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Thomas Immanuel SteinbergSchmeißt der Iran Schraubenschlüssel ins Weltfinanz-Getriebe?Matthias Chang, Global Research, glaubt, daß Rußland und China sich der Sanktionierung des Iran angeschlossen hätten, weil der Iran die Entwertung des Dollar betreibe, bevor sie selbst ihre Dollarreserven abgestoßen hätten. Mit dem Atomprogramm habe die Zustimmung zu den Iransanktionen nichts zu tun. Der Zusammenhang in Kürze Der US-Staat Kalifornien ist die siebtgrößte Wirtschaftsmacht der Welt. Auf sich allein gestellt, wäre er längst zahlungsunfähig, und mit ihm die ganzen Vereinigten Staaten – wenn nicht ihre nationale Währung, der US-Dollar, immer noch als Weltreservewährung dienen würde.
Würde China seine Dollar-Währungsreserve plötzlich abzustoßen versuchen, die Dollar-Werte verkaufen wollen, um Euro zu erwerben, oder Gold (z.B. weil Kalifornien eh schon pleite ist, und im Grunde die USA längst mit ihm), dann würde der Kurs des Dollar verfallen und mit ihm der Wert der chinesischen Reserve in Form von Anlagen in den USA. China, die USA und der Rest hätten dann ein Problem: eine Weltwirtschaftskrise. China könnte mittelfristig vom Export als Schwerpunkt auf die Binnennachfrage setzen, also vor allem die Löhne erhöhen, damit die Leute im Lande mehr kaufen. Mittelfristig. Zuvor müßte es versuchen, die Dollarreserve sachte loszuwerden, ohne daß der Dollarkurs alllzu stark fällt. Vorerst jedoch setzt China auf Entfaltung seiner Produktionskraft durch niedrige Löhne, also niedrige Herstellkosten und somit große Konkurrenzfähigkeit auf dem Weltmarkt. Und auf den Werterhalt seiner Dollaranlagen, also den (noch) hohen Dollarkurs. Die USA freilich würden mit einem mittelfristig minderwertigen Dollar viel weniger importieren können, die Regale bei WalMart würden sich leeren, großes Elend würde ausbrechen. Auch alle anderen Welthandelsländer mit Dollarreserven (EU, Russland, Japan) würden große Wertverluste erleiden und könnten nur erschwert in die USA exportieren. Flucht in den Euro gebremst ... Deshalb will im Augenblick kein großer Handelsstaat, daß der Dollarkurs – in seiner heutigen Höhe ein einziger Bluff – ins Bodenlose fällt. Die USA selbst, so nun Matthias Chang von Global Research, hätten kürzlich versucht, der Gefahr einer weltweiten Flucht vom Dollar in den Euro vorzubeugen, und zwar, indem sie die Zahlungskrise im kleinen Griechenland hochgespielt hätten. Die Medien seien den Vorgaben gefolgt, und daher sei die Flucht in den Euro – vorübergehend – gebremst worden. ... aber nur vorrübergehend Doch einer habe nicht mitgespielt: der Iran. Chang deutet an, ohne es direkt auszusprechen, daß der Iran Dollar abgestoßen und Euro gekauft – und sich damit einen Vorsprung vor den übrigen Ländern mit Dollarreserve verschafft hat. Deshalb sei der Wert des Euro gegenüber dem Dollar inzwischen wieder gestiegen, was zumindest kurzfristig den Interessen aller Großen zuwider läuft, die zwar selbst den Dollar abstoßen wollen, aber möglichst bei einem Kurs, den ihnen der Iran nicht schon zuvor vermasselt hat. EUR/USD, sechs Monate; Börse Frankfurt, 21. Juli 2010
Mit den Sanktionen gegen den Iran sei das Land dafür bestraft worden, daß es einen Schraubenschlüssel ins Weltfinanz-Getriebe geworfen habe. So erkläre sich die Zustimmung Rußlands und Chinas zu den Wirtschaftssanktionen. Mit dem iranischen Atomprogramm habe die Zustimmung Chinas und Rußlands nichts zu tun. T:I:S, 21. Juli 2010 Ein aufmerksamer und kritischer Leser führt an, China und Rußland würden schon seit Dezember 2006 die Sanktionsbeschlüsse gegen Iran mittragen. Ihre Beteiligung 2010 ließe sich somit nicht aus iranischen Anti-Dollar-Interventionen am Devisenmarkt erklären. Doch ebenfalls bereits vier Jahre zuvor, nämlich für den 20. März 2006, hatte der Iran die Gründung einer eigenen, dollar-unabhängigen Ölbörse in der Freihandelszone auf der iranischen Insel Kish angekündigt, siehe Pepe Escobar in der Asia Times vom 22. März 2006 und derselbe ausführlich bei Information Clearing House am 19. Februar 2008 . Iran verschob zunächst die Eröffnung der Börse, bis sie schließlich dennoch am 17. Februar 2008 stattfand. Der Widerhall des iranischen Ausstiegs aus dem Ölhandel in Dollar bei der venezolanischen Regierung und in den US-nahen Staaten