Verschwörungspraxis

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Jüngere Fälle unter Verschwörungstheorie. T:I:S, 1. Februar 2008

A conspiracy is nothing but a secret agreement of a number of men for the pursuance of policies which they dare not admit in public. Mark Twain

Sie glauben nicht an Verschwörungstheorien? SteinbergRecherche meldet aus der Verschwörungspraxis:

29. Folge

Was man sich so vorstellen kann

Als wie naiv muß man sich angesichts des Herrschaftsgeredes erweisen, um kein "Verschwörungstheoretiker" zu sein?

Kann man sich vorstellen (ich sage nur: sich vorstellen), daß Sportler gedopt sind, Fußballspiele getürkt, Politiker Konten in der Schweiz haben, im Irak keine Massenvernichtungswaffen sind, daß es ein Volk in "einem Land ohne Volk für ein Volk ohne Land" gab, daß die Vietnamesen beim Tonkin-Zwischenfall nicht "auf offenem Meer" angegriffen haben, daß das Sykes-Picot-Abkommen geheim war, daß Zivilisten sogar in heiligen, sprich: humanitären Kriegen sterben und daß die Banken manchmal zweifelhaften Kredit gewähren, ohne es ihren Kunden zu sagen? 

De quel degré de naïveté à l'égard du discours du pouvoir faut-il faire preuve pour ne pas être « conspirationniste » ? 

Peut-on imaginer (je dis juste imaginer) que des sportifs soient dopés, des matchs de foot truqués, que des hommes politiques aient des comptes en Suisse, qu'il n'y avait pas d'armes de destruction massive en Irak, qu'il y avait un peuple sur la "terre sans peuple pour un peuple sans terre", que les Vietnamiens n'ont pas attaqué "en pleine mer" lors de l'incident du Golfe du Tonkin, que les accords Sykes-Pecot étaient secrets, qu'il y a des morts civils même dans les guerres saintes (c'est-à-dire humanitaires) et que des banques font parfois des prêts douteux sans le dire à leur clients ? 

Jean Bricmont, 6. Februar 2013. T:I:S, Übersetzung, 8. Februar 2013

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28. Folge

Die schwedische U-Boot-Hysterie 1980ff und der Mord an Olof Palme

Das ZDF und nemetico haben die Ungereimtheiten der westlichen Version über die sowjetischen U-Boote wieder aufgegriffen, die ab 1980 angeblich vor der schwedischen Küste schwammen. Der Anteil der schwedischen Bevölkerung, der sich von der Sowjetunion bedroht fühlte, wuchs in kürzester Zeit von 5 auf über 40 Prozent. Der Druck auf die sozialdemokratische Regierung unter Ministerpräsident Palme, die auf Ausgleich mit der Sowjetunion bedacht war, nahm zu. Schließlich bezichtigten hohe schwedische Offiziere den Präsidenten gar des Landesverrats.

Olof Palme wurde am 28. Februar 1986 durch Schüsse tötlich verwundet von wem, ist bis heute ungeklärt. Er starb am nächsten Tag.

T:I:S, 30. Mai 2007

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27. Folge

"Four Dead in Ohio"

"Four Dead in Ohio" - so besang Neil Young die vier ermordeten Studenten, nachdem die National Guard im Mai 1970 in eine Menge unbewaffneter Demonstranten der Kent State University gefeuert hatte. Angeblich - so lautete die offizielle Legende - weil aus der Menge heraus auf die Polizeitruppe geschossen worden war. 

Nicht nur Neil Young bezweifelte das damals, doch wurde jede Kritik an der offiziellen Version mit dem Stigma "Verschwörungstheorie" unterdrückt. Nach 37 Jahren nun liegt der Beweis dafür vor, dass die Verschwörungstheorie der Wahrhheit entsprach - ein Tonband, auf dem aus der Menge nur Anti-Kriegs-Parolen zu hören sind - und dann der Feuerbefehl des diensthabenden Offiziers. Mehr dazu hier .

Geklaut bei Mathias Bröckers, T:I:S, 8. Mai 2007

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26. Folge

Unruhegebiete in Turkmenistan gesucht

Deutsche Welle läßt verbreiten: "Diese Papiere sind zu sensibel, um veröffentlicht zu werden".

Turkmenistan liefert zur Zeit all sein Erdgas an Rußland. Unter dem Deckmantel einer obskuren  Nicht-Regierungsorganisation versucht die deutsche Regierung, in dem mittelasiatischen Land Unruhe zu stiften und den Rest der EU hinter sich zu bringen. Rußland soll ausgebootet werden.   

German Foreign Policy,  T:I:S, 20. Februar 2007

Anmerkung: Für vier Euro im Monat haben Sie Zugang zu allen archivierten Berichten von German Foreign Policy, dem führenden außenpolitischen Portal des Landes.   

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25. Folge

Bombenbasteln als Hobby 

0815-info, T:I:S, 2. Februar 2007

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24. Folge

Heinrich Böll war US-staatlich gesteuert. 

German Foreign Policy, T:I:S, 24. November 2006

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23. Folge

Unter falscher Flagge

Historische und aktuelle Beispiele für Verschwörungen

 Video, 1 Stunde 52 Minuten, deutsch übersprochen. Terrorstorm eignet sich für einen Video-Abend unter Freunden. Die New Yorker und die Londoner Anschläge werden entlarvt - als inszeniert.  

