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Wolfgang Neskovic, Richter am Bundesgerichtshof a.D.

Die gesicherte Verarmung

Haushaltsrede, Einzelplan 07 - Justiz, für Die Linke, 29. November 2007

(Anrede) 

Für DIE LINKE brachte ich während der letzten Haushaltsdebatte am 11. September 2007 die Hoffnung zum Ausdruck, dass der Widerstand von Bundesjustizministerin Zypries gegen die vordemokratischen Sicherheitsvorschläge des Bundesinnenministers sich als dauerhaft erweisen möge. Wir verbanden damit die Erwartung, dass es bei diesem Widerstand nicht nur um parteipolitisches Kalkül ginge.

Herr Stünker

Einige Vertreter der Koalition riefen mir zu, ich solle doch besser über die Töpfe und Töpfchen im Einzelplan 07 reden und die lästigen Grundsatzfragen zu Recht und Freiheit beiseite lassen. Herr Stünker von der SPD nannte die Kritik der Opposition vom 11. September 2007 eine rein hypothetische Debatte und sagte wörtlich:

Ich darf den Damen und Herren von den drei Oppositionsparteien eines versichern: [wir] (...) Sozialdemokraten in diesem Hause brauchen uns von niemandem vorwerfen zu lassen, dass wir in (…) neun Jahren bei einer einzigen Sachfrage, die zu entscheiden war, auch nur ein einziges Mal die Rechtsstaatlichkeit in diesem Land aufs Spiel gesetzt hätten, auch nicht in schwierigen Zeiten.

Wollten den Luftraum unsicher machen

Herr Stünker muss wohl verdrängt haben, dass es auch die SPD-Fraktion war, die in der 15. Wahlperiode mit dem Luftsicherheitsgesetz den Luftraum unsicher machen wollte, bis das Bundesverfassungsgericht dieses Gesetz kassierte.

Es war die SPD-Fraktion, die ein Zollfahndungsdienstgesetz auf den Weg brachte, das den Kernbereich privater Lebensgestaltung missachtete und es war die SPD-Fraktion, die dieses Gesetz als befristeten Verfassungsbruch in die Verlängerung schickte.

Verfassung hin, Verfassung her: Koalition beschließt drauf los 

Es war Frau Ministerin Zypries, die ihr Haus anwies, dem Deutschen Bundestag am 15.08.2003 ein Umsetzungsgesetz zum Europäischen Haftbefehl vorzulegen, das mit den Stimmen der SPD-Fraktion beschlossen wurde und am 18. Juli 2005 vor dem Bundesverfassungsgericht scheiterte. Erwarten Sie bitte nicht, dass ich meine neun Minuten Redezeit darauf verwende, diese Liste zu vervollständigen. Bei dieser Aufzählung von Verfassungsverstößen bin ich aber auch nicht darüber verwundert, wie die Kollegin Kramme von der SPD-Fraktion kürzlich ihre „Ja-Stimme“ zur Vorratsdatenspeicherung begründete. In ihrer Erklärung nach § 31 der Geschäftsordnung hieß es:

Eine Zustimmung ist auch deswegen vertretbar, weil davon auszugehen ist, dass in absehbarer Zeit eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts möglicherweise verfassungswidrige Bestandteile für unwirksam erklären wird.

Ein Abrund zwischen Beteuerungen und Taten

Herr Stünker, nur zu gerne würden wir uns darauf verlassen können, dass schon die SPD in der Koalition und nicht erst das Bundesverfassungsgericht für die Wahrung rechtsstaatlicher Grundsätze sorgt. Es ist nur so, dass zwischen Ihren Beteuerungen und Ihren Taten ein tiefer Abgrund klafft. Zumindest hat Herr Schäuble wohl ausreichend Vertrauen in Ihre rechtstaatliche Unzuverlässigkeit. Oder welche Erklärung haben Sie dafür, dass er weiterhin unverdrossen – mit dem entsprechenden finanziellen und personellen Aufwand – an den technischen Grundlagen zur Onlinedurchsuchung basteln lässt?

