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Fregatten für den ÖlraubDie Bundesregierung will die Marine zum Expeditionskorps machen und stattet sie mit neuen Fregatten aus. Vom Bau der Schiffe profitieren die Werften, von ihrem Einsatz auch Ölkonzerne. Mart-Jan Koche, taz, 26. Juli 2007 T:I:S, 27. Juli 2007 *Thomas Immanuel SteinbergMillions and BillionsG. Simon Harak, ein Prediger in der WüsteMillionen Dollar bekämen Christopher A. Williams und Tucker Eskew als Lobbyisten für Northrop-Grumman, den größten Rüstungskonzern der Welt, und für Bechtel, den Baukonzern auf Platz 9 der Liste der größten privaten Unternehmen der Vereinigten Staaten. Doch Milliarden flössen zurück, als Gewinne aus den Geschäften der Konzerne mit der Ermordung, Verstümmelung, Beraubung und Unterjochung von Afghanen, Palästinensern und Irakern.
G. Simon Harak bekennt der kleinen Friedens-Gemeinde in der Kirche an der Altonaer Otzenstraße inmitten seines zahlengespickten Vortrags schelmisch, er habe Schwierigkeiten mit großen Zahlen: Millions and Billions, nur ein Buchstabe unterscheide Millionen von Milliarden im Englischen. Ein Freund habe ihm geholfen: Eine Million Sekunden, das ist ein Zeitraum von elf Tagen. Milliarden Sekunden, das sind 31 Jahre. Elf Tage löhnen, gewiß; und dann 31 Jahre lang kassieren – so rechnet sich's. So rechnen sich auch die Wahlkampfspenden, so rechnet sich für General Electric, einen weiteren Rüstungsgiganten, das Eigentum an NBC, einem vergleichsweise kleinen Konzern – der Medienbranche. Ein Teil der Kriegsgewinne wandert in die Taschen von Condoleezza Rice, von James Comey, vormals stellvertretender Justizminister, und in die Taschen der übrigen Bush-Crew – und zwar durch die "Drehtür": Richard Cheney sicherte bis 1993 als Verteidigungsminister dem Halliburton-Konglomerat* bevorzugte Behandlung bei Rüstungsaufträgen. Der dankte es dem Branchenfremden 1995 mit dem Posten des Generaldirektors. Im Jahre 2000 lies sich Cheney mit geschätzten 20 Millionen Dollar von Halliburton abfinden und wurde Bushs Stellvertreter. Seitdem bezieht er jährlich weiter Beträge von Halliburton, die höher liegen als sein Vizepräsidentengehalt. Und seitdem übersteigen Umsatz und Gewinn von Halliburton jedes Maß. Simon Harak ging in seinem englischen Vortrag mit deutscher Powerpoint-Präsentation** auch auf die Privatisierung vormals staatlicher Militäraufgaben ein. Profiteure sind etwa Blackwater, CACI und L-3 Communications Titan mit ihren Söldnerheeren im Irak und in Afghanistan – und wieder Halliburton. Nur noch 17 Prozent der Militärlogistik wird von den US-Streitkräften bestritten; 83 Prozent von Beschaffung, Zulieferung, Bewachung und sonstiger Ver- und Entsorgung mehren die Gewinne privater Auftragnehmer. Die Ölkonzerne setzen jetzt im Irak Production Sharing Agreements durch: Nominell bleibt das Öl Staatseigentum, doch laut Vertrag verfügt der jeweilige Ölkonzern allein, ohne jede Einschränkung, über Öl, alle Anlagen und die gesamte Gewinnverwendung. Ein Erlaß des Präsidenten Bush stellt US-amerikanische Mitarbeiter der Ölkonzerne im Irak von jeder polizeilichen oder gerichtlichen Verfolgung frei. Simon Harak, vormals Professor für katholische Moraltheologie, war dreimal im Irak. Weil er Medikamente und Kinderspielzeug für die Iraker im großen Gepäck hatte, wurde er strafverfolgt. Er ist Mitbegründer der US-Friedensorganisation Voices in the Wilderness, Stimmen in der Wüste. Auf seine materialistisch fundierte Analyse der Gründe für die Kriege in Palästina, Afghanistan und Irak angesprochen, ob er denn Kommunist oder Marxist sei, antwortet er: Im Kapitalismus beutet der Mensch den Menschen aus; im Marxismus (sic) ist es umgekehrt. Na ja, warf der Berichterstatter ironisch ein: Wir sind halt alle, alle Sünder... Fröhlich kontert Harak: Aber wir taufen sie! Seit 1970 ist Harak Jesuit. T:I:S, 26. Juli 2007 * Ausführliches zu Halliburton bei SteinbergRecherche finden Sie über Scroogle: halliburton site:steinbergrecherche.com ** Die Powerpoint-Präsentation sollte ein belesener deutschkundiger Bruder in Jesu auf Übersetzungsmängel durchsehen und glätten. Falls keiner zur Hand ist, tut's vielleicht auch ein ungetaufter Sünder. G. Simon Harak tourt zur Zeit durch Deutschland. Am 28. Juli zum Beispiel ist er in Karlsruhe, am 30. Juli in Limburg, am 31. Juli in Mainz, am 1. August in Freiburg im Breisgau, am 6. August in Düsseldorf und am 7. August in Essen. Weitere Termine im Internet. *Kriegsgrund Öl vs. KriegspropagandaBrendan Nelson, australischer Verteidigungsminister, erklärt Öl nicht mehr zum Grund für die australische Beteiligung an der Eroberung und Plünderung des Irak. Vielmehr sei dort der Terror zu bezwingen. Vierundzwanzig Stunden zuvor hatte Nelson das irakische Öl in einem Radiointerview noch als Kriegsgrund hervorgehoben, doch Regierungschef John Howard dementierte ihn. ABC Radio Australia, Audio, 5 Minuten, herrliches Australisch, mit der Original- und der Korrekturäußerung des Befehlshabers über alle australischen Raubmörder in Uniform. Das Video fällt dagegen inhaltlich stark ab. T:I:S, 6. Juli 2007 *Thomas Immanuel Steinberg