T:I:S, 12. November 2006

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22. Folge 

Rolling Stone: Bush wiedergewählt durch Manipulation

(HAB) Lange zur Verschwörungstheorie erklärt, wird inzwischen sogar von Springers Hamburger Abendblatt in Erwägung gezogen, daß Bush seine Wiederwahl intensiver Manipulationen der Präsidentschaftswahl 2004 verdankt. Eine Recherche hierzu wurde vom US-Magazin Rolling Stone veröffentlicht. 

meta-info, 5. Juli 2006

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21. Folge

Ralph Kutza

Der Angriff Israels auf die USS Liberty

Am 8. Juni 2006 jährte sich zum 39. Mal der Angriff israelischer Streitkräfte auf das amerikanische Aufklärungsschiff USS Liberty (größere .pdf-Datei). Von der Besatzung wurden 34 getötet und 173 verletzt .

Der Angriff erfolgte während des Sechstagekriegs 1967. Mehrere israelische Kampfflugzeuge attackierten damals das in internationalen Gewässern im Mittelmeer langsam dahinfahrende, damals hochmoderne US-Aufklärungsschiff, das laut Überlebendenaussagen klar als amerikanisches Schiff identifizierbar war (Flagge am Heck; Außenbordwand-Markierungen). Die israelischen Flugzeuge griffen ohne jegliche Warnung mit Raketen an, setzten ihre Bordkanonen und sogar Napalm ein. Gleichzeitig wurden augenscheinlich sämtliche amerikanischen Notfall-Frequenzkanäle der Liberty gestört („Jamming“).

Im Anschluß an den Lufwaffenangriff näherten sich israelische Torpedoboote, schossen mehrere Torpedos auf die bereits schwer lädierte Liberty ab, und feuerten dann auch noch längsschiffs mit ihren Schiffskanonen auf die Liberty. Eine Versenkungsabsicht ist schwerlich zu leugnen. Erfolgreich gelang es der US-Besatzung aber, verzweifelt um ihr nacktes Überleben zu kämpfen, d.h. erstens das Sinken zu verhindern und zweitens auf Basis der Trümmer der zerschossenen Kommunikationsanlagen kurzfristig provisorische Sendefähigkeit wiederzuerlangen und bei der flugzeugträgerbestückten Sechsten US-Flotte eine so dringend benötigte Rettung anzufordern. Deren US-Flugzeuge erhielten unverschlüsselte Abschußgenehmigung bezüglich der ominösen Angreifer und umgehend verschwanden die Torpedoboote. Auch ein bereits über der Liberty schwebender Helikopter mit israelischen Soldaten als Enterkommando in voller Kampfmontur flog unverrichteter Dinge wieder weg. Unmittelbar darauf meldete sich das israelische Militär beim amerikanischen, man habe wohl versehentlich ein amerikanisches Schiff angegriffen, das man mit einem ägyptischen verwechselt habe. Die US-Regierung akzeptierte letztlich diese laue Ausrede, sehr zum Mißfallen höchster Militärs (wie Admiral Thomas Moorer) oder entgegen der Einschätzung des früheren CIA-Chefs Richard Helms...

Dr. Ralph Kutza erklärt diese und eine weitere Aktion der israelischen Verteidigungskräfte und des israelischen Auslandsgeheimdienstes Mossad in seinem Beitrag über Die seltsamen Warnungen eines bayerischen Innenministers vom 12. Juni 2006

T:I:S, 13. Juni 2006

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20. Folge:

Deutsches Kapital und deutsche Demokraten auf dem Balkan 

Bombardieren, Überfallen, Plündern 

German Foreign Policy berichtet über Mazedonien: 

15 Jahre nach der von Deutschland geförderten Sezession aus dem jugoslawischen Staatsverbund steht Mazedonien vor der vollständigen Preisgabe seines Besitzes an ausländische Konzerne. "(F)ast alle staatlichen Vermögenswerte sind verkauft", resümiert die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung nach der Übernahme von ESM, des bisher in Gemeinbesitz befindlichen Monopol-Stromversorgers durch ein österreichisch-deutsches Unternehmen. 

Wer konnte sich was abzweigen? Politiker der FDP, der CSU, der SPD, der Grünen und der CDU. André Brie ist nicht dabei. 

Bei EnBW (Energie Baden-Württemberg AG, T:I:S), das sich erfolgreich in Mazedonien etabliert hat, ist der frühere deutsche Außenminister Kinkel (FDP) aktiv. Kinkel spielte bei der Zerschlagung Jugoslawiens eine herausragende Rolle. Auch der frühere deutsche Finanzminister Theo Waigel (CSU) arbeitet für EnBW. Ebenfalls bei EnBW tätig ist Thomas Oppermann (SPD), der dort den ehemaligen Parlamentarischen Staatssekretär Rezzo Schlauch (Bündnis 90/Die Grünen) trifft. Während CDU/CSU den Überfall auf Belgrad offen befürworteten, sicherten SPD und Grüne den Kriegskurs im skeptischen Segment der deutschen Öffentlichkeit ab. Als besonders identitär kann die EnBW-"Beirats"-Tätigkeit von Matthias Wissmann und Dr. Rolf Linkohr gelten: Wissmann (CDU) ist Parlaments-Vorsitzender des Ausschusses für die Angelegenheiten der Europäischen Union, Linkohr (SPD) nennt sich "Sonderberater des EU-Kommissars für Energiefragen" und hat es zum Direktor des "Centre for European Energy Strategy" (C.E.R.E.S) gebracht. 