Die SPD-Fraktion hat mit fast allen ihrer Stimmen die Vorratsdatenspeicherung zum Gesetz gemacht. Mit fast allen – vor denen, die ausgeschert sind, habe ich Respekt.

Ab dem 1. Januar 2008 werden nun die Kommunikationsprofile von 80 Millionen Menschen auf Vorrat erfasst, ohne dass es hierfür einen konkreten Anlass gibt. Dies, obwohl das Bundesverfassungsgericht in seiner Entscheidung zur Rasterfahndung unmissverständlich erklärt hat: 

Außerhalb statistischer Zwecke besteht ein striktes Verbot personenbezogener Daten auf Vorrat.

Mit diesem Gesetz hat sich die Bundesjustizministerin nicht etwa als Gegenspielerin zu Herrn Schäuble verhalten, sondern sich zu dessen Mitspielerin gemacht. Das Gesetz zeugt vom gleichen verfassungsrechtlichen Fehlverständnis, das auch Herrn Schäuble prägt. Hierzu habe ich schon in meiner letzten Rede Ausführungen gemacht und wiederhole sie hier: 

Die Grundrechte sind institutionalisiertes Misstrauen gegen den Staat!

Die Grundrechte sind zu allererst Abwehrrechte gegen den Staat. Das heißt: Mit Hilfe der Grundrechte soll der Bürger sich gegen einen allmächtigen Staat schützen können. Mit anderen Worten: Die Grundrechte sind institutionalisiertes Misstrauen gegen den Staat. Sie und Herr Schäuble hingegen wollen ein grundsätzliches Misstrauen des Staates gegen seine Bürger institutionalisieren – indem Sie genau jene Allmacht des Staates für Ihre sicherheitspolitischen Wahnvorstellungen mobilisieren.

(…) 

Monatelang zum Terrorverdächtigen aufgebaut  

Wohin diese Wahnvorstellungen führen, ist heute schon belegbar. Denn den gläsernen Terroristen gibt es nicht – es gibt nur den Verdächtigen. Wie schnell Jedermann zum Verdächtigen werden kann, musste unlängst der Wissenschaftler Andrej H. erleiden. Auf Betreiben der christdemokratischen Eiferin Frau Generalbundesanwältin Harms hat man Herrn H. in monatelanger Arbeit zu einem Terrorverdächtigen aufgebaut. Im Kern hat man diesen Verdacht auf eine angebliche Sprachübereinstimmung mit einem Flugblatt der „militanten gruppe“ gestützt. Im Sommer dieses Jahres hat man Herrn H. dann unter Einsatz eines Spezialkommandos per Hubschrauber nach Karlsruhe verbracht, um ihn anschließend bis vor kurzem in die Untersuchungshaft zu sperren. Für die Ermittler passte er in ein klares Verdächtigenprofil: Gebildet, unauffällig und irgendwie links – fertig war der Terrorvorwurf. Statt Straftaten aufzuklären, werden so Verdächtige geschaffen.

Doch zum Glück: Nicht nur Herrn H.’s Haftbefehl, sondern auch die leichtfertige Handhabung des §129a hat nun der Bundesgerichtshof in zwei Entscheidungen in aller Schärfe gerügt. Der BGH hat damit Frau Harms deftige Abfuhren erteilt, die letztlich auch Sie treffen, Frau Zypries, weil Sie sich für diese Frau als Generalbundesanwältin entschieden haben.

