Die falschen Freunde Israels

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Thomas Immanuel Steinberg

Dr. Volker Weiß

Ein Lehrbeauftragter am Fachbereich Geschichte der Universität Hamburg steht mit Geschichte und Gegenwart auf Kriegsfuß

Von den drei Hamburgern, die einst versucht hatten, aus dem marxistischen Juden Moshe Zuckermann einen Antideutschen zu machen, siehe "Zweierlei Israel" von 2003 (1), war einer unbekannt: Volker Weiß. Inzwischen ist Weiß bekannt als Lehrbeauftragter am Fachbereich Geschichte der Universität Hamburg, als Autor von über 20 Artikeln im NeoCon-Blatt Jungle World und in jüngerer Zeit als Jäger auf angebliche Judenhasser in der linken Szene.

So hat er vor zwei Jahren die Aktion gegen Claude Lanzmanns Propagandafilm Pourquoi Israël  mit der Geiselnahme im ugandischen Entebbe 1976 in Verbindung gebracht und behauptet, daß

bei der .. Entführung einer Maschine von Air France durch ein deutsch-palästinensisches Kommando nur jüdische Passagiere ausgesondert und als Geiseln genommen

worden seien. Diese Aussonderung der Juden aus den Flugzeuginsassen hätten die Täter, die Roten Zellen, in ihrem Bekennerschreiben verschwiegen. Wie die Roten Zellen, so seien auch die Propagandafilm-Störer gar keine Gegner der israelischen Staats- und Regierungspolitik, sondern im Grunde Judenhasser gewesen, will Weiß uns weismachen.

Freilich konnten die Roten Zellen damals nichts verschweigen, was gar nicht stattgefunden hatte. Freigelassen wurden nämlich die Angehörigen von Staaten, an die die Entführer keine Freilassungsforderungen hatten. Es blieben a) die Israelis und b) als Faustpfand für Freilassungsforderungen an Paris die französische Crew. 

Der Beleg läßt sich finden in: William Stevenson: Ninety Minutes at Entebbe. Bantam Books 1976, ISBN 0-553-10482-9 (französisch: Montréal, Ed. Stanké, 1976). Grundlage dieses Berichts sind, neben Aussagen der Geiseln, die exakten Notizen, die sich Ilan Hartuv, einer der israelischen Passagiere, machen konnte. Die Eintragung dort lautete in der englischen Übersetzung: 

Monday, June 28...19.10 - The terrorists separate us from the others: a most dramatic scene. Every person who possesses an Israeli passport is called upon to leave the central hall and move to an adjoining room. The women begin to cry. The feeling is like an execution... 

Zitiert nach Kt.: Noch einmal: Entebbe. ak - analyse & kritik, Zeitung für linke Debatte und Praxis / Nr. 345 / 26.08.1992

Yossi Melman, offenbar eher ein Friedensjude, berichtete zudem 2011 in der israelischen Tageszeitung Ha'aretz nach einem Gespräch mit Ilan Hartuv:

"The terrorists separated the Israelis from the non-Israelis," says Hartuv, one of the unofficial leaders of the hostages, and the official translator from English to Hebrew in talks with Amin, who visited the hostages a number of times. "The separation was done based on passports and ID cards. There was no selection of Jews versus non-Jews."

Nicht Juden, sondern die Crew und die Passagiere mit israelischem Paß wurden ausgesondert. Doch es gibt, wie Zuckermann richtig sagt, nun einmal "Zweierlei Israel": So verbreiteten israelische Kriegsjuden die Lüge von einer angeblichen Judenselektion in Entebbe mit dem offenkundigen Ziel: Gegner der israelischen Staats- und Regierungspolitik sollten als Judenhasser erscheinen.

Volker Weiß hat's überhaupt mit dem Streuen von Hexen-Gerüchten. In der siechen Frankfurter Rundschau vom 4. November 2011, Seite 30 (nicht im Netz), schreibt er unter der Überschrift: "Linker Antisemitismus scheint unvergänglich" über die Journalistin und Tierrechtlerin Susann Witt-Stahl: 

2009 waren Mitglieder ihrer Tierrechtsgruppe in Hamburg an der gewaltsamen Verhinderung einer Aufführung von Claude Lanzmanns Film "Warum Israel" beteiligt.

Waren sie nicht. Keiner. Niemand. Nullo.

