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Schmierdreck, 11. FolgeJahre späterSchmierdreck-Scheele in Hamburg Sozialsenator
Detlef Scheele war 2004 als Leiter der "hamburger arbeit" hauptverantwortlich für den Hamburger Schmierdreck, siehe 1. Folge, 2. Folge, 3. Folge, 4. Folge, 5. Folge, 6. Folge, 7. Folge, 8. Folge, 9. Folge, 10. Folge und »Schlimmer als im Knast«. Anleitung? Fehlanzeige. Lob? Keins. Förderung? Null. – Für ein Euro die Stunde bei der Beschäftigungsgesellschaft »hamburger arbeit«. Tammo von der Ley, junge welt vom 13. November 2004 T:I:S, 18. März 2011. Hier ein Bild von Scheele. URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/schmierdreck.htm#11. Folge *Schmierdreck, 10. FolgeMonate später2004 berichtete SteinbergRecherche über den Hamburger Schmierdreck, siehe 1. bis 9. Folge und Arbeitslosengeld II vom September 2004. Monate später merkte die kommerzielle Presse, daß Hartz und Schröder, Merkel und Berliner PDS mit ihren Beschäftigungsmaßnahmen Eimer voll Schmutzwasser überm Volk auskippen. In der Süddeutschen Zeitung durfte Frank Schmitter, 14 Jahre lang von einem internationalen Medienkonzern bezahlt, nun arbeitslos, über den Graus eines sechswöchigen Bewerbungstrainings der Arbeitsagentur berichten; und von einem schüchternen Versuch Hartz-IV-begossener Pudel, sich zusammenzuraufen. Schwimmen im Mainstream mag sich für einzelne Journalisten lohnen. Doch Teile des Internets sind offenbar, was Aktualität und thematische Dringlichkeit anlangt, bürgerlichen Kaufzeitungen überlegen. Journalistinnen sollten sich gegen die Konzernherren ebenso zusammenschließen wie ihre Mitmenschen in den Beschäftigungsmaßnahmen - trotz aller schlechten Erfahrungen mit politischer Organisation. Der kapitalistische Schmierdreck könnte auch ihnen bald bis zum Hals reichen. T:I:S, 16. Oktober 2005 siehe auch Elmshorn URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/schmierdreck.htm#10. Folge *Hamburger Schmierdreck, 9. FolgeSich selber weggespartBei der Hamburger Arbeit gibt es die
Arbeitseinkommenslosen, die für einen Euro immer den selben Flur putzen. Außerdem
gibt es befristet Beschäftigte und fest Angestellte. Die drecken den sauber
geputzten Fußboden mit Schmierdreck wieder ein und leiten die Putzer beim
erneuten Putzen, so Ko-Manager Peter Steinert, „ständig / minütlich“, an. Den Anleitern blüht jetzt der eigne Sturz in den
Schmierdreck. Die Hamburger
Mopo zitiert den Betriebsratsvorsitzenden: "60 unbefristet beschäftigte
Mitarbeiter und 90 Mitarbeiter mit auf zwei Jahre befristeten Verträgen müssen
gehen." Das ist die Hälfte der Belegschaft. Der Grund: die Freie und
Hansestadt Hamburg und die Arbeitsagentur stellen die Finanzierung von Festbeträgen
auf niedrigere Fallkosten um. Alles sei billiger geworden, die Arbeitskräfte
eingeschlossen. Andere Beschäftigungsträger würden die gleiche Leistung -
also Schmierdreck Auskippen und Anleiten beim Wegputzen zum Beispiel - noch
billiger anbieten. T:I:S, 5. Dezember 2004 URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/schmierdreck.htm#9. Folge *Hamburger Schmierdreck, 8. FolgeMißhandlungenJürgen Rose, Oberstleutnant der Bundeswehr, fragt in der
linken Wochenzeitung Freitag: Wie konnten Ausbilder bei der Bundeswehr,
angeblich unbemerkt von militärischen Vorgesetzten und Kameraden, monatelang
Grundwehrdienstleistende erniedrigen, entwürdigen, mißhandeln und quälen?
Seine treffende Antwort in zwei Sätzen: Erstens dienen die Wehrpflichtigen als
wohlfeile Arbeitskraft für unbeliebte Verrichtungen und Dienstleistungen.