Staat entzieht zugleich sozialen Schutz 

Während der Staat sich mit diesem Verhalten als vermeintlicher Beschützer vor Kriminalität und Terrorismus aufspielt, entzieht er gleichzeitig den Menschen den notwendigen sozialen Schutz, den er nach dem Sozialstaatsprinzip schuldet. Der selbe Staat, der vorgibt, den Menschen mit großen Kosten- und Personalaufwand maximalen Schutz vor Kriminalität und Terrorismus zu bieten, erklärt, er könne aus finanziellen Gründen nicht mehr ausreichend für die soziale Sicherheit sorgen. Schauen Sie einmal auf das Gesamtbild dieser „gesicherten Verarmung“:

In diesen kalten Tagen können die unzähligen Berliner Obdachlosen ruhig schlafen; die Regierung scheut keine Mühe, wenn es darum geht, ihren Schlaf vor Terroristen und Verbrechern zu schützen. Wer dank Hartz IV zum Überleben genug und zum Leben zu wenig hat – kann ohne Sorge sein: Denn die parlamentarische Mehrheit hat ihn so arm gemacht, dass er sich weder den Computer, noch den Internet- und Telefonanschluss leisten könnte, deren Kommunikationsprofile man ansonsten speichern lassen würde.

Zielgerichtete Erfindung zur Untergrabung der Freiheit

Während aber der Schutz der Menschen vor sozialen Härten und Risiken als Ausdruck des Sozialstaatsprinzips zu den verfassungsrechtlichen Kernpflichten gehört, ist das behauptete Grundrecht auf Sicherheit nicht mehr als eine zielgerichtete Erfindung, um die Freiheitsrechte zu untergraben. Es gibt kein Grundrecht auf Sicherheit.

Die Koalition gestaltet und vertieft nicht nur ein Klima der sozialen Kälte, sondern sie verantwortet auch den Aufzug eines Klimas der Repression und der Angst.

Sozialdemokraten

Vielleicht werden wir eines Tages erkennen müssen, dass zwischen einem ohnmächtigen Sozialstaat und einem übermächtigen Überwachungsstaat durchaus ein Zusammenhang besteht. Vielleicht werden eines Tages die Mittel des Überwachungsstaates auch verwendet werden, um sozialen Unruhen entgegenzutreten. Das wäre das fürchterliche, aber leider vorstellbare Ergebnis einer Politik, an der auch die Sozialdemokraten maßgeblich und entscheidend mitgewirkt haben.

T:I:S (Zwischenüberschriften), 8. Dezember 2007. 

Dank an Peter Vonnahme, ehemaliger Richter am Bayerischen Verwaltungsgerichtshof, und Günter Schenk

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Hamburger-Reiter-Parteitag

Bilder vom Tag vor dem Medienzirkus

 

Mit den rot-weißen Sperren, Hamburger Reiter genannt, sind die Sozialdemokraten ab 26. Oktober 2007 gewappnet - gegen freche Frager, Sprechchöre und andere terroristische Vereinigungen. Alle Fotos: tofoto


Sichtblenden, dahinter Gitter, schützen Staats- und Kommerzpresse


Noch Platz für Fox News von Rupert Murdoch


Fest verschraubt


Reserve bei Gefahr im Verzug


Reiterarmee


Außen rot, innen hohl


Verschlankter Fuß- und Radweg, rechts geschützte Prospekte-Anlieferung


Man weiß ja nie, ...


...vielleicht hat ja einer Blondiermittel in der Luftpumpe.


Ober mischt Planten un Blomen in die Erbsensuppe.

T:I:S, 25. Oktober 2007

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SPD die Anti-Volkspartei 

1918/1919: Unter Führung der SPD-Politiker Friedrich Ebert und Gustav Noske werden die Arbeiter- und Soldatenräte sowie die Münchner Räterepublik mit Hilfe künftiger Nazis den Freikorps niedergeschlagen. Bilanz: Tausende von Toten, darunter Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg.

1923: SPD-Reichspräsident Friedrich Ebert erlässt eine Reichsexekution, mit der die rechtmässigen SPD/KPD-Regierungen in Sachsen und Thüringen abgesetzt werden.

1933: Anfängliche Anbiederung der Inlands-SPD an das NS-Regime, u.a. durch die Wahl eines  Parteivorstands ohne Juden.

