|
|
Wer ist Steinberg Was die Recherche soll Texte 2005 Texte 2004 Texte bis 2003 Karten Bilder Home Inhalt
Thomas Immanuel Steinberg
Togo auf internationaler Agenda
Unterschiedliche
Interessen ehemaliger Kolonialmächte. Geostrategische Bedeutung des Landes und
des Hafens von Lomé
Der kleine westafrikanische Staat Togo bleibt Zankapfel ehemaliger
Kolonialmächte. Zunächst traf am Mittwoch eine Delegation der
westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS zu Gesprächen in Luxemburg
ein, bei denen Togo eine Rolle gespielt haben dürfte. Dann wurde das Thema am
gestrigen Donnerstag auf einem Gipfel unter Schirmherrschaft der Afrikanischen
Union im nigerianischen Abuja verhandelt. Ergebnisse wurden bisher nicht veröffentlicht.
Allerdings liegt die Bedeutung des Landes am Golf von Guinea für ausländische
Mächte auf der Hand. So fragte jüngst Radio France International den grünen
Abgeordneten der französischen Nationalversammlung, Noël Mamère, wie er sich
das große französische Interesse am kleinen Togo erkläre. Erstens, antwortete
Mamère, weil Frankreich dort mit anderen ehemaligen Kolonialmächten
konkurriere; zweitens sei Togo geostrategisch bedeutend.
Dr. Kodzovi Kpomda, Arzt und Pariser Sprecher von OPESA.AT (Collectif des
Personnels de Santé Actions Togo), meint, es gehe vielmehr um die
wirtschaftspolitische Bedeutung des Hafens der togolesischen Hauptstadt Lomé.
Dieser wurde in den sechziger Jahren mit Geld aus der Bundesrepublik Deutschland
gebaut – und besitzt bis heute mit 12,5 Metern die größte Kaitiefe an der
westafrikanischen Küste. Ein kürzlich fertiggestelltes Terminal kann bis zu
250 Container in der Stunde abfertigen – der Hafen gilt als der modernste
Afrikas. Er ist aber nicht der größte. Der große Ölhafen Lagos in Nigeria
ist nur 200 Kilometer entfernt, der größte Hafen Westafrikas, Abidjan in Côte
d’Ivoire, rund 500 Kilometer. Doch sowohl Nigeria als auch Côte d’Ivoire
werden von politischen Unruhen erschüttert. So sank der Umschlag von Abidjan um
bis zu 50 Prozent. Der Warenaustausch mit den Ländern ohne Meerzugang Burkina
Faso, Mali und Niger wurde umgeleitet, unter anderem auf Lomé. Wer über die Häfen
verfügt, herrscht nicht nur über die Küste, sondern auch über das
westafrikanische Hinterland. Der Text ist am 20. Mai 2005 in der jungen Welt
erschienen. http://www.jungewelt.de/2005/05-20/006.php T:I:S, 19. Mai 2005 *Wer ist Steinberg Was die Recherche soll Texte 2005 Texte 2004 Texte bis 2003 Karten Bilder Inhalt Home nach oben
URL dieser Seite: http://www.steinbergrecherche.com/togo.htm |