2006 Texte 2005 Texte 2004 Texte bis 2003 Karten Bilder Inhalt Home nach oben
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