1968: Die SPD beteiligt sich an der Grossen Koalition, die die Notstandsgesetze beschliesst.

1972: SPD-Bundeskanzler Willy Brandt erlässt den sogenannten Radikalenerlass, eine Gesinnungsprüfung vor der Einstellung in den öffentlichen Dienst.

2000: Die SPD-geführte Regierung führt eine Steuerreform zugunsten von Grossverdienern und Unternehmen ein, die unter anderem dazu führt, dass etliche Konzerne jahrelang keine Steuern zahlen.

2001: SPD-Innenminister Otto Schily verschärft Gesetze und Verordnungen im sogenannten. Antiterrorkampf.

2002: SPD-Bundeskanzler Gerhard Schröder leitet mit der Agenda 2010 einen Sozialabbau im grossen Stil ein. Insbesondere Hartz IV führt zu massenhaft steigender Armut sowie einer Schwächung der Position Arbeitnehmer angesichts der 1-Euro-Jobs.

2007: Unter SPD-Arbeits- und Sozialminister Franz Müntefering wird das Renteneintrittsalter auf 67 angehoben.

Dank an M. B. T:I:S, 21. Oktober 2007

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Mutige Partei

Geleitwort zum Bundesparteitag der Sozialdemokraten
ab Freitag, 26. Oktober 2007, 09:30 Uhr, Congress Center Hamburg 

1914 haben sie die Kriegskredite bewilligt, sie durften ja.
1933 bis 1945 haben ihnen die Nazis alles verboten.
1945 bis 1989 haben ihnen die Alliierten das Kriegführen verboten.
1999 haben sie Jugoslawien überfallen und zerschlagen, sie durften ja.
Seit 2001 führen sie Krieg gegen die Afghanen, sie dürfen ja.
Seit 2003 unterstützen sie die USA im Krieg gegen die Iraker, sie dürfen ja. 

Wann immer sie dürfen, führen sie Krieg. 

Sie dürfen auch gegen Krieg stimmen. Aber dazu gehört Mut.  

Thomas Immanuel Steinberg
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T:I:S, 20. Oktober 2007

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Thomas Immanuel Steinberg

Der Pfau schlägt Rad

Zur jüngsten Pressemitteilung des Kasseler Bundesausschusses Friedensratschlag

 

Der deutsche Staat hat Jugoslawien zerbombt und bewacht seitdem die Trümmer; er half und hilft die Iraker in ihrem Blut ersäufen; und unser Staat leistet den US-Streitkräften Schützenhilfe bei ihren Morden in Afghanistan. Wer keine Überfälle will, keine Besatzung, keinen Angriffskrieg, der kennt dafür nur einen Grund: Er will keinen Mord, nirgends. 

Drei Bundeswehrsoldaten starben in Afghanistan. Das Führungsgremium der Friedenbewegung, die Sprecher des Kasseler Bundesausschusses Friedensratschlag, haben offenbar darüber beratschlagt. Nun schlagen sie Rad, sie spreizen die Federn. Als da sind: 

1. Trauer um Tod deutscher Soldaten
2. Verantwortung liegt bei Regierungskoalition
3. Afghanistan-Einsatz gescheitert
4. Sechs Gründe gegen Fortsetzung des Militäreinsatzes
5. Zivile Hilfe statt Krieg
6. Friedensbewegung verstärkt Kampagne. 

Zu 1. Die jetzt toten Bundeswehrsoldaten haben sich selbst zur Bundeswehr gemeldet, sie waren ausdrücklich zur Beihilfe am Gemetzel in Afghanistan bereit. Alle wußten, daß sie naß werden würden bei dieser widerwärtigen Pelzwäsche. Der Friedensratschlag mokiert sich über die Soldatentode, wenn er darüber zu trauern vorgibt. 