Die Verschwörungspraxis überflügelt alle Verschwörungsfantasie.

T:I:S, 5. April 2006

siehe auch Mazedonien, Lehrstück in Propaganda und Mazedonien, amerikanische Kriegsführung

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19. Folge:

Chris McGreal

Israel, das Apartheid-Regime und die Juden

Chris McGreal berichtet im Guardian über die geheime Rüstungskooperation zwischen dem südafrikanischen Apartheid-Regime und Israel, über jüdische Apartheid-Anhänger und -Gegner und über den staatlichen israelischen Rassismus.

South Africa's prime minister John Vorster (second from right) is feted by Israel's prime minister Yitzhak Rabin (right) and Menachem Begin (left) and Moshe Dayan during his 1976 visit to Jerusalem. Photograph: Sa'ar Ya'acov

Viele seiner Gesprächspartner vergleichen den zionistischen Rassismus mit dem der Buren; aus unterschiedlichen Gründen weisen einige eine Gleichsetzung zurück. 

Eine journalistische Perle in zwei Teilen: Teil 1; Teil 2

T:I:S, 8. Februar 2006    

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18. Folge

Ein Besucher über Giuliana Sgrena 

Ein Besucher war am Donnerstag, dem 2. Februar 2006 im Stuttgarter Theaterhaus, hat die Diskussion mit Giuliana Sgrena miterlebt und anschließend diverse Kommentierungen in Fernsehanstalten gesehen und gehört. 

Einiges, was Frau Sgrena ausführte, und was das Publikum sehr überraschte, habe er jedoch nicht wieder gehört: 

a) Frau Sgrena erhielt von einem der Entführer kurz vor ihrer Freilassung ein goldenes Halskettchen mit den Worten "In wenigen Tagen werden Sie wieder nach Rom reisen können, aber passen Sie auf, denn die Amerikaner haben vor, Sie zu töten."

b) Giuliana Sgrena wurde unter Beisein zweier Italiener vom amerikanischen Geheimdienst verhört. Die beiden Italiener unterzeichneten anschließend den Abschlussbericht nicht, weil er den Aussagen von Frau Sgrena nicht entsprach. Dagegen verfassten sie ihren eigenen Bericht. Die italienische Regierung hatte kein Interesse, Einzelheiten von Guiliana Sgrena zu erfahren.

c) Frau Sgrena führte aus, dass auch Amerikaner irakische Geiseln nehmen - nicht nur Frauen, um den Aufenthaltsort derer Männer oder Söhne zu erfahren, sondern ebenso männliche Geiseln. 

Bis heute hat Giuliana Sgrena keine Erklärung dafür, warum die Amerikaner ihr Fluchtauto beschossen haben. Psychologisch hat sich dieses zweite Trauma verheerend auf sie ausgewirkt: Calipari hat ihr kurz vor dem Überfall einfühlend klar gemacht, dass sie nun endgültig frei sei. Als sie gerade begann, ihre Freilassung zu realisieren und eine ungeheure Freude darüber zu empfinden, passierte dieser Mord an ihrem Beschützer, wie sie Calipari selbst nennt, und die Freude wurde somit jäh abgeschnitten. Sie konnte danach die Erleichterung und dieses Hochgefühl ihrer Freilassung nie wieder empfinden.

Siehe auch 7. Folge

T:I:S, 5. Februar 2006

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17. Folge:

CIA, Schily, CIA, Steinmeier, CIA, Schröder, CIA, Merkel, CIA, Fischer, CIA.

T:I:S, 6. Dezember 2005

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16. Folge:

"But honestly, I mean, conspiracy theories…“

Die britische Regierung versucht weiterhin, das Memo, nach dem Bush den Vorschlag gemacht haben soll, Aljazeera zu bombardieren, zu entkräften und erreicht damit das Gegenteil.

Telepolis, 27.11.2005

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15. Folge:

Kabale statt Liebe - Larry Wilkerson

Larry Wilkerson, Stabschef des ausgeschiedenen Außenministers Colin Powell von 2002 bis 2005,  behauptete am 19. Oktober 2005 vor der Washingtoner New America Foundation, Vizepräsident Cheney und Verteidigungsminister Rumsfeld führten eine Clique (Cabal) an. Die Clique herrsche gnadenlos. Sie schlösse Teile der herrschenden Klasse der USA und der Verbündeten aus ihren Entscheidungen aus. Sie düpiere zahllose Staatsleute. Eine Wende in der US-Außenpolitik und im Staatsapparat sei erforderlich. Der angerichtete Schaden werde erst in Jahren behoben sein.