Zweitens: Die Mißhandlungen gründen in den Macht- und Gewaltstrukturen eines
jeden Militärapparats. Anders die bürgerlichen Blätter: Deutsche Ausbilder könnten
bei ihrem Dienst in der Fremde (Afghanistan, Balkan) verroht sein; oder harter
Dienst erfordere nun einmal harte Kerls. Die Auseinandersetzung um die Erniedrigung und Entwürdigung
Arbeitsloser bei der Hamburger Arbeit verläuft in den gleichen Bahnen. Zu Neuem
Deutschland und junger Welt bildet hier die
Hamburger Zeit das Gegenstück. Den grad geputzten Flur in der Fangdiekstraße
mit Schmierdreck wieder einsauen und erneut putzen lassen - ist das staatlicher
Ein-Euro-Irrsinn? Nur scheinbar. Lukas
Heiny und Kolja Rudzio von der Zeit halten, mit Kratzfuß vor den Tatverdächtigen,
entgegen: „.. die Aufgaben sind,
so beteuert es jedenfalls die Hamburger Arbeit, nur Teil eines Trainings- und
Testprogramms, mit dem die Arbeitslosen auf den Markt vorbereitet werden. Tatsächlich
bauen auch Maurerlehrlinge der Privatwirtschaft während ihrer Ausbildung in
speziellen Hallen ganze Häuser auf – nur um sie später wieder abzutragen.“
Der Militärarzt beteuert, das Trainings- und Testprogramm tue Woyzeck gut und
bereite ihn aufs Schlachtfeld vor. Falls der Arzt lügt und Woyzeck Schaden
nimmt - wir Zeitungsleute, wir haben nur berichtet. Heiny und Rudzio verreißen die Ein-Euro-Schmierenkomödie.
Keine der Agenda-2010-Maßnahmen generiere auch nur ein einziges zusätzliches
Arbeitseinkommen. Darüber staunen sie wie die guten Wilden über den Cowboy,
der Büffel abknallt. Und legen noch einem Militärarzt nach. Professor Hermann
Scherl aus Nürnberg zufolge würden Ein-Euro-Jobs dazu dienen, die
Arbeitsbereitschaft von Arbeitslosen zu testen. Aber gewiß: Wer mehrtägiges
sinnfreies Flurschrubben nach der dritten, siebten oder fünfzehnten
Wiederholung abbricht, ist ganz offensichtlich arbeitsscheu - was zu beweisen
war. T:I:S, 4. Dezember 2004 URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/schmierdreck.htm#8. Folge *Hamburger Schmierdreck, 7. FolgePolit-ökonomische EinordnungVor 40 Jahren zählte die Bundesrepublik 150 000
Arbeitseinkommenslose: Von 1000 Arbeitswilligen hatten 995 eine Stelle. Nur wer
nicht wußte, wo er sich die Arbeitsunfähigkeit bescheinigen lassen muß, bezog
kein Arbeitseinkommen. Alle andern waren zur Arbeit fähig, durften arbeiten und
taten es. Der Große Brockhaus bezeichnete 1963 den Zustand als Überbeschäftigung
und brachte ihn damit auf den bürgerlichen Begriff: Normal ist Kapitalismus nur
mit Arbeitseinkommenslosen. Die sogenannten Gastarbeiter wurden herangeschafft
und stellen seitdem einen erheblichen Teil der industriellen Reservearmee. Heute sind etwa 7 Millionen Willige ohne Arbeitseinkommen.
Von 1000 Willigen haben grob geschätzt nur 850 eine Stelle. Das ist normaler
Kapitalismus. Doch die Einkommen aus Unternehmertätigkeit und Vermögen könnten
noch viel höher liegen als ohnehin schon, wenn mehr als 850 von 1000 Willigen
arbeiten würden, zum Beispiel 995 - wie vor 40 Jahren. Ist das zu schaffen? Nicht auf Dauer im normalen
Kapitalismus, wie Michal Kalecki bereits 1943 gezeigt hat. So nötig wie die
Braut zur Trauung ist die Drohung mit Einkommensentzug für die kapitalistische
Verdauung. Im normalen Kapitalismus droht deshalb bei Befehlsverweigerung
Entlassung, und die industrielle Reservearmee der arbeitswilligen
Einkommenslosen steht jederzeit Gewehr bei Fuß. Bei Vollbeschäftigung fehlt per definitionem die
Reservearmee. Also fehlt das Drohmittel der Entlassung. Es ist folglich zu
ersetzen: durch das Drohmittel hinter der Entlassung - den Einkommens- und damit
Lebensmittelentzug. Die Bundesregierung ist auf dem Wege sowohl zur Vollbeschäftigung,
wie zu ihrem siamesischen Zwilling, der Drohung mit Einkommensentzug. Ab 1.
