Heinz Loquai

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Thomas Immanuel Steinberg

13 Jahre nach dem verbrecherischen NATO-Krieg

Die Leichen von Rugovo

Ein Video, sieben Minuten, über den Polizeibeamten und OSZE-Beobachter Henning Hensch aus Lütjenburg, der am 29. Januar 1999 in Rugovo im damals jugoslawischen Kosovo Leichen gesehen hatte; Leichen, die Rudolf Scharping, Verteidigungsminister der sozialdemokratisch-grünen Bundesregierung, anschließend dem Fernsehpublikum als kosovarische Massakeropfer serbischer Unholde verkauft hatte.

Nur: Henning Hensch war einer der Fotografen vor Ort. Mindestens ein Teil der angeblichen Opfer waren UÇK-Kämpfer mit aufgenähten UÇK-Stickern und UÇK-Papieren, offenbar im Kampf mit serbisch-jugoslawischen Soldaten getötet, wie Henschs Fotos bewiesen. Diese Fotos zeigte damals Scharping nicht, wohl aber nun der NDR. (1)

Daß Scharping 1999 vielfach gelogen hatte, um das Volk, den großen Lümmel, auf den ersten deutschen Angriffskrieg nach 1945 einzustimmen, war bald bekannt. Daß er auch zu Rugovo gelogen hatte, ebenfalls. Arno Luik schrieb am 14. Februar 2001 Im Stern (2):

Eine andere Lüge: Am 27. April 1999 gibt Rudolf Scharping eine Pressekonferenz, und er hält bunte Aufnahmen in die Luft - überall Blut, Tote, Leichen. Das Massaker von Rugovo. "Ich muss mir große Mühe geben", sagt Scharping bei der Präsentation dieser Bilder, "dies in einem Ton zu schildern, der nicht gewissermaßen zur Explosion führt": Es sind schreckliche Bilder, und Scharping weiß, wie sie wirken, dass sie eine hohe emotionale Wucht haben. Sie erschüttern ja ihn, den Minister, zutiefst - sagt er. Er hält die Bilder hoch, weiß, dass diese Aufnahmen schon drei Monate alt sind, dass sie manipuliert sind, nicht zeigen, was sie zeigen sollen. Scharping, der Schauspieler.

Ein OSZE-Mitarbeiter war am angeblichen Tatort: der deutsche Polizist Henning Hensch. Und in der ARD-Dokumentation widerspricht er seinem Minister, er habe ihn darauf hingewiesen, dass die Aufnahmen kein Massaker zeigen. Dass die vorgeblich hingerichteten Zivilisten im Gefecht gefallene UCK-Kämpfer sind. Er selbst habe die Toten von verschiedenen Tatorten zusammengetragen. Henning Hensch: "Die Leichen sind von mir und meinen beiden russischen Kollegen abgelegt worden."

"Noch nie haben so wenige so viele so gründlich belogen wie im Zusammenhang mit dem Kosovokrieg", sagte der CDU-Abgeordnete Willy Wimmer, der auch lange Vizepräsident der Parlamentarischen Versammlung der OSZE war, schon vor einem Jahr. Zwar heile, so Wimmer, die Zeit die Wunden: "Doch Gerhard Schröder, Joseph Fischer und Rudolf Scharping dürfen auf das Tröstliche dieses Satzes nicht hoffen. Der Krieg gegen Jugoslawien wird sie so oder so einholen."

Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht.

Den Vielfachlügner und Schwerstverbrecher Rudolf Scharping holt bis heute gar nichts ein. Er war auch 2012, trotz mehrerer Aufforderungen, vor der Sendung für den NDR nicht zu sprechen; der Generalbundesanwalt, der Anklage gegen Scharping erheben müßte längst hätte erheben müssen vermutlich auch nicht.

Daß der NDR seine Rugovo-Story den Zuschauern als neu verkauft, gehört zum kommerziellen, vor allem aber zum politischen Mediengeschäft: Die große Masse darf der altbekannten Illusion frönen, "davon habe man ja damals gar nichts gewußt". Man hat aber.

In the year 2025, when man is still alive, wird uns der NDR erzählen, von den bundesdeutschen Abschiebungen politischer Gegner in Assads Folterhöllen zwecks Verhör durch den BND, von der bundesdeutschen Beteiligung an sämtlichen US-Kriegen seit 1999 und von den Erfindungen zu Ahmadinedschads angeblicher Bombe habe man 2012 gar nichts gewußt.