Das System der "checks and balances" sei gestört, die Ziele der Regierung würden vor dem Apparat und den Bündnispartnern verborgen. Der Apparat könne sich mit nichts identifizieren, da ihm kein Ziel vorgegeben werde, und resigniere. Teile der Streitkräfte würden mit den Füßen abstimmen und gehen. Die Macht der USA sei in Gefahr. 

Die US-Regierung habe keine der Begründungen für die Irak-Besetzung aufrecht erhalten können. Eines Tages würden sich die USA für ihre Taten schämen: "We will be ashamed. This is not us."

Doch angesichts des bereits angerichteten Schadens könnten nun die US-Forces nicht aus dem Irak abgezogen werden. Der Irak sei eine strategische Angelegenheit - wegen der Ressourcen. Deshalb sei bereits die Internationalisierung des ganzen Nahen Ostens vorgeschlagen worden. Teile der Welt seien zur Zeit im Wesentlichen faschistisch. 

Er meinte nicht die USA.

Video-Stream von der Rede und der Diskussion mit kleinem Bild und gutem Ton über Windows Media Player: rechtes Icon auf dieser Seite anklicken. Oder dort das "Transscript" (pdf-Datei) herunterladen.

T:I:S, 27. Oktober 2005

In: Scooter and the Neocons.The Libby Indictment spricht Paul Craig Roberts - stellvertretender Schatzminister unter Ronald Reagan - von einer kriminellen Verschwörung zum Hochverrat.

T:I:S, 31. Oktober 2005

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14. Folge:

Klaus von Raussendorff:

Neues im Fall Lockerbie. Hauptbeweisstück der Anklage von der CIA fabriziert

 

 aikor.de (pdf-Datei), T:I:S, 24. Oktober 2005  

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13. Folge

Beyond Petroleum: Blood 

BP und Amoco, die 1998 fusionierten, standen hinter dem Aufstand im Juni 1993, der den azerischen Präsidenten Abulfaz Elchibey aus Baku verjagte und dem ehemaligen Vorsitzenden der kommunistischen Partei, Heidar Aliev, wieder an die Macht verhalf. Die Sunday Times vom 26. März 2000 zitierte entsprechende Dokumente des türkischen Geheimdienstes und die Aussagen eines Agenten. Die Intervention sollte den Abschluß eines Vertrages über die Ausbeutung kaspischer Ölfelder verhindern, um in Neuverhandlungen bessere Konditionen zu erreichen. Nach dem Umsturz hätten BP und Amoco zusammen mit Mobil, Exxon und der türkischen TPAO Aliev angeboten, ihn mit Waffen und Söldnern im Kampf gegen Armenien um die Herrschaft über Nagorny-Karabach auszustatten. 

„Alle Ölfirmen-Vertreter einschließlich derer von BP”, so der türkische Agent, „boten dem Präsidenten und Premierminister von Aserbaidschan Hilfe im Kampf gegen Armenien an.“ 

Wenige Monate später wurde der Jahrhundert-Vertrag über 5 Milliarden britische Pfund geschlossen, der BP und Amoco als Konsortialführer in Aserbaidschan etablierte.

BP stehe in engem Kontakt mit dem britischen Geheimdienst, so die Sunday Times, und beschäftige mehrere ehemalige MI6-Mitarbeiter. Die Firma gestand, dem Verhandlungsführer Alievs 360 Millionen Dollar Schmiergeld gezahlt zu haben, bestritt aber jede Beteiligung am Umsturz oder an Waffengeschäften. 

Drei Jahre zuvor hatte BP zugeben müssen, daß es die kolumbianische Armee mit Waffen ausgestattet hatte, aber jedes Fehlverhalten bestritten. 

T:I:S, 27. September 2005

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12. Folge

Der Antisemit und seine zionistischen Freunde 

Berlusconi, das Attentat von Bologna und die Anti-Defamation League

Antideutsche Blättchen raunten es, Panorama, der Spiegel und die Zeit: Antisemiten sind Verschwörungsfantasten; daher sei auch Antisemit, wer eine Verschwörung der Herrschenden vermute, wo längst Linke oder Islamisten als Täter feststünden - zumindest sei er struktureller Antisemit. So wie alles, was vier Beine hat, ein Hund ist, zumindest strukturell: Denn ein Hund hat vier Beine. 

Silvio Berlusconi ist Antisemit, nicht strukturell, sondern einfach so. 2003 behauptete er, den Juden sei in Italien unter Mussolini nichts passiert. Keine Diskriminierungen, keine Deportationen, kein Primo Levi in Auschwitz – der Premierminister Italiens könnte nach deutschem Recht als krimineller Leugner bestraft werden. Aber Berlusconi ist kein Verschwörungsfantast, wie gar mancher Antisemit, sondern Verschwörungspraktiker: Die Geheimloge P2 hat vor 25 Jahren den Bahnhof von Bologna in die Luft gesprengt, dadurch 85 Leute ermordet und Hunderte verletzt; Mitglied der Loge mit der Nummer 1816 war seit 1978 der damalige Bauunternehmer Silvio Berlusconi. Er blieb Mitglied bis 1981, als die Loge aufflog. Das war ein Dreivierteljahr nach dem Bombenattentat von Bologna. Die Rechten wollten das größte Attentat der italienischen Geschichte Linken in die Schuhe schieben, doch ein Ermittlungsrichter hielt zäh an einer Verschwörungstheorie fest, die sich dann als zutreffend herausstellte: Eine Clique der herrschenden Klasse hatte das Attentat begangen. Die sogenannte Strategie der Spannung sollte Chaos erzeugen und Faschisten an die Macht bringen. 