Januar 2005 müssen alle eine Beschäftigung annehmen. Bei Befehlsverweigerung
droht Einkommenskürzung oder völliger Entzug. Die Hamburger Schmierdreck-Affäre
hat in einer Nußschale offenbart, was alle erwartet, die kein Kapital haben:
zu 1. Pressegespräche und Besuche in der Beschäftigungsstätte
Langdieckstraße der hamburger arbeit (HAB) von Journalisten der Welt, der
Hamburger Morgenpost, des Hamburger Abendblatts, der ARD, der jungen Welt und
des Neuen Deutschlands haben bewiesen: Der Internet-Bericht einer Teilnehmerin
über unsinniges Wände-Mauern und -Bemalen, Teppich-Schnitzen und Flure-Putzen
und Wieder-Eindrecken stimmt. zu 2. Anstaltsleiter Detlef Scheele, Behördensprecher
Saadhoff und Amtsleiter Proksch bestreiten die Behandlung nicht und befürworten
sie ausdrücklich als Mittel zur Herstellung der erforderlichen
Arbeitsdisziplin. zu 3. Die Versuchskarnickel bei der hamburger arbeit befürchten
Geld-, also Lebensmittelentzug. Einen Aufstand wagen sie nicht. Würden sie ihn
wagen, stünden staatliche Gewaltmittel bereit. zu 4. Eine freundliche Kinderpsychologin wollte in einem
Kantinengespräch den Bericht aus dem Internet nicht glauben. Die strenge Kinderärztin
neben ihr fügte hinzu: Und wenn er stimme, dann sei die Behandlung in der Beschäftigungsmaßnahme
sicher auch angemessen. Da seien schwierige Menschen drunter. Wir bekommen also Vollbeschäftigung bei drohendem
Einkommens- und letztlich Lebensmittelentzug - auf Weisung der staatlichen Führer
und mit Zustimmung der Mittelschicht. Michal Kalecki bemerkte vor 60 Jahren zum
Thema: „Das ‚Big
Business’ hat Bedenken gegenüber einer Aufrechterhaltung der Vollbeschäftigung
... klar zum Ausdruck gebracht, indem es sich Experimenten zur Beschäftigungserhöhung
einhellig widersetzte - und zwar in allen Ländern mit Ausnahme
Nazi-Deutschlands... Der Faschismus in seiner nationalsozialistischen Ausprägung
hatte unter anderem die wichtige Funktion, den kapitalistischen Widerstand gegen
die Vollbeschäftigung zu beseitigen... Das Unbehagen an den Ausgaben des
Staates, sei es für öffentliche Investitionen oder für den privaten Konsum,
wird dadurch überwunden, daß sich die Staatsausgaben auf die Rüstung
konzentrieren. Daß ‚Arbeitsdisziplin’ und ‚politische Stabilität’
selbst in der Vollbeschäftigung gewährleistet bleiben, dafür sorgt schließlich
die ‚Neue Ordnung’, die von der Unterdrückung der Gewerkschaften bis zum
Konzentrationslager reicht. ... Das faschistische System beginnt mit einer Überwindung
der Arbeitslosigkeit, entwickelt sich zur ‚Rüstungswirtschaft’ mit
Knappheitserscheinungen und endet unausweichlich im Krieg.“ Deutschland ist der zweitgrößte Rüstungsexporteur der
Welt und stattet sich gerade mit neuen Angriffswaffen aus. Die deutsche
