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Steinberg Recherche Referent Texte 2006 Texte 2005 Texte 2004 Texte bis 2003 Karten Bilder Home Inhalt Rezension:Deutsche mit und ohne DachHeerstraßen sind mit Lügen gepflastert. Die nach Bagdad
war es, und die nach Belgrad auch. Brigadegeneral a. D. Heinz Loquai hat
Scharpings Hufeisenplan[1]
und das angebliche Massaker von Racak[2]
in zwei vorzüglichen Studien als dünne Asphaltdecke aus Schröder-, Fischer-
und Presselügen gezeichnet. Dieselbe deutsche Presse von Stern bis Frankfurter
Rundschau zählt jetzt die anglo-amerikanischen Irakkriegslügen her -
Pflastersteine auf dem Weg in einen Krieg, an dem Schröder und Fischer nach außen
hin wenig beteiligt waren. Dazwischen lag der Überfall auf Afghanistan. Schröder und
Fischer schickten deutsche Kampf- und Schutztruppen an den Hindukusch, weil - ja
weil doch, so Bush und die Presse bis heute - weil bin Laden und seine neunzehn
Mohammed Attas mit vier Flugzeugen 3000 US-Amerikaner ermordet haben. Doch fast
jeder fünfte Deutsche vermutet die US-Regierung als Urheber der Terroranschläge
vom 11. September 2001. Es gäbe, meint die taz, eben „viele Deutsche mit
Dachschaden“. Mathias Bröckers, früher taz-Redaktuer, dürfte viele
deutsche Dächer beschädigt haben. In seiner wöchentlichen telepolis-Kolumne
und seinem ersten Buch griff er all die Zweifel an der regierungsoffiziellen
Verschwörungstheorie aus dem US-Internet auf. Der Versandbuchhändler
Zweitausendeins hat das spannende, mit Mängeln behaftete Buch[3]
im Alleinvertrieb hundertausenmal verkauft. Bröckers hat sein zweites Buch mit dem nüchterneren
Andreas Hauß zusammen geschrieben.[4]
Das Team führt an, was es wirklich weiß, was der Bush-Version aber
widerspricht. Und was es wissen können müßte, wenn die US-Regierung nichts zu
verbergen hätte. Die Autoren zeigen: Die Identität der Attentäter ist großenteils
unklar. Ein Teil wurde monatelang ohne großen Erfolg von einer dubiosen
Flugschule im Fliegen kleiner Maschinen trainiert, vor den Augen aller
Geheimdienste des Landes. Jeb Bush, Gouverneur von Florida, der Bruder des Präsidenten,
holte nach den Anschlägen alle Unterlagen der Flugschule mit einem Flugzeug ab.
Seitdem sind sie verschwunden. Die US-Regierung hat die Original-Passagierlisten
der Unglücksmaschinen nie veröffentlicht. Die US-Regierung hat die angeblichen
Handy-Gespräche der Passagiere des Pennsylvania-Fluges nie durch
Provider-Aufzeichnungen belegt. Abfangjäger sind weisungswidrig erst
aufgestiegen, als nichts mehr zu retten war. Die US-Regierung hat nach den
Anschlägen stundenlang nichts getan, einfach gar nichts. Die US-Regierung hat
dann, in äußerster Eile, alle Beweismittel im Pentagon und auf Ground Zero,
alle Reste, Trümmer, Spuren weggeschafft und unwiederbringlich entsorgt. Und
schließlich: Die Fernsteuerung von Verkehrsflugzeugen liegt keineswegs außerhalb
der Erkärungsmöglichkeiten für all diese Ungereimtheiten. Die meisten Rechercheergebnisse von Bröckers und Hauß
sind dem geübten englisch-sprachigen Internetsurfer bekannt. Das Verdienst der
Autoren liegt in der Auswahl der Argumente gegen die Verschwörungstheorie von
Bush: Sie wirken allesamt stichhaltig. Zusammen mit dem Filmbericht des WDR über
das in Pennsylvania verpuffte Flugzeug[5]
und die Pentagon-Fotos von Thierry Meyssan kann man
schließen: Die US Forces, und mit ihnen die Bundeswehr, sind auf einem Lügenteppich
nach Afghanistan geflogen - ohne Dachschaden. Fliegende Teppiche haben kein
Dach. Thomas Immanuel Steinberg, 24. Juli 2003
vgl. auch meinen Aufsatz zur Bedeutung der Anschläge vom 11. September 2001.