Zu 2. Ihren Tod zu verantworten haben die Soldaten selbst; die vorgeblich Oppositionellen, die den Afghanistankrieg befürwortet oder billigend in Kauf genommen haben; und all die, die ihn nicht bekämpft haben. Die Koalition ist Teil der gesamtdeutschen Kriegspartei. Die Verantwortung auf einzelne Fraktionen zu beschränken, heißt, einen weiteren Glitzerfaden ins parlamentarische Blendwerk weben.  

Zu 3. Ob der deutsche Afghanistan-Einsatz taugt, mißt der Friedensratschlag an den Zwecken, die die Regierung zu verfolgen vorgibt. Danach wäre der Einsatz in der Tat gescheitert. Doch wie der Ratschlag weiß und jeder wissen kann, zielt die Bundesregierung auf deutsche Teilhabe an der Herrschaft über Mittelasien und auf die Förderung der heimischen Rüstungsindustrie. Der Einsatz beginnt gerade sich zu rentieren. Die Rede vom Scheitern ist eitel Tand. 

Zu 4. Die Beteiligung am Angriffskrieg abzubrechen, sie erst gar nicht zu erwägen, dazu bedarf es immer nur ein und desselben Grundes: keinen Mord, nirgends! Alles Weitere ist Geklingel. 

Zu 5. Zivile Hilfe in einem Kriegsgebiet, zumal staatlich unterstützte oder gar militärisch gedeckte staatliche Hilfe, ergreift immer auch Partei – für hüben oder drüben. Die Vokabeln „zivil“ und „Hilfe“ suggerieren Friedfertigkeit und sind doch nur Lametta im Wind. 

Zu 6. Will die Friedensbewegung in Deutschland ihre Kampagne verstärken, so muß sie dem Kasseler Pfau die Federn rupfen. 

T:I:S, 23. Mai 2007

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Thomas Immanuel Steinberg 

Entreebillet 

444 Unterstützerinnen und Unterstützer stehen unter einem Beitrag im Newsletter des Forums Demokratischer Sozialismus in der Linkspartei.PDS vom 27. März 2007. Unter dem ironischen Titel „Unsere neuen Freunde“ führt er in schlechtem Deutsch an den Gegenstand heran: 

Bei allen Unterschieden im Einzelnen ist bei den Radikalen von rechts oder links nach Ansicht der Extremismusforschung der Alleinvertretungsanspruch, die Ablehnung pluralistisch-demokratischer Systeme, Dogmatismus, das Freund-Feind-Denken und der Fanatismus gleich.

Radikal sein, extrem sein ist igitt, hieß es schon in Gemeinschaftskunde zu Kiesingers und Lübkes Zeiten, und dann war Ulbricht dran. Der Newsletter der Demokratischen Sozialisten nimmt einen kleinen Umweg: Auch der Antisemitismus sei bei den linken Radikalen zu finden. „Versatzstücke, die als antisemitisch verstanden werden können“, werden ausgemacht 

bei der DKP-Zeitung Unsere Zeit (UZ)

bei den Marxistischen Blättern

bei der Zeitung analyse und kritik

bei der Zeitschrift Gegenstandpunkt

bei der jungen Welt

bei Attac

bei Linksruck

bei Ostermärschen

beim Netzwerk Friedenskooperative.

Die „Versatzstücke“ kämen im Gewande des Antizionismus oder Antiimperialismus daher, seien aber als antisemitisch daran erkennbar, wie die Staats- und Regierungspolitiker Israels oder der USA jeweils charakterisiert würden: 

als Herrenrasse

als einflußreiche Israel-Lobby

als Blut-und-Boden-Ideologen

als völkisch

als Kultivierer religiös-chauvinistischer Auserwähltheit

als neoliberale Globalisierer

als Verdächtiger aller Nicht-Juden als Antisemiten

als Feinde

als Völkermörder

als keine Opfer.

Das Forum Demokratischer Sozialismus hat sich mit diesem Newsletter ein Entreebillet für den Klub der Palästinenserquäler und Präventivkrieger ausgestellt. Es wird bei der Postenverteilung nicht leer ausgehen.