Regierung hält einen Teil des Kosovo besetzt und schickt jetzt Soldaten in den
Sudan, das neunte Land unter seiner Teilhoheit. T:I:S, 21. November 2004 Michal Kalecki: Politische Aspekte der Vollbeschäftigung (1943, 1971). In: Krise und Prosperität im Kapitalismus, S. 235 - 241. Ausgewählte Essays 1933-1971. Hrsg. von Kazimierz Laski und Josef Pöschl. Mit einer Einleitung von Kazimierz Laski. Übersetzungen von Josef Pöschl, Egon Matzner, Gerda Kühne, Heinrich Duffner, Karl von Delheas, Dirk Gerlach und Ottmar Kotheimer. Marburg: Metropolis-Verlag 1987, 316 Seiten, 18.00 EUR - ISBN 3-926570-01-6. Letzte Fassung auf Englisch: The Political Aspects of Full Employment." In Kalecki, ed., Selected Essays on the Dynamics of the Capitalist Economy. Cambridge, UK: Cambridge University Press 1971, pp. 138-145 URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/schmierdreck.htm#7. Folge *Hamburger Schmierdreck, 6. FolgeHandwerkskammer wird nervösDie Welt hat's ordentlich aufgeschrieben. Lesen Sie dortselbst. Nein, halt, ähm. Sie werden lesen: "Nach einer Übereinkunft der Stadt mit der Handwerkskammer ist es zwar erlaubt..." Ich habe gestutzt. Erlaubt oder verboten ist demnach, worüber die Stadt mit der Handwerkskammer überein kommt. Muß das nicht ein Gesetz regeln? Mit Parlament, und so? Jedenfalls der Form halber? Oder eine Verordnung? Eine Ausführungsbestimmung? Eine Sache, gegen die man rechtlich vorgehen kann? Wahrscheinlich gilt das alles nicht mehr - in Zeiten der Terrorismusbekämpfung. T:I:S, 18. November 2004 URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/schmierdreck.htm#6. Folge *Hamburger Schmierdreck, 5. FolgeAndreas Grünwald, Hamburg, in der jungen Welt
Zum vollständigen Beitrag vom 18. November 2004 junge Welt anklicken. Was Detlef Scheele von der hamburger arbeit dämmert, will Geschäftsführer Aram Ockert von KoALA e.V. Hamburg nicht wahr haben: Mit dem Ein-Euro-Programm ist ein Geschäft nur zu machen, wenn auch die Anleiter für einen Euro die Stunde antanzen. Auf einer gut besuchten Veranstaltung in der Ottenser Werkstatt 3 mochte Ockert der früheren taz-Autorin Gaby Gottwald nicht folgen. Gottwald ist gerade noch Managerin des Hamburger Beschäftigungsträgers Abakus. Sie und ihre Kolleginnen bei Abakus, nomen est omen, haben nachgerechnet und festgestellt: Ihre GmbH wäre mit dem Ein-Euro-Programm nach ein bis zwei Jahren pleite - und auch die Überbrückungsrückstellungen wären dann futsch. Gottwald und Kolleginnen schmeißen per Ende 2004 - ein sauberer Schnitt. T:I:S, 18. November 2004 P.S. Hier wird schriftlich über den Hamburger Schmierdreck diskutiert. URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/schmierdreck.htm#5. Folge *Hamburger Schmierdreck, 4. Folgever.di raus ... aus dem Aufsichtsrat der hamburger arbeit (HAB)!