ist unter Euro greift Dollar an dokumentiert, siehe dort besonders In der Dollar-Klemme. Die iranische Ölbörse – Gefahr oder Panikmache?. Grundlegend ist der Beitrag von Cóilín Nunan: Das Öl, die Währung und der Krieg gegen den Irak von 2003. Für die Beteiligung Chinas und Rußlands an den Sanktionen gegen Iran, angeblich wegen seines – tatsächlich nicht existierenden – Nuklearwaffenprogramms gibt es bisher keine zufriedenstellende Erklärung. Auch schwankt die Haltung beider Länder in der Sanktionsfrage von Abstimmungstreffen zu Abstimmungstreffen, ohne daß klar würde, warum, siehe beispielsweise hier, hier und hier im Archiv von Knut Mellenthin. Deshalb beteiligt sich SteinbergRecherche an der Suche nach den wahren Gründen für das Verhalten beider Mächte. T:I:S, 22. Juli 2010 URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/vtreserve.htm#Schraubenschluessel *Thomas Immanuel SteinbergEuro greift Dollar an: Bush schlägt zurückJeder kann Geld machen. Wer es tut, kann damit mehr Geld machen, zum Beispiel, indem er es verleiht. Deshalb ist uns das Geldmachen per Münzregal verboten: Nur der Fürst darf Geld machen, denn nur er soll mit Geld mehr Geld machen können. Im Handel über Währungsgrenzen hinweg ist entweder Geld gar nicht im Spiel: Das sind Geschäfte Ware gegen Ware, sogenannte Barter-Geschäfte. Der Tausch vollzieht sich gemäß Verrechnungseinheiten. Oder die Währungsbanken (also die Fürsten) hüben und drüben sind beteiligt. Dann regelt sich der Handel über einen Wechselkurs. Ist der Wechselkurs variabel, so bedeutet sein Schwanken ein Risiko für die Händler. Ist er fix, muß er spätestens bei Verschiebungen in der Wirtschaftskraft der beteiligten Währungsgebiete angepaßt weden. Das Schwankungsrisiko ist so also nicht auszuschalten. Ein Zweites. In der Regel führt ein Währungsgebiet nicht exakt soviel aus einem anderen Währungsgebiet ein, wie es dorthin ausführt. Der Ausgleich vollzieht sich entweder über weitere Währungsgebiete oder über den Erwerb bzw. Verkauf von Vermögensgütern von bzw. an Wirtschaftssubjekte im anderen Währungsgebiet. Das bedeutet: Wer dauerhaft mehr aus- als einführt, erziehlt einen sogenannten Warenexportüberschuß. Er häuft im fremden Währungsgebiet Erlöse in Fremdwährung an. Aus den Erlösen erwirbt er Grundstücke, Fabriken, Aktien oder Anleihen im fremden Währungsgebiet. Diesen Vorgang nennt man - etwas verwirrend - Kapitalexport. Mit einem Warenexportüberschuß geht also Kapitalexport, nämlich Erwerb von Vermögen im Fremdwährungsgebiet einher. Ein Drittes. Wegen des Wechselkursrisikos und allerhand weiterer Verwerfungen bei ungeregeltem internationalem Warenverkehr erscheint eine Welteinheitswährung im Außenhandel angebracht. Dann muß nicht immerfort zwischen verschiedenen Währungen ausgeglichen werden. Von der Einheitswährung muß dann aber jedes der beteiligten Fremdwährungsgebiete eine Reserve halten, damit es handeln kann. Eine solche Reservewährung war einmal das Gold und ist gegenwärtig noch weitgehend der Dollar. Da die USA den Dollar machen, also das internationale Münzregal besitzen, können sie, wie jeder Fürst, aus Geld mehr Geld machen. Die USA drucken einfach mehr Dollar, führen damit mehr Waren ein, als sie ausführen. Das können sie erstens, weil alle andern große Mengen Dollars in Reserve halten müssen, um handeln zu können. Das können die USA aber zweitens, weil sie den Erwerb von Vermögen in ihrem Währungsgebiet durch Wirtschaftssubjekte außerhalb ihres Währungsgebiets akzeptieren. Das heißt: Die saudischen, deutschen und japanischen Konzerne legen die durch Warenexport erlösten Dollar in den USA an, solange sie das für relativ ertragreich und relativ risikoarm halten. Solange... Und wenn sie Kapitalanlagen in den USA nicht mehr für ertragreich oder für gefährdet halten, was dann? Was dann ist, steht in diesem Aufsatz, mit aktuellen Links darüber. Zur britischen Dominanz durch Ölhandel ausschließlich in Pfund Sterling siehe Milan Rai. Vortrag, gehalten am 3. April 2003 um 19.30 h in der AGDAZ, SteilshoopURL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/vtreserve.htm#Bush *Steinberg Recherche Referent Texte 2010 Texte 2009 Texte 2008 Texte 2007 Texte 2006 Texte 2005 Texte 2004 Texte bis 2003 Karten Bilder Suchen Home Newsletter?
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