T:I:S, 26. Januar 2012. Siehe auch die Rezension zweier Bücher von Heinz Loquai, Brigadegeneral a.D., von 2003

Anmerkungen

(1) Video, sieben Minuten, NDR, Schleswig Holstein Magazin, 16. Januar 2012

(2) Und der Minister starrt und stiert. 1999 zog die Bundesrepublik zum ersten Mal in den Krieg - unter Bruch des Grundgesetzes und des Völkerrechts, von Arno Luik, Stern, Ausgabe 8/2001, 14.02.2001, ursprünglich hier. Siehe auch Schattenblick: Srebrenica oder die Zerschlagung Jugoslawiens - Teil 23 vom 15. Dezember 2009

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10 Jahre nach dem verbrecherischen NATO-Krieg

Andreas Zumach klärt bündig über den verbrecherischen NATO-Krieg gegen Restjugoslawien 1999 auf. Audio, zehn Minuten. 

Ausführlich und nur wenige Male öffentlich gezeigt: Es begann mit einer Lüge - Deutschland im Kosovo (1/4), WDR, und drei weitere Teile.*

T:I:S, 21. März 2010

*Nicht verfügbar, angeblich wegen urheberrechtlicher Einsprüche

T:I:S, 26. Januar 2012

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Die große bundesdeutsche Kriegslüge

Der ehemalige Bundeswehroffizier Dietmar Hartwig war Leiter des Kosovo-Regionalbüros der europäischen Beobachtermission ECMM. Bis kurz vor Beginn des NATO-Angriffs auf Jugoslawien im März 1999 waren er und die europäischen Beobachter vor Ort:

 „Medienbild hatte mit der Realität nichts zu tun“ Und: „Ethnische Säuberungen“ im Kosovo hat es vor der NATO-Aggression von 1999 nicht gegeben. 

jW, T:I:S, 26. Februar 2008

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Nato-Auftrag: überfallen, erobern, zerschlagen

Feind und Begründung sind austauschbar

 „Thaçi, Jahrgang 1968, stammt aus dem Drenica-Gebiet, wo in den neunziger Jahren unter seiner Mitwirkung die 'Befreiungsarmee Kosovo' (UÇK) entstand und der bewaffnete Kampf der Albaner gegen Serbien auf dem Amselfeld begann. Die Taktik der militärisch den Serben unterlegenen UÇK bestand darin, durch Überfälle auf Vertreter des serbischen Staates eine harte Gegenreaktion des Regimes zu provozieren, um so die Nato in das Blutvergießen im Kosovo hineinzuziehen. Sie ging auf, wohl im letzten Moment. 

Hätte die  UÇK erst nach der Wende des 11. September 2001 die Waffen erhoben, wären ihre Anhänger in Washington womöglich nicht als Freiheitskämpfer, sondern als Terroristen betrachtet worden.“ 

Michael Martens: Fast am Ziel. FAZ  vom 20. November 2007, S. 10

T:I:S, 21. November 2007. Siehe Soldatenbücher

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Waren Sie damals für den Jugoslawien-Krieg?

Bo Adam hat in der jungen Welt die inzwischen feststehenden Tatsachen zum sogenannten Massaker  von Racak 1999 der Version gegenübergestellt, die den NATO-Überfall auf Jugoslawien rechtfertigen sollte, siehe http://www.jungewelt.de/2006/03-24/005.php 

T:I:S, 25. März 2006

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Thomas Immanuel Steinberg

Soldatenbücher

Deutschland hat 1999 gegen Jugoslawien Krieg geführt, den ersten seit Hitler. Kriegsherren waren diesmal Schröder, Fischer und Scharping. Wie viele Angreifer, so behaupteten auch diese drei, ihr Angriff diene dem Schutz bedrohter Menschen.

Zwei Bücher liegen vor über die rot-grüne Rechtfertigung für den Jugoslawienkrieg. Das eine offenbart die einseitige und eindimensionale Darstellung des „Kosovo-Konflikts“ – so auch der Titel.  Es läßt daran zweifeln, ob die Serben überhaupt ihre albanisch-sprachigen Mitbürger systematisch vertreiben wollten. Einen  „Hufeisenplan“ hat es wahrscheinlich nie gegeben.  

Das andere, 2003 erschienen, legt nahe: Die deutsche Regierung wollte schon früh auf einen militärischen Überfall hinaus. Anders wäre die erstaunliche Informationspolitik der Bundesregierung kaum zu erklären. Militärische Aufklärung und Auswärtiges Amt hatten klare und gesicherte Informationen zur Verfügung. Scharpings und Fischers Presseauftritte standen zu dem, was beide wußten,  in krassem Widerspruch.

Beide Bücher, das über den Hufeisenplan und das über die rot-grünen Kriegsinformationen, hat ein Soldat geschrieben. Heinz Loquai, Brigadegeneral a.D., hatte bis zu seiner Pensionierung hohe Positionen in der Bundeswehr inne, im Verteidigungsministerium und bei der NATO. Vor und während des Jugoslawienkrieges 1999 war Loquai deutscher Verbindungsoffizier bei der OSZE in Wien.  Sein Arbeitsfeld: der Kosovo-Konflikt.