Und noch eins, weil ich noch fünf Minten Zeit habe: Der Hamburger Kriegskietzler behauptet im selben Beitrag über mich, Thomas Immanuel Steinberg: 

Dass er sich dabei auch eines Jargons bedient, den man sonst von der äußersten Rechten kennt, scheint ihn nicht zu stören. Erst kürzlich lobte die Junge Freiheit seinen Blog.

Im gemeinten Artikel der Jungen Freiheit, dem einzigen, in dem ich bisher erwähnt wurde, befleißigt sich dessen Autor, im krassen Gegensatz zu mir, einer ausgesprochen distinguierten Ausdrucksweise:

Entsprechend harsch fallen seine [Steinbergs] Kommentare für die Vertreter und Apologeten dieser [israelischen] Politik aus: Scharons Vorgehen kennzeichnet er als „Vertreibungs- und Mordpolitik“ und den Israel-Lobbyisten und Welt-Redakteur Alan Posener bezichtigte er, ein „Massakerkriegsfan“ zu sein, weil er sich etwa zustimmend über einen israelischen Militärschlag gegen die Hamas äußerte.

Die Junge Freiheit bezeichnet also die Vertreibungs- und Mordpolitik des einstigen israelischen obersten Heerführers als "Scharons Vorgehen" und das Massaker an 1400 Gaza-Bewohnern 2008 / 2009, zu dem der Massakerkriegsfan Alan Posener ein Jubelgeschrei angestimmt hatte, als einen "Militärschlag gegen die Hamas".

Die Junge Freiheit drückt sich über Gemetzel fein aus, nämlich eher so wie einer vom Schlage des Volker Weiß. 

Ich nicht. 

Hat die Junge Freiheit mich gelobt? Sie schreibt, ich sei ein "Dauerankläger"; ich würde "stets die Hermeneutik für die 'richtige' Einordnung" meiner Themen liefern; und, weil mir in der Tat gleichgültig ist , wieviele Kinder wer in die Welt setzt, befindet die Junge Freiheit:

Daß gerade diese Frage dem Staat Israel alles andere als gleichgültig sein kann, zeigt zum Beispiel die Grenzen von Steinbergs holzschnittartiger Weltsicht auf.

Kulturkämpferisch geht's zu in der Jungen Freiheit, ganz wie bei den israelischen Kriegsjuden. Es gibt halt nicht nur zweierlei Israel und zweierlei Juden: Es gibt auch zweierlei Deutschland. Eins davon bilden die Kriegsdeutschen, die mit den Kriegsjuden die Weltsicht teilen.

Nun ist der fragliche Junge-Freiheit-Aufsatz nicht mehr im Netz. Er enthielt außer Kulturkämpferischem einfach zu viele falsche Tatsachenbehauptungen über Geschichte und Gegenwart – ganz wie die Beiträge des Historikers und Journalisten Volker Weiß. Jungle World, die Frankfurter Rundschau und die Uni Hamburg sollten dem Mann einen Preis verleihen: für seine fehlergespickten Beiträge zum Kampf gegen jüdische und nicht-jüdische Marxisten.

T:I:S, 15. November 2011. Mehr zu Volker Weiß unter Jungle World. Mehr über die Junge Freiheit unter Kommunistenphobie 

Anmerkung

(1) Moshe Zuckermann: Zweierlei Israel. Auskünfte eines marxistischen Juden an Thomas Ebermann, Hermann L. Gremliza und Volker Weiß. Konkret Literatur Verlag, Hamburg 2003. ISBN-10 3930786397, ISBN-13 9783930786398. Taschenbuch, 139 Seiten, 12,00 EUR

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/zifalschefreunde.htm#Weiss  

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Thomas Ebermann

Aus dem Aufruf des Hamburger Forums zum Ostermarsch 2011:

Alle Lösungsmöglichkeiten des Nahostkonflikts scheinen blockiert. Das bedroht den Frieden in der gesamten Region. Deshalb: Die Bundesregierung muss Druck auf die israelische Regierung ausüben, endlich die völkerrechtswidrige Besatzung zu beenden und das Selbstbestimmungsrecht der Bevölkerung Palästinas zu respektieren!

Der unerträgliche Thomas Ebermann dazu im Deutschlandfunk: 

Was im Aufruf steht –  Deutschland muß Druck auf Israel ausüben – das ist für mich unerträglich.

 Audio on demand, 21. April 2011, 8:10 h, ab 3:50. T:I:S, 22. April 2011

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/zifalschefreunde.htm#Ebermann  

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Thomas Immanuel Steinberg

Untersuchen, Streiten, Handeln

Gliederung eines Seminarbeitrags

 