Heinz Loquai

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Die große bundesdeutsche Kriegslüge

Der ehemalige Bundeswehroffizier Dietmar Hartwig war Leiter des Kosovo-Regionalbüros der europäischen Beobachtermission ECMM. Bis kurz vor Beginn des NATO-Angriffs auf Jugoslawien im März 1999 waren er und die europäischen Beobachter vor Ort:

 „Medienbild hatte mit der Realität nichts zu tun“ Und: „Ethnische Säuberungen“ im Kosovo hat es vor der NATO-Aggression von 1999 nicht gegeben. 

jW, T:I:S, 26. Februar 2008

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Nato-Auftrag: überfallen, erobern, zerschlagen

Feind und Begründung sind austauschbar

 „Thaçi, Jahrgang 1968, stammt aus dem Drenica-Gebiet, wo in den neunziger Jahren unter seiner Mitwirkung die 'Befreiungsarmee Kosovo' (UÇK) entstand und der bewaffnete Kampf der Albaner gegen Serbien auf dem Amselfeld begann. Die Taktik der militärisch den Serben unterlegenen UÇK bestand darin, durch Überfälle auf Vertreter des serbischen Staates eine harte Gegenreaktion des Regimes zu provozieren, um so die Nato in das Blutvergießen im Kosovo hineinzuziehen. Sie ging auf, wohl im letzten Moment. 

Hätte die  UÇK erst nach der Wende des 11. September 2001 die Waffen erhoben, wären ihre Anhänger in Washington womöglich nicht als Freiheitskämpfer, sondern als Terroristen betrachtet worden.“ 

Michael Martens: Fast am Ziel. FAZ  vom 20. November 2007, S. 10

T:I:S, 21. November 2007. Siehe Soldatenbücher

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Waren Sie damals für den Jugoslawien-Krieg? 

Bo Adam hat in der jungen Welt die inzwischen feststehenden Tatsachen zum sogenannten Massaker  von Racak 1999 der Version gegenübergestellt, die den NATO-Überfall auf Jugoslawien rechtfertigen sollte, siehe http://www.jungewelt.de/2006/03-24/005.php 

T:I:S, 25. März 2006   

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Thomas Immanuel Steinberg

Soldatenbücher

Deutschland hat 1999 gegen Jugoslawien Krieg geführt, den ersten seit Hitler. Kriegsherren waren diesmal Schröder, Fischer und Scharping. Wie viele Angreifer, so behaupteten auch diese drei, ihr Angriff diene dem Schutz bedrohter Menschen.

Zwei Bücher liegen vor über die rot-grüne Rechtfertigung für den Jugoslawienkrieg. Das eine offenbart die einseitige und eindimensionale Darstellung des „Kosovo-Konflikts“ – so auch der Titel.  Es läßt daran zweifeln, ob die Serben überhaupt ihre albanisch-sprachigen Mitbürger systematisch vertreiben wollten. Einen  „Hufeisenplan“ hat es wahrscheinlich nie gegeben.  

Das andere, 2003 erschienen, legt nahe: Die deutsche Regierung wollte schon früh auf einen militärischen Überfall hinaus. Anders wäre die erstaunliche Informationspolitik der Bundesregierung kaum zu erklären. Militärische Aufklärung und Auswärtiges Amt hatten klare und gesicherte Informationen zur Verfügung. Scharpings und Fischers Presseauftritte standen zu dem, was beide wußten,  in krassem Widerspruch.

Beide Bücher, das über den Hufeisenplan und das über die rot-grünen Kriegsinformationen, hat ein Soldat geschrieben. Heinz Loquai, Brigadegeneral a.D., hatte bis zu seiner Pensionierung hohe Positionen in der Bundeswehr inne, im Verteidigungsministerium und bei der NATO. Vor und während des Jugoslawienkrieges 1999 war Loquai deutscher Verbindungsoffizier bei der OSZE in Wien.  Sein Arbeitsfeld: der Kosovo-Konflikt.

Loquai erkennt in der informatorischen Aufarbeitung des anschwellenden Konflikts, „Weichenstellungen für einen Krieg“. 

Wer saß im Stellwerk?

