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Albrecht MüllerPR-WissenschaftlerHerfried Münkler zu Bin Ladens EndeDie Bundeskanzlerin hat für ihren Beifall zur Tötung von Osama bin Laden nicht überall Beifall geerntet (siehe dazu den Beitrag von Wolfgang) . In jedem Fall schien es aus Sicht ihrer Presse- und Öffentlichkeitsarbeiter sinnvoll, ihre Bemerkung „Ich freue mich, dass es gelungen ist, Bin Laden zu töten.“ ins rechte Licht zu setzen, also nichts zurück zu nehmen oder zu korrigieren, sondern zu interpretieren. Wenn das ihr Pressesprecher Seibert tut, dann ist dies nur begrenzt wirksam. Da ist es gut, wenn man einen Wissenschaftler wie Herfried Münkler und einige Medien zum Transport seiner Interpretationskünste zur Verfügung hat. Also erschien bei Spiegel Online, diesem gehobenen Strichjungen der Journalistik, schon am 3. Mai ein Interview mit dem Politologen Münkler unter der Überschrift “Natürlich darf eine Demokratie töten“. Wörtlich zur Hauptsache:
In anderen Blättern, wie zum Beispiel den Stuttgarter Nachrichten, wird
der Ball aufgenommen. Ich gehe davon aus, dass der Einsatz dieses so genannten Wissenschaftlers im konkreten Fall arrangiert ist oder dass er sich gerne zur Verfügung hält. Auszug aus NachDenkSeiten, 4. Mai 2011. T:I:S, 5. Mai 2011 URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/rzmuenkler.htm#Mueller *Thomas Immanuel SteinbergDie neuen KriegeWer etwas zu
sagen hat, und sei's ein deutscher Professor, der drückt sich auch verständlich
aus. Herfried Münkler, Politikwissenschaftler an der Humboldt-Universität,
schreibt flüssig und klar, und auf die "neuen Kriege", die in
Tschetschenien, Kolumbien oder Sierra Leone, eröffnet er einen erhellenden
Blick. Wir Kriegsgegner neigen ja zu einer Kriegsbetrachtung von außen her:
Welche Mächte stehen hinter den Kriegsparteien, um welche Reichtümer wird
gestritten, wessen Herrschaft soll gefestigt oder erschüttert werden ... Münkler
dagegen beobachtet die innere Kriegsdynamik. Die Maschinenpistolen sind billig und die zwölfjährigen Knaben willig.
Ist das Gemeinwesen erst verwüstet,
so treibt die Kriegsökonomie allein aus sich heraus den örtlichen Warlord zur
Fortführung seiner Gewaltakte. Kann er sich gar in der Schattenglobalisierung
verankern, durch Raub und Handel mit wertvollen Rohstoffen, Waffen, Hilfsgütern
karitativer Einrichtungen oder Drogen, so findet das Schlachten kein Ende.
Solche "neuen" Kriege, zeigt Münkler, toben fort, unabhängig von der
gerade propagierten Leitparole oder -mission. Münkler,
der Politikwissenschaftler, gewinnt den Abstand zur je spezifischen
Rechtfertigung für Kriegsgewalt durch dem Umweg über die Geschichte. Der Dreißigjährige
Krieg wies ähnliche Züge auf wie heutige kleine Kriege. Er ernährte die
wilden Landsknechte, und je weniger die Zivilwirtschaft abwarf, umso stärker
sahen sie sich zur Fortführung ihrer Raubzüge getrieben. Der Krieg ernährte
den Krieg. Die Entwicklung schwerer und teurer Waffensysteme erst machte
nationalstaatliche Armeen erforderlich, mit disziplinarischer Unterwerfung,
einheitlicher Befehlsstruktur und Uniformierung. Statt Privatarmeen standen nun
staatliche Heere einander symmetrisch gegenüber. Ein Kriegsvölkerrecht bildete
sich heraus, das Kombattanten von Zivilisten unterschied, bis die
Stillstandsschlachten des Ersten Weltkriegs und der totale Zweite Weltkrieg
abermals die Relationen verschoben. Heute nun
ermöglichen handliche billige Waffen asymmetrische Privatkriege. Münkler
zufolge ist der zwischenstaatliche Krieg ein Auslaufmodell. Umso fester fressen
sich Kriege in einmal befallenen Gebieten fest. Der Autor meint deshalb, die
Interventen für ihren Krieg gegen Jugoslawien loben zu müssen. Sie hätten
eine Ausweitung verhindert. Damit durchbricht Münkler leider seine so
fruchtbare Beschränkung auf die innere Kriegsdynamik. Sein gefällig
gestaltetes Buch ist dennoch lesenswert. Herfried Münkler: Die neuen Kriege. Rowohlt, 286 Seiten, Euro 19,90 Rezension, erschienen in Konkret 12/2002, S. 20. T:I:S im Jahre 2003 URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/rzmuenkler.htm#Kriege *
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