T:I:S, 28. März 2007

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Thomas Immanuel Steinberg

 USA: Pleite droht. Boß zu blöd?  

Mein Kollege Reiner Lücke bei Fichtel & Sachs meinte 1978, der Boß müßte die Arbeiter gut behandeln, dann würden sie auch gut arbeiten, und der Boß hätte mehr davon. Der Boß sei einfach blöd.  

Der Boß war nicht blöd, sondern Kollege Lücke Sozialdemokrat. Lücke zerbrach sich den Kopf des Unternehmers, statt seinen, oder wenigstens den der Arbeiter. Die Fichtel & Sachs AG wurde längst geschluckt  - von Konzernen, die ihre Arbeiter auch nicht besser behandelt haben. Sozialdemokraten zerbrechen sich immer noch fremde Köpfe, zum Beispiel den von Bush.  

„Auf Dauer gefügig zu machen ist der Rest der Welt nur durch zivile Mittel“, schreibt einer im Juni 2004, „ein bißchen Kleingeld und reichlich social engineering nach Tom Lehrers Motto Be nice to people who / Are inferior to you. Schon mit einem kleinen Teil der bald 200 Milliarden Dollar, die der Krieg gekostet hat und bis ins nächste Jahr noch kosten soll, hätten sich die USA bei größeren Teilen der irakischen Gesellschaft wesentlich beliebter machen können als mit den Besenstielen im Abu-Ghraib-Gefängnis.“  

Der Politiker, meint der Sozialdemokrat, wäge den Nutzen für das Land ab - Beliebtheit bei den Unterworfenen - gegen den Schaden in der Steuerkasse - 200 Milliarden Dollar. Weder Beliebtheit noch Kassenloch dürften den Politiker interessieren. Die Ausgaben für Waffen, Brennstoff, Military Catering und Söldnerheere sind die Einnahmen von Halliburton, Bechtel, Carlyle und DynCorp, also von Bush und Konsorten. Je unbeliebter die USA, desto mehr läßt sich beiderseits der Front verkaufen: Waffen, Brennstoff, Söldner - „jenem Abhub ihrer Gesellschaft, aus dem eine Freiwilligenarmee ihr Personal nun einmal rekrutiert“.  

Doch der  Weltmachtführer könnte anders, meint der Sozialdemokrat. Zbigniew Brzezinki habe Carter einst „bekniet, die USA aus der Rolle des Patrons aller verrufenen Schlächter zu befreien und sie als Geburtshelfer sozialdemokratischer Evolutionen auf dem Trikont beliebt zu machen.“ Das Beten hat nicht geholfen. Brzezinski, „der als politischer Berater seinen Nachfolger Wolfowitz um mehr als ein Egghead überragt“, und der Sozialdemokrat müssen mitansehen, wie „die Regierung Bush jr. der Welt den War against terror erklärt, der von den vielen politischen Fehlern, die den Niedergang der Weltmacht USA beschleunigt haben, als der zugleich größte und dümmste in die Geschichte eingehen wird ... Die Weltmacht aber, die das zu erkennen hätte, hat an ihrer Spitze einen politischen Kretin und um diesen ein Ensemble, das zu ihm paßt, und nichts macht so ratlos wie die Frage, warum die Bourgeoisie des höchstentwickelten kapitalistischen Staates sich ihre Politik von derart inferiorem Personal machen läßt.“  

Selbstmord einer Weltmacht. Der Boß ist blöd, seine Klasse auch, der Sozialdemokrat ratlos. Warum setzt  der Patron aller verrufenen Schlächter sich das Messer an den Hals?

Er verdirbt am eigenen Gedeihen.

Hermann L. Gremliza, der Autor aller Zitate, kommt nicht drauf. Bush ist nicht blöd, sondern Gremliza Sozialdemokrat.  

T:I:S, 11. Juni 2004

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