Der Verschwörer Berlusconi erhielt kurz nach seinem antisemitischen Bekenntnis 2003 den Distinguished Statesman Award – den Preis als hervorragender Staatsmann. Den verlieh ihm die Anti-Defamation League, eine große zionistische Organisation in den Vereinigten Staaten. Der Preis, so ihr Vorsitzender Foxman, komme Berlusconi für seinen Einsatz im Kampf gegen den Antisemitismus zu. Von der Öffentlichkeit auf den Widerspruch zur antisemitischen Bemerkung des Preisträgers hingewiesen, meinte Foxman, Berlusconi stünde fest an der Seite Israels und habe Bushs Irak-Krieg unterstützt. Für die Bemerkung habe sich Berlusconi entschuldigt. [Quelle: AP vom 18. September 2003]. 

Berlusconi und die US-Zionisten sind Freunde. Sie sind Freunde auf der Handlungsebene: Verschwörungen wie die P2-Loge und Attentate, wie sie die israelische Regierung immer wieder gegen Palästinenser verübt, gehen in Ordnung. Ebenso die Mordbrennerei US-amerikanischer und italienischer Soldaten im Irak. Und die beiden sind Freunde auf der ideologischen Ebene: Als Fantast und Antisemit wird diffamiert, wer israelischen Regierungsmord Mord nennt oder die US-amtliche Verschwörungstheorie über den 11. September bezweifelt. Ob Jude oder wilder Antisemit ist wurscht: Arm in Arm schützt man die eigene Verschwörungspraxis. 

T:I:S, 4. August 2005  

Quellen: Hexenküche und Deutschlandfunk; Dank für den Hinweis an Andreas Hauß

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11. Folge

Die Fortsetzung der CIA mit anderen Mitteln

Knut Mellenthin hat in dern jungen Welt einen Überblick geliefert über die CIA-ähnlichen Methoden des US-amerikanischen National Endowment for Democracy - NED. Er nennt die Höhe der staatlichen Finanzmittel für das NED und seine Partnerorganisationen, darunter die Gewerkschaft AFL-CIO. Er beschreibt die verdeckten Methoden; und die Erfolge des konspirativen Vorgehens in Afghanistan, in der Mongolei, in Bulgarien, in Albanien und früher in Mittelamerika. An Chávez und den Venezolanern ist das NED allerdings kläglich gescheitert. Zum Überblick.

SteinbergRecherche hat das NED in drei Beiträgen bereits erwähnt:

Reporter ohne Grenzen
National Endowment for Democracy hat früher antikommunistische US-Kampagnen in
aller Welt finanziert, in jüngerer Zeit die neoliberale Opposition in Serbien ...
www.steinbergrecherche.com/reporterohnegrenzen.htm - 12k - Im Cache - Ähnliche Seiten

Verschwörungspraxis
Sie schleusten Geld über Stiftungen wie das National Endowment for Democracy in
vermeintlich demokratische lokale Organisationen ein: in politische Parteien ...
www.steinbergrecherche.com/verschwoerungspraxis.htm - 37k - Im Cache - Ähnliche Seiten

IWPR
Für das IWPR nennt Laughland im Guardian als Geldquellen: das US-Außenministerium,
USAid, den National Endowment for Democracy, das US Institute for Peace, ...
www.steinbergrecherche.com/iwpr.htm - 11k - Im Cache - Ähnliche Seiten

T:I:S, 28. Juli 2005

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10. Folge

Unter falscher Flagge 

Private geheimpolizeiliche Parallelstruktur in Italien aufgedeckt. Spekulationen um Verbindungen zur CIA-Entführung eines Imams nach Ägypten 

Die »Abteilung für Strategische Antiterrorstudien (DSSA)«, die im März 2004 in mehreren italienischen Städten ihre Arbeit aufgenommen hatte, gab sich seriös. Sie tat es dermaßen überzeugend, daß Polizeibeamte und andere Regierungsstellen glaubten, mit einer offiziellen Behörde zu tun zu haben. Flugs waren sie bereit, mit den beiden Leitern von DSSA, den Signori Dr. Gaetano Saya und Riccardo Sindoca, zusammenzu arbeiten. Nun hat die italienische »Antiterrorpolizei« (Digos) die beiden Männer festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, eine illegale Parallelstruktur in der italienischen Polizei unter dem Deckmantel der »Terrorismusbekämpfung« geschaffen zu haben... weiter im Text von Rainer Rupp in der jungen Welt. 

T:I:S, 5. Juli 2005

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9. Folge

Marionetten an Dollarscheinen

Der abtrünnige CIA-Agent Philip Agee berichtet, wie die Regierungen der USA in Chile, Nicaragua und Venezuela ihre Marionetten förderten. Sie schleusten Geld über Stiftungen wie das National Endowment for Democracy in vermeintlich demokratische lokale Organisationen ein: in politische Parteien, Gewerkschaften, in die Jugend- und Studentenbewegung des jeweiligen Landes, in Intellektuellengruppen, Berufs- und Kulturorganisationen, religiöse Gruppen und Frauengruppen, und besonders in die öffentlichen Informationsmedien. 