Sozialpolitische
Opposition Hamburg Nernstweg 32
22765 Hamburg Tel. 040-390
88 62 FAX 39 90 10
12 sopo(at)snafu.de Pressemitteilung Mittwoch,
17. November 2004 1-Euro-Verwahranstalten. SoPo kritisiert 1-Euro-Praxis
in Hamburg Zu
den jüngsten Presseberichten über die 1-Euro-Praxis bei der HAB erklärt
die Sozialpolitische Opposition Hamburg: "Die skandalösen Zustände bei
der HAB werfen ein bezeichnendes Bild auf diese neue ,Wunderwaffe' der Arbeitsmarktpolitik. Jedes Gerede von ,Integration', ,Qualifizierung' und ,Integration' in
den Arbeitsmarkt wird hier Lügen gestraft. Die 1-Euro-Jobs sind und
bleiben ein Instrument zur ,Überprüfung der Arbeitswilligkeit.' Sie
dienen der Bestrafung und der Umerziehung - und zunehmend der
wirtschaftlichen Existenzsicherung von Trägern. Zwischen 300 und 600 Euro
pro Maßnahme sind durchaus attraktiv. 10.000 1-Euro-Stellen sollen in
Hamburg geschaffen werden. Bei dieser Größenordnung kann auch bei
anderen Einrichtungen nichts anderes herauskommen als Verwahrstationen für
Erwerbslose. Bei den 1-Euro-Zwangsdiensten geht es
nicht um sinnvolle Beschäftigungspolitik, sondern um die Bereinigung der
Arbeitslosenstatistik. Von den Wohlfahrtsverbänden und den freien Trägern
sind jetzt klare Positionierungen gefordert. Trotz etlicher Zusagen haben
die allermeisten angeschriebenen Verbände bis heute nicht auf den Offenen
Brief der SoPo vom 2.9. 2004 geantwortet. Angesichts
der Ereignisse bei der HAB ist ein anhaltendes Stillschweigen mehr als
bedenklich. Aus Protest gegen die Einführung
dieser Zwangsdienste für SozialhilfeempfängerInnen
ist die Diakonie im Frühjahr 2002 aus dem Aufsichtsrat der HAB zurückgetreten.
Nach dem jüngsten Skandal ist es höchste Zeit, dass die Gewerkschaft ver.di diesem Beispiel folgt.“ Bei
Rückfragen: Tel.: 0160-91 45 99 79 +Die Pressemitteilung der Sozialpolitischen Opposition Hamburg vom 17. November 2004 schimmert wie eine Perle aus dem Hamburger Schmierdreck hervor. Jede in Hamburg, jeder in Deutschland weiß: Geld für Arbeit gibt es nur, wenn dabei mehr Geld für die Unternehmer herauskommt. Jede in Deutschland, jeder in Hamburg weiß: Qualifiziert sich der eine, kriegt die andere kein Geld für Arbeit. Bessere Ausbildung - oder lateinisch: Qualifikation - mindert die Arbeitseinkommenslosigkeit nicht. Sie verschärft nur die Konkurrenz. Was aber erzählt uns eine Hamburger Arbeitsmarktexpertin? Das Ein-Euro-Programm müsse die Chance der Arbeitslosen erhöhen, im ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Die Frau setzt noch einen drauf: Arbeit dürfe nicht dämlich sein. Sie ist entschuldigt, sie ist Christdemokratin. Eine Politikerin von der Hamburger Grün-Alternativen Liste springt ihr bei: Qualifizieren sei das Wichtigste. Weiterer Schmierdreck in der Welt vom 17. November 2004. Das Hamburger Abendblatt, seit Jahrzehnten Mitteilungsblatt des Senats an Staatsdiener und -bürger, berichtet: "'Es handelt sich nur um die ersten Wochen', sagt HAB-Sprecherin Heike Baumann über die geschilderten Zustände, in denen die Betroffenen keine konkreten Aufgabe bekommen. In der ersten Phase, die bis zu sechs Monate dauern kann, solle der zuständige Fallmanager zunächst klären, ob die Wohnung der Betroffenen sicher sei, oder ob das Kind betreut werde."
Dusche für Damen bei der hamburger arbeit (HAB) Fangdieckstraße: kein Schlauch, kein Rohr, kein Duschkopf - aber viel Staub in der Halle Gut Ding will Weile haben, bei uns an der Bille. Eins duldet keinen Aufschub: Daß die Sozialpädagoginnen, Sozialarbeiter und Erzieherinnen aufwachen. Je mehr Ein-Euro-Jobber wir Sozial-Fuzzis engagieren, desto schneller wird unser eigenes Einkommen auf einen Euro pro Stunde gesenkt. Für alle andern, außer dem Polizeipräsidenten, gilt das gleiche. T:I:S, 17. November 2004 URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/schmierdreck.htm#4. Folge *Hamburger Schmierdreck, 3. FolgeDer Euro liegt auf der StraßeMartin Kopp und Oliver Schirg erklären in der „Welt“
den Hamburger Schmierdreck so: "Es gibt zu wenig Arbeit." Machen wir eben
welche, dachten die Schmierdreck-Fallmanager bei der „hamburger
arbeit“ - und ließen immer wieder den selben Dreck
wegputzen. Jetzt werden sie dafür getadelt. Auch der DGB findet Worte zum Hamburger Schmierdreck. Er hebt zur ersten Forderung an mit: "Den betroffenen Arbeitskräften sollte zumindest ..." Haben Sie noch Lust, weiter zu lesen? Hier der Rest.