Erstens der Kopf der Kosovo Verification Mission, der US-Sonderbotschafter William Walker. Wie Walker das angebliche Massaker von Serben an kosovo-albanischen Zivilisten in Racak behandelte, faßt der Autor so zusammen:

„Ohne gerichtsmedizinische oder juristische Untersuchungen abzuwarten, fällte .. [Walker] sein Urteil. Die Eile, die er dabei an den Tag legte, war vom Aufklärungsinteresse her in keiner Weise begründbar. Walker förderte den Zugang der Medien zum Tatort. Sein Verhalten war weder mit rechtsstataatlichen Grundsätzen noch mit den Rechten, Pflichten und der Verantwortung eines Diplomaten vereinbar.“

Neben Walker im Stellwerk saßen Entscheidungsträger an der OSZE-Spitze,  in den Vereinten Nationen, in der Europäischen Union, der NATO und in vielen Regierungen. Sie waren, so zeigt Heinz Loquai, gegen die serbische Regierung voreingenommen und übernahmen bereitwillig das Augenscheinurteil des US-Botschafters. So entstand die Meldung, Serben hätten wehrlose Kosovo-Albaner abgeschlachtet und grausam verstümmelt.

Brigadegeneral a.D. Heinz Loquai urteilt: Der Leiter der OSZE-Mission William Walker und die OSZE selbst haben im Stile einer politischen Lynchjustiz ein Urteil gefällt.

Den Ausschlag für die politische Wirkung des angeblichen Massakers gab dann die Presse. Sie verstellte nochmals Weichen.

Loquai referiert Schritt für Schritt, Beleg für Beleg Walkers Ad-hoc-Urteile, die die Öffentlichkeit aufputschten; den von Sachverständigen vorsichtig wiedergegebenen Sachstand; schließlich die Übertreibungen und Verfälschungen in der deutschsprachigen Presse. Fünf seriöse Medien hat Loquai ausgewertet, und zwar die Neue Zürcher Zeitung, die österreichischen Zeitungen Die Presse und Der Standard, die Süddeutsche Zeitung und die Frankfurter Allgemeine. Eine seiner fünf Vergleichsfragen lautete:  

„Wieviele Tote gab es, wie viele Frauen waren darunter, wie alt waren die Opfer?“

Forensik-Expertin Dr. Ranta erklärte.: „40 ins Krankenhaus gebrachte Opfer ... Unter den autopsierten Personen waren mehrere ältere Männer und nur eine Frau.“

Walker, US-Sonderbotschafter und Leiter der OSZE-Mission behauptete dagegen, es seien  45 Leichen, darunter drei Frauen und ein Kind gewesen. 

Die Journalisten orientierten sich meist nicht an den Expertinnen, sondern an  Walker,  steigerten aber zum Teil von Tag zu Tag eigenständig ihre Angaben. Mathias Rüb, Balkan-Experte der Frankfurter Allgemeinen, berichtete vom fernen Budapest aus am 18. Januar 1999 von „wahrscheinlich mehr als 46 Kosovo-Albaner(n)“. Am gleichen Tag schreibt er an anderer Stelle, nach albanischen Quellen seien 60 bis 80 Menschen getötet worden, darunter vier Frauen und mindestens ein Kind.

Heinz Loquai weist akribisch nach: Öffentliche Meinung wird hergestellt. Die Fabrikanten stammten im Jugoslawienkrieg von beiden Seiten des Atlantiks. Loquai belegt auch: Das publizistische Flaggschiff des deutschen Kapitals, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, führte den Flottenverband an. Die ganze Kriegspresse schwamm hinterher.  

Über Scharpings Hufeisenplan:

Heinz  Loquai: Der Kosovo- Konflikt. Wege in einen vermeidbaren Krieg. Die Zeit von Ende November 1997 bis März 1999. Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2002,  € 22,50

Über das angebliche Racak-Massaker und seine Widergabe in der deutschsprachigen Renommierpresse: 

Weichenstellungen für einen Krieg. Internationales Krisenmanagement und die OSZE im Kosovo-Konflikt. Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2003,  € 29,00  

Quellen: http://www.jungewelt.de/2003/05-15/017.php (Interview mit Heinz Loquai); . www.german-foreign-policy.com  (Rezension)

Diese Rezension wurde am 11. Oktober  2003 um 19.30 h im Freien Sender Kombinat Hamburg  von SteinbergRecherche.com gesendet. 

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