Das Wesen der CIA-Intervention in Venezuela. Interview mit Philip Agee von Jonah Gindin auf Znet (deutsch)

T:I:S, 26. April 2005

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8. Folge: Economic Hit Man

(Ergänzung: Andreas Mylaeus hat eine Rezension in Zeit-Fragen Nr.9 vom 28.2.2005  veröffentlicht. Amy Goodman hat ein Interview mit John Perkins geführt bei Democray Now. T:I:S, 31. März 2005)

Der Spiegel, das Sensationsblatt aus Hamburg schreibt: „Perkins wirkt keineswegs wie ein durchgeknallter Verschwörungstheoretiker oder linkslastiger Agitator.“ Kein Wunder, denn der „ökonomische Auftragsmörder“ John Perkins hat nach eigener Aussage im US-Auftrag Dritte-Welt-Staaten ruiniert und politisch gefügig gemacht: Er hat weder theoretisiert noch agitiert - er ist Verschwörungspraktiker. Fälschung, Betrug, Bestechung und Wahlmanipulation  – mit diesen Mitteln haben Perkins und seine Mitverschwörer unter anderem Ecuador und Indonesien in die Schuldenfalle gelockt, und damit in die Abhängigkeit von Weltbank und US-Konzernen. Alles Schwindel, wie so oft im Spiegel? Wahrscheinlich nicht. Perkins’ Bestseller „Economic Hit Man“ ist auf Deutsch erschienen. Der Spiegel hat das Buch rezensiert.

T:I:S, 30. März 2005

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7. Folge: Ein bedauerlicher Unfall

Giuliana Sgrena, die italienische Journlistin von Il Manifesto und von der Hamburger Zeit, ist beim US-amerikanischen Beschuß im Irak stärker verletzt worden, als angenommen. Naomi Klein sprach erst mit ihr und dann mit Amy Goodman von Democracy Now. Sgrena konnte viele Fragen zum Beschuß nicht aufklären. Aber sie habe versichert, so Naomi Klein:

  1. Das beschossene Fahrzeug befand sich nicht auf der anschlagsgefährdeten Straße zum Flughafen, so die US-Version, sondern auf einer Sicherheitsstraße hinter der Grünen Zone, die Diplomaten und hohen Militärs vorbehalten ist. Die Grüne Zone ist festungsartig gesichert. Nur wer mehrfach kontrolliert und durchsucht wurde, wird eingelassen.
  2. Das schießende Gerät, ein Panzer,  stand an keinem Kontrollpunkt, es gab keinen Kontrollpunkt mehr hinter der Grünen Zone.
  3. Der Panzer beschoß Sgrenas Auto nicht von vorn oder von der Seite, sondern von hinten. Deshalb blieb als einziger der Fahrer unverletzt.
  4. Es gab keinerlei Vorwarnung oder Aufforderung zum Stoppen. 

Das ganze Interview steht bei Democracy Now. Siehe auch 18. Folge.

T:I:S, 30. März 2005 (Ergänzung)

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US-Militärs sprachen von einem bedauerlichen Unfall. Der Wagen, in dem Sgrena saß, sei auf den Kontrollpunkt zugerast. Als der Fahrer auf eine Aufforderung zum Anhalten nicht reagiert habe, sei das Feuer eröffnet worden. Sgrena beschrieb die Geschwindigkeit des Autos dagegen als „normal“. „Uns war zuerst überhaupt nicht klar, woher die Schüsse kamen“, fügte sie hinzu. „Es war nicht der Kontrollpunkt, sondern eine Patrouille, die auf uns schoß, nachdem sie uns mit einem Scheinwerfer angestrahlt hatte."

DIE WELT.de, 5. März 2005

Selon son compagnon Pier Scolari "Giuliana avait des informations et les militaires américains ne voulaient pas qu'elle s'en sorte vivante... Les Américains et les Italiens avaient été avisés du passage de la voiture. Ils étaient à 700 mètres de l'aéroport, ce qui veut dire qu'ils avaient passé tous les contrôles... Toute la fusillade a été suivie en direct par la présidence du Conseil qui était au téléphone avec un des membres des services spéciaux. Puis les militaires américains ont confisqué et éteint les téléphones portables".

Ihrem Lebensgefährten Pier Scolari zufolge "hatte Giuliana Informationen, und das amerikanische Militär wollte nicht, daß sie da lebend raus kommt... Den Amerikanern und den Italienern war die Durchfahrt des Wagens avisiert worden. Sie waren 700 Meter vom Flughafen entfernt, was bedeutet, daß sie alle Kontrollen passiert hatten... Die ganze Schießerei wurde live von der Ratspräsidentschaft verfolgt, die mit einem der Mitglieder der Sondereinsatzkräfte telefonisch verbunden war. Dann haben die amerikanischen Militärs die Handys eingezogen und ausgeschaltet."  