[1] Loquai, Heinz: Der Kosovo-Konflikt. Wege in einen vermeidbaren Krieg. Die Zeit von Ende November 1997 bis März 1999. Baden-Baden: Nomos 2000. 183 S. Euro 39,50 [2] Loquai, Heinz: Weichenstellungen für einen Krieg. Internationales Krisenmanagement und die OSZE im Kosovo-Konflikt. Baden-Bden: Nomos 2003. 201 S. Euro 29,00 [3] Bröckers, Mathias: Verschwörungen, Verschwörungstheorien und die Geheimnisse des 11. September. Zweitausendeins 2002, 361 Seiten, Euro 12,75. Eine Rezension steht unter diesem Text, eine zweite hier [4] Bröckers, Mathias und Andreas Hauß: Fakten, Fälschungen und die unterdrückten Beweise des 11.9. Mit 60 Minuten Dokumentarfilm von Daniel Hopsicker: Die Flugschulen der Terrorristen, die CIA und die Mafia. Zweitausendeins 2003, 325 Seiten, Euro 14,90 [5] Aktenzeichen 9.11. ungelöst - Lügen und Wahrheiten zum 11. September 2001. Ein Film von Willy Brunner und Gerhard Wisnewski. WDR 2003
Dazu siehe auch die kundige ausführliche Besprechung auf powermetal von Andreas J. unter http://www.powermetal.de/book/anzeigen.php%3Fid_book%3D103 *Rezension:VerschwörungstheorienZwei Tage nach dem Doppel-Crash in die Zwillingstürme veröffenlichte Mathias Bröckers seinen ersten Kommentar im Internet, und dann jede Woche den nächsten unter www.telepolis.de . Beim Recherchieren fand er einen wahren Freund in "google", der besten Suchmaschine im Netz. "Google" half ihm Widersprüche zwischen Bushs Verschwörungsversion und den Fakten herausfinden und erschreckende Zusammenhänge offenlegen zwischen US-Regierung, saudischen Fundamentalisten, antisemitischen US-amerikanischen Dunkelmännern und Ölbaronen. Der Buchversand Zweitausendeins hat seine "konspirologischen" Wochenblätter nun ziemlich schnell gedruckt und gebunden vorgelegt. Ein feuilletonistischer Vorspann über Verschwörungen und Verschwörungstheorien, das Interview von Jürgen Elsässer mit Andreas von Bülow aus Konkret und ein Abschnitt über "Die Achse der Verdächtigen" ergänzen dieTexte zu einem etwas flüchtig redigierten, punktuell ärgerlichen Buch. Doch die Lektüre lohnt. Bröckers, einige Jahre zuvor Kulturredakteur der taz, schreibt gut und macht durch einige Schleifen und Wiederholungen hindurch klar: Unsere Stromlinienpresse übernimmt jede noch so krasse Auslassung unhinterfragt. Alles kann stimmen, nur nicht Bushs Version der Ereignisse vom 11. September 2001. Bröckers hält dagegen: "Mit
den USA als Supervisor, Saudi-Arabien als Finanzier und Unterstützer und
Pakistans Geheimdienst ISI als lokalem Organisator hätten wir die wichtigsten
'Häfen des Terrors' beisammen, denen die Katastrophe des 11. 9. entsprang. Der
israelische Geheimdienst Mossad - so deutet der noch unter der Decke gehaltene
Abhör- und Spionageskandal durch einen großen israelischen Spionagering in den
USA an - muß von den Vorbereitungen der Anschläge
(und dem Vorauswissen der US-Dienste) Wind bekommmen haben, behielt diese
Informationen allerdings - bis auf eine allgemeine, offizielle Warnung an die
USA - für sich. Aber es scheint, dass der Mossad nach dem 11.9. unter der Hand
die CIA-Kollegen in Virginia und das Weiße Haus über sein brisantes
Hintergrundwissen informiert hat - und so über ein ideales Druckmittel verfügt,
die Solidarität der USA für Israels neuen Besatzungsfeldzug zu
erzwingen." Diese
Konspirationstheorie ist der von Bush überlegen, folgt man Bröckers' zahllosen
Belegen und Verweisen: ·
die
saudische bin-Laden- und die Bushfamilie waren über Generationen hinweg geschäftlich
miteinander verbunden ·
Saudi-Arabien
hat mit Wissen und Billigung der USA den pakistanischen ISI finanziert und im
Drogengeschäft gewähren lassen ·
Israelische
Spione sind in größerer Zahl um den 11.9.