Laut Sigrid Meißner von der Hamburger Morgenpost
muß der Wirtschaftssenator „sehen, wie er
die Ein-Euro-Jobs zusammenbekommt, die ab Januar Pflichtdienst sind für
die Bezieher von Arbeitslosengeld II“. Die Kultursenatorin weiß längst
Rat: Die Hamburger Theater haben am 16. November 2004 die Aufforderung
bekommen, Ein-Euro-Beschäftigungen anzubieten. „Theater“, werden
viele jubeln, „das war schon
immer mein Traumjob - nun ganz billig für nur einen Euro!“ Der Beschäftigungsträger „Jugend in Arbeit“
sucht seit Wochen per Inserat Lehrerinnen und Sozialpädagogen für
Ein-Euro-Jobber - für einen Euro. Das ist einfach genial: Ob
Theaterbetreiber oder Beschäftigungsgesellschafterin, alle sollten
kurzerhand alle entlassen, die mehr als einen Euro pro Stunde bekommen -
und Ein-Euro-Jobs anbieten, für zu Beschäftigende ebenso wie für Beschäftiger.
Das ist erstens gemeinnützig und zweitens zusätzlich. So ist dem
Wirtschaftsenator aus der Patsche geholfen. Übrigens: Wenn Sie keine Leute entlassen können, weil Sie gar keine Unternehmerin sind: Werden Sie eine! Melden Sie eine Ich-AG an. Arbeitsgerät: ein Karteikasten mit zwei Registern. Ins eine kommen die Bewerber, die beschäftigt werden wollen, ins andere die, die beschäftigen wollen. Die Beschäftiger bringen Eimer und Feudel mit; Schmierdreck ist im Haus. Für jeden geschaffenen Beschäftigungsplatz kriegen Sie 500 Euro im Monat vom Wirtschaftssenator. Fertig ist die Beschäftigungs-Vermittlungs-Gesellschaft - und Sie sind eine gemachte Frau. Der Euro liegt auf der Straße. T:I:S, 16. November 2004 P.S.: Der Finanzsenator dürfte Probleme kriegen: Ein-Euro-Jobber zahlen keine Steuern, gar keine. Irgendwann kommt nichts mehr in die Staatskasse. Und die Geschäfte: Eines Tages wird niemand mehr etwas kaufen können. In der Hinsicht halten wir's mit der unumstößlichen Wahrheit von John Maynard Keynes: "Langfristig? Langfristig sind wir alle tot." URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/schmierdreck.htm#3. Folge *Hamburger Schmierdreck, 2. FolgeEinzelheiten und HintergründeEinzelheiten von Marco Carini: "Wie in einer Besserungsanstalt" - Ein-Euro-Jobs in der Praxis: Wie bei der "Hamburger Arbeit" Arbeitssuchende sinnlos beschäftigt werden und sich wie "Vollidioten" behandelt fühlen. Wer aussteigen will, dem drohen Sozialhilfesperre und Entzug der Lebensgrundlage - taz anklicken. Hintergründe von Tammo von der Ley: "Schlimmer als im Knast". Anleitung? Fehlanzeige. Lob? Keins. Förderung? Null. – Für einen Euro die Stunde bei der Beschäftigungsgesellschaft "hamburger arbeit" - junge Welt anklicken. T:I:S, 15. November 2004 URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/schmierdreck.htm#2. Folge *Andreas Grünwald: Hamburger Schmierdreck, 1. FolgeWie
Ein-Euro-Jobs die Weiterbildung ersetzen – das Beispiel Hamburg
Folgen der Hartz-Reformen in der Weiterbildung: Statt
der bisherigen Umschulungen konzentrieren sich die Träger auf
Ein-Euro-Jobs. Mögliche Konsequenzen sind absurde Beschäftigungsprogramme
und massenhafter Stellenabbau bei Bildungsträgern. Neues Deutschland anklicken. T:I:S, 13. November 2004 URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/schmierdreck.htm#1. Folge
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