Le Monde.fr, 5. März 2005

T:I:S, 5. März 2005

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6. Folge: Syrien, das Öl und die parlamentarischen Demokraten

1957, als alle außer den Kommunisten die parlamentarische Demokratie priesen, da schmiedeten die gewählten Spitzen der beiden größten Demokratien der Welt ein Komplott gegen Syrien. Durch Syrien führte die Haupt-Ausfuhr-Leitung für  Öl aus dem britisch-US-amerikanisch beherrschten Irak in die Türkei. Dwight Eisenhower, Präsident der USA, und Harold Macmillan, Premierminister Großbritanniens, fürchteten, Syrien könnte sich der Sowjetunion zuwenden und den Kolonisatoren das Öl abdrehen. Sie beschlossen, Zwischenfälle an den Grenzen mit dem Irak und Jordanien zu provozieren, Sabotage und Anschläge im Lande zu veranstalten und schließlich die Regierung zu stürzen. 

In einem Papier von 1957, das 2003 bekannt wurde, heißt es: “Um die Arbeit der Befreiungskräfte zu erleichtern, die Fähigkeit des syrischen Regimes zur Organisation und Leitung seiner Militäroperationen zu mindern und Verluste und Zerstörungen zu minimieren... sind besondere Anstrengungen zur Ausschaltung bestimmter Schlüsselpersonen zu unternehmen. Ihre Beseitigung sollte in der Frühphase des Aufstands und der Intervention und den dann herrschenden Umständen gemäß vollzogen werden.“

Das Papier nennt die Schlüsselpersonen: Abd al-Hamid Sarraj, Chef des Militärgeheimdienstes; Afif al-Bizri, Chef des Generalstabs; und Khalid Bakdash, Führer der syrischen kommunistischen Partei. Es fand die Zustimmung der beiden Verschwörer, das steht heute fest. Die irakischen und jordanischen Verbündeten zögerten jedoch, und der parlamentarisch-demokratische Mordplan konnte nicht umgesetzt werden.

Quelle: Ben Fenton: Macmillan backed Syria assassination plot. Documents show White House and No 10 conspired over oil-fuelled invasion plan. Guardian, Saturday September 27, 2003

Dank für den Hinweis an Knut Mellenhin.

T:I:S, 5. März 2005 

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5. Folge: James Dale Guckert, alias Jeff Gannon

Falscher Journalist mit falschem Namen und halbseidener Vergangenheit als Stichwortgeber bei den Pressekonferenzen von George W. Bush - siehe Freitag und Washington Post.

Dank für den Hinweis an Mathias Bröckers.

 T:I:S, 2. März 2005

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4. Folge: "Wer einen Huckel sieht, der spinnt!"

Von zwei Verschwörungen um die gleiche Sache kann ich heute berichten.  

Bei einem Wahlduell, Sie erinnern sich, soll sich unter Bushs Jacke ein Huckel abgezeichnet haben. www.salon.com meinte, das sei ein Empfänger, über den Bush die passenden Diskussionsbeiträge ins Ohr geflüstert wurden. Die US-Presse schwieg, dementierte oder schalt salon.com der Verbreitung einer Verschwörungstheorie. Das New York Times Magazine spottete:  

“Ein Gerücht, daß der Präsident in den Fernsehdebatten irgendwie geschummelt haben soll – War da ein Draht unter seiner Jacke? Vernahm er Karl Roves Stimme über einen mikroskopischen Ohrhörer  - huscht über das Internet und setzt sich in den dunklen Ecken der öffentlichen Fantasie fest.“

Inzwischen ist sicher: Die Bilder mit der Beule waren echt, Echtheitszertifikate wurden sofort von Fotografieexperten eingeholt. Die Empfängertheorie stimmt mit größter Wahrscheinlichkeit.

Das ist etwa der Typ von Empfänger mit Ohrhörer, der verwendet wurde.

Fest steht auch: Die führende US-Presse, allen voran die New York Times, weigerte sich, die vermutlich wahre und genau recherchierte Verschwörungstheorie zu publizieren, obwohl ihr die Echtheitszertifikate vorlagen. 

Doch lesen Sie selbst, und zwar hier.  

Zur Verschwörungspraxis der Herrschenden kommt die Verschwörungspraxis der herrschenden Presse hinzu: Die Presse diffamiert den als Verschwörungsfantasten, der die Verschwörungspraxis aufdeckt.

Dank an Mathias Bröckers für seinen Blog-Hinweis.

T:I:S, 7. Februar 2005

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3. Folge: CIA-Software in sibirischer Gasleitung

Die Vereinigten Staaten haben Pipeline-Software nach Sibirien geliefert, die von der CIA präpariert wurde. Um die Gaslieferungen nach Westeuropa, die Währungsrückflüsse und den internen Wirtschaftskreislauf  zu unterbrechen, sorgen Programmierschleifen angemessene Zeit nach der Installierung der Pumpen, Ventile  und Filter dafür, daß der Druck auf Schweißnähte und Rohrverschraubungen das verträgliche Maß weit übersteigt.  Die Verbindungen geben nach - und eine riesige Explosion zerstört nicht nur die gesamte Umgebung, sondern legt vor allem die Gasförderung still.  