Öl und Kriege
in Eurasien
Vortrag vor dem
attac-Plenum Hamburg, Donnerstag,
23. Januar 2003, 19.30 Uhr, Curio-Haus, Hamburg - Rotherbaum 1. Fragestellung: Wie hängt das Profitstreben der Konzerne
mit der Geopolitik ihrer Staaten zusammen? 2. Der Zusammenhangs zwischen Öl- und Gasvorkommen,
Transportkorridoren und Kriegen in Eurasien 3. Mutmaßungen über den Fortgang des US-Irak-Konflikts zu 1. „Bei dem Argument, Präsident George W. Bush wolle das
irakische Öl einkassieren, sollten die in der Sache noch unentschlossenen
Beobachter aufhorchen. Hier handelt es sich um eine dieser typischen
anti-amerikanischen Verschwörungstheorien. Bushs vordringliches politisches
Ziel ist die Sicherung seiner Wiederwahl im Jahr 2004. Seine Beliebtheitswerte
stehen nach wie vor auf hohem Niveau, doch das kann sich erfahrungsgemäß
schnell ändern. Bush und seine republikanischen Strategen wissen auch, dass der
alte George Bush im Jahre 1990 ebenfalls hohe Beliebtheitswerte genoss und zwei
Jahre später die Präsidentschaftswahlen haushoch verlor. Um seine eigene
Wiederwahl abzusichern, braucht George W. Bush kein Öl.“ FTD, 21. Januar 2003 a) Zu unterscheiden ist offenbar zwischen
b) Politökonomisch ebenso wichtig: Zusammenhang zwischen
Profitstreben der Konzerne und nationaler Innenpolitik – siehe USA bei Erosion
der inneren Kohäsion. Berührung mit dem Thema u.a. über das Außenhandelsdefizit
der USA als Kern der US-Schwäche, siehe Emmanuel Todd: Après l’empire. Essai
sur ladécomposition du système américain. Gallimard 2002 zu 2. (freihändig, hierzu zahlreiche Texte unter http://steinbergrecherche.com
von 2001 bis heute)
hinsichtlich sogenannter Knappheit, Fristigkeit, Investitionssummen, Rentabilität,
Sensibilität, Umwelt, sogenannten ethnischen oder religiösen Konflikten a) Wo liegt Wolgograd und worum ging es Hitler beim Feldzug
(Wegner-Interview NDR / Hochschule der Bundeswehr) b) AMBO-Pipeline, Balkan – Bosporus / Dardanellen: Camp
Bondsteel und Haliburton c) UNOCAL in Afghanistan – Der goldene Teppich wurde nie
angeboten. d) Nordroute (Tschetschenien) und Tengis-Route CPC
Kasachstan / Noworossisk; Chevron und Exxon haben sich festgelegt e) Iran / BTC Botaş: James A. Baker als Geschäftsmann
und Politiker zu 3. a) Lage der Ölfelder: Raum Kirkuk – angrenzend an Nördliche Flugverbotszone, angrenzend an kurdisches Siedlungsgebiet Raum Basra, Zweistrommarsch – südliche Flugverbotszone, schiitisches Siedlungsgebiet Mitte Bagdad, sunnitisch, kein Öl b) Pipelines lt. Georges Mutin: Géopolitique du Monde
arabe. ellipses 2001 : Fao – Kirkuk – Mosul – Ceyhan und Stichstrecke
nach Syrien hinein. Früher vorhanden und wieder herstellbar : nach Haifa,
so der Spiegel (Blut für Öl-Ausgabe 2003) c) Irakisches Öl sehr billig förderbar (Kreideschicht der
Erdkruste), sehr hohe Qualität, kommt mit sehr hohem Eigendruck
nach oben. d) Szenarien: schneller Krieg / langsamer Krieg; Widerstand
mit Häuserkampf / kein Widerstand; nur Putsch / große Säuberung; Frankreich
und Rußland kommen zum Zug / kommen nicht zum Zug; „Demokratisierung“ /
Schaufenster des Orients – so eine Art KaDeWe; Ölpreis sinkt – Araber
hungern / Ölpreis steigt – Hein Mück fährt nur noch sonntags Auto etc. e) Mein
Szenario: Das US-Kapital pfeift Bush zurück – Der Krieg
wird immer wieder verschoben. Bush behält den Feind, den er braucht. Die Saudis
arrangieren sich weiter mit den USA. Finde ich am wahrscheinlichsten. Die USA erobern nur die Ölgebiete und kümmern sich nicht um das Bagdader Zwischenstück. Alle werden ein bißchen beteiligt, der Ölpreis bleibt, wie er ist und die USA bessern ihr Außenhandelsdefizit mit dem für sie billigen Öl auf. Nur die Wut steigt auf der Welt - und die Angst in den USA. *Steinberg Recherche Referent Texte 2007 Texte 2006 Texte 2005 Texte 2004 Texte bis 2003 Karten Bilder Suchen Home nach oben
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