in den USA festgenommen oder verhört worden - sei es wegen lokaler Nähe
zu den Attentätern, sei es wegen Aktivitäten in Abhörsicherungs- und
Telefonverrechnungsfirmen. Sein Land
werde mächtig, "indem es immer neue Feinde erfindet. So war es schon im
Kalten Krieg... Nach dem Ende des Ost-West-Konflikts brauchte das Pentagon neue
Feinde, um seine Machtgier zu rechtfertigen. Jetzt hießen die Bösewichte
Noriega, Gaddafi und Saddam... Zur Zeit will das Pentagon uns einreden, dass die
Bösewichte und ihre Schurkenstaaten früher oder später unsere Städte überfallen
werden... Unser jüngster Gegner ist der Terrorismus... Nun gibt es zwar
Terrorismus, aber nicht so etwas wie einen organisierten Welt-Terrorismus. Wir
werden aber mit unserer aggressiven Haltung sicherstellen, dass es ihn geben
wird... Ein kleiner Krieg wäre für das Pentagon nicht schlecht... Dafür haben
wir Stellvertreter, Warlords..." Die USA,
eine Feindbäckerei mit 100-jähriger Tradition, established 1902, beim Massaker
unter wehrlosen Filipinos. Bröckers'
Recherchen passen zu Vidals Diagnose. Doch Bröckers selbst stellt leider
mehrfach ab auf Parallelen mit den Nazis. Er fällt auf das Niveau hinab, von
dem aus Bush senior vor dem Irak-Krieg gedröhnt
hat: Saddam = Hitler. Auch Joseph Fischer hat behauptet, mit
abgereichertem Uran die albanisch sprechenden Kosovo-Bewohner vor einem zweiten
Auschwitz retten zu wollen Dabei kann
das vorgelegte Material ensthaft klären helfen, welcher Herrschaftsform das
US-System entgegenstrebt: Dominiert ein kurzfristiges
Brancheninteresse, wie die Besetzung zahlreicher Regierungspositionen mit Leuten
aus der Ölindustrie nahelegt? Doch die geplante Gaspipeline von Unocal durch
Afghanistan rentiert sich erst nach 20 Jahren. Geht es um langfristige
Herrschaftsausdehnung auf Mittelasien? Warum errichten die USA dann nur
Festungen und überlassen die abgestraften Länder dem Chaos? Bröckers
zitiert Dasquié und Brisard ("Die verbotene Wahrheit"). Angeblichen hätten
die USA den Taliban mit einem "Bombenteppich" gedroht,
falls sie den "goldenen Teppich" aus Pipeline-Einnahmen
ablehnen sollten. Es sei also um die Höhe des Wegezolls gegangen. Jared Israel
von www.emperors-clothes.com (Bröckers
schreibt Namen und Adresse gelegentlich falsch)
hat dagegen zeigen können, daß womöglich den USA die Pipeline nur als
scheinbar rationaler Vorwand gedient hat für langfistige umfassende
Herrschaftsausweitung. Das "Teppich"-Zitat haben Dasquié und Brisard
in die Welt gesetzt, aber nicht belegt, zeigt Jared Israel. Auch hat Unocal in
einem Interview mit Jared Israel erklärt, kein Interesse mehr an Afghanistan zu
haben. Das sind
Steine, die es zu wenden und zu prüfen gilt, wenn ein treffendes Mosaik vom
Weltgegner entstehen soll. Doch Bröckers' Verlag hat auf die ablenkenden
Nazi-Anspielungen noch eins drauf gesetzt: Er hat dem Buch einen humoristisch
gemeinten Wimmelplan von Gerhard Seyfried beigelegt. Der gestaltet graphisch
Bush als Hitler und verknüpft Sharon und den israelischen Geheimdienst Mossad
mit einer israelischen Fahne, in der ein Hakenkreuz den Davidstern ersetzt. Welche
Verschwörer wollten da das ansonsten gelungene Werk verpfuschen? Thomas
Immanuel Steinberg, 2002 *Steinberg Recherche Referent Texte 2006 Texte 2005 Texte 2004 Texte bis 2003 Karten Bilder Inhalt Home nach oben
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