Das ist kapitalistische Verschwörungspraxis. Die letzte Explosion dieser Art ereignete sich allerdings im Sommer 1982. Zweiundzwanzig Jahre später stand alles im Wall Street Journal Europe: Thomas C. Reed, Luftwaffenminister unter Ronald Reagen, hat mit CIA-Erlaubnis ein Buch daraus gemacht . Die Zeitung hat den Bericht aus der Washington Post übernommen.  

Quelle:  David E. Hoffman: U.S. Sabotaged Soviet Economy in 1980s. CIA Program Employed Covert Transfers of Technology With Hidden Malfunctions. The Wall Street Journal Europe, p. A2, February 27 - 29, 2004, siehe http://www.msnbc.msn.com/id/4394002/ 

T:I:S, 3. Februar 2005

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2. Folge: Das System ist vollständig übernommen worden - von einer Sekte.

Hier zwei Ausschnitte aus einem Interview mit Seymour Hersh (von Amy Goodman) auf Democracy Now. Seymour Hersh ist Pulitzer-Preisträger. Er hat den My-Lai-Skandal aufgedeckt und die Folterungen in Abu Ghraib. Im Dezember 2004 hat er in der New Yorker Steven Wise Free Synagogue einen Vortrag gehalten.

... Einer der Wege – eine der Sachen, die man sagen könnte – verblüffend  ist, daß wir im Grunde von einer Sekte übernommen worden sind. Acht oder neun Neo-Konservative haben sich irgendwie die Regierung geschnappt. Doch wie, und warum, und wie sie das so effizient machen konnten, das muß warten, auf spätere Historiker und bessere Unterlagen, als wir jetzt haben. Aber sie haben es verstanden, die Bürokratie zu überwinden, den Kongreß und die Presse, mit der größten Leichtigkeit. Das sagt etwas darüber, wie zerbrechlich unsere Demokratie ist. Man muß sich fragen, was eine Demokratie ist, wenn es darauf hinausläuft, daß ein paar Leute im Pentagon und ein paar Leute im Weißen Haus ihren Willen bekommen. Sie haben die CIA kalt gestellt, weil da Leute drin waren – das wirkliche Ziel von Goss* war nicht, die ausführenden Leute anzugreifen, sondern die Nachrichten-Leute. Da gab es Leute – ernsthafte höhere Geheimdienstleute, die anderer Meinung sind als das Weiße Haus, als Cheney hauptsächlich, das meine ich mit dem Weißen Haus, und Rumsfeld, in  vielen Angelegenheiten.  Wie jemand sagte, das Ziel in den letzten Monaten war, die Abtrünnigen von denen zu trennen, die wahren Glaubens sind. Das ist es. Das wahre Ziel war: die „Agency schmälern“. Ich scheibe bald über das alles, ich will also nicht überziehen, aber es gab eine enorm große Veränderung in der Regierung. Eine Machtzusammenballung ...

[Hersh berichtet danach über Fotos, die zeigen, wie ein arabischer Abu-Ghraib-Gefangener von zwei Schäferhunden zerbissen wird.] 

… Aus all dem folgt im Kern – wissen Sie, wir alle haben in Washington mit „Makro“ zu tun. Bei Makro sind wir verloren. Wir sind nirgends. Die Presse ist nirgends. Der Kongreß ist nirgends. Das Militär ist nirgends. Jeder Vier-Sterne-General, den ich kenne, sagt: „Wer sagt ihnen, daß wir nackt sind?“ Niemand wird es tun. Jeder hat Angst davor, Rumsfeld irgendwas zu sagen. So ist es. Das System ist auf Angst gebaut. Es fehlt nicht an Integrität, das geht tiefer. Denn die individuelle Integrität ist da. Das System ist vollständig übernommen worden - von einer Sekte. 

[Hersh erwähnt abschließend das US-Außendhandelsdefizit und die Staatsverschuldung und rät, US-Aktien zu verkaufen und den Erlös in italienischen Grundstücken anzulegen, und zwar schnell.]  

*Porter Goss, Republikaner (Dank an Andreas B. für die Aufklärung, T:I:S, 29. Januar 2005)   

Zum ganzen Text:  "We've Been Taken Over by a Cult” , 26. Januar 2005

T:I:S, 28. Januar 2005  

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1. Folge: Reptilienfonds

USA TODAY fand heraus: Amstrong Williams, ein Fernsehsprecher, der unter anderm wöchentlich in America’s Black Forum Show auftrat, hatte einen 240 000-Dollar-Vertrag mit dem US-Erziehungsministerium geschlossen. Der Vertrag  verlangte von ihm „regelmäßige Kommentare“ zum Erziehungsgesetz von George Bush „im Verlauf der Sendung“. Außerdem mußte er sicherstellen, daß „Erziehungminister Rod Paige und andere Ministerialbeamte von Zeit zu Zeit als Studiogäste auftreten können“. Beides geschah.

 

Armstrong Williams sagte, er verstünde, daß Kritiker den Vertrag für unmoralisch halten könnten, aber "I wanted to do it because it's something I believe in."

Greg Toppo: Education Dept. paid commentator to promote law. USA TODAY January 7, 2005
George Monbiot: A televisual fairyland. Guardian, comment, Tuesday January 18, 2005 

T:I:S, 20. Januar 2005 

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