Loquai erkennt in der informatorischen Aufarbeitung des anschwellenden Konflikts, „Weichenstellungen für einen Krieg“. 

Wer saß im Stellwerk?

Erstens der Kopf der Kosovo Verification Mission, der US-Sonderbotschafter William Walker. Wie Walker das angebliche Massaker von Serben an kosovo-albanischen Zivilisten in Racak behandelte, faßt der Autor so zusammen:

„Ohne gerichtsmedizinische oder juristische Untersuchungen abzuwarten, fällte .. [Walker] sein Urteil. Die Eile, die er dabei an den Tag legte, war vom Aufklärungsinteresse her in keiner Weise begründbar. Walker förderte den Zugang der Medien zum Tatort. Sein Verhalten war weder mit rechtsstataatlichen Grundsätzen noch mit den Rechten, Pflichten und der Verantwortung eines Diplomaten vereinbar.“

Neben Walker im Stellwerk saßen Entscheidungsträger an der OSZE-Spitze,  in den Vereinten Nationen, in der Europäischen Union, der NATO und in vielen Regierungen. Sie waren, so zeigt Heinz Loquai, gegen die serbische Regierung voreingenommen und übernahmen bereitwillig das Augenscheinurteil des US-Botschafters. So entstand die Meldung, Serben hätten wehrlose Kosovo-Albaner abgeschlachtet und grausam verstümmelt.

Brigadegeneral a.D. Heinz Loquai urteilt: Der Leiter der OSZE-Mission William Walker und die OSZE selbst haben im Stile einer politischen Lynchjustiz ein Urteil gefällt.

Den Ausschlag für die politische Wirkung des angeblichen Massakers gab dann die Presse. Sie verstellte nochmals Weichen.

Loquai referiert Schritt für Schritt, Beleg für Beleg Walkers Ad-hoc-Urteile, die die Öffentlichkeit aufputschten; den von Sachverständigen vorsichtig wiedergegebenen Sachstand; schließlich die Übertreibungen und Verfälschungen in der deutschsprachigen Presse. Fünf seriöse Medien hat Loquai ausgewertet, und zwar die Neue Zürcher Zeitung, die österreichischen Zeitungen Die Presse und Der Standard, die Süddeutsche Zeitung und die Frankfurter Allgemeine. Eine seiner fünf Vergleichsfragen lautete:  

„Wieviele Tote gab es, wie viele Frauen waren darunter, wie alt waren die Opfer?“

Forensik-Expertin Dr. Ranta erklärte.: „40 ins Krankenhaus gebrachte Opfer ... Unter den autopsierten Personen waren mehrere ältere Männer und nur eine Frau.“

Walker, US-Sonderbotschafter und Leiter der OSZE-Mission behauptete dagegen, es seien  45 Leichen, darunter drei Frauen und ein Kind gewesen. 

Die Journalisten orientierten sich meist nicht an den Expertinnen, sondern an  Walker,  steigerten aber zum Teil von Tag zu Tag eigenständig ihre Angaben. Mathias Rüb, Balkan-Experte der Frankfurter Allgemeinen, berichtete vom fernen Budapest aus am 18. Januar 1999 von „wahrscheinlich mehr als 46 Kosovo-Albaner(n)“. Am gleichen Tag schreibt er an anderer Stelle, nach albanischen Quellen seien 60 bis 80 Menschen getötet worden, darunter vier Frauen und mindestens ein Kind.

Heinz Loquai weist akribisch nach: Öffentliche Meinung wird hergestellt. Die Fabrikanten stammten im Jugoslawienkrieg von beiden Seiten des Atlantiks. Loquai belegt auch: Das publizistische Flaggschiff des deutschen Kapitals, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, führte den Flottenverband an. Die ganze Kriegspresse schwamm hinterher.  

Über Scharpings Hufeisenplan:

Heinz  Loquai: Der Kosovo- Konflikt. Wege in einen vermeidbaren Krieg. Die Zeit von Ende November 1997 bis März 1999. Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2002,  € 22,50

Über das angebliche Racak-Massaker und seine Widergabe in der deutschsprachigen Renommierpresse: 

Weichenstellungen für einen Krieg. Internationales Krisenmanagement und die OSZE im Kosovo-Konflikt. Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2003,  € 29,00  

Quellen: http://www.jungewelt.de/2003/05-15/017.php (Interview mit Heinz Loquai); . www.german-foreign-policy.com  (Rezension)

Diese Rezension wurde am 11. Oktober  2003 um 19.30 h im Freien Sender Kombinat Hamburg  von SteinbergRecherche.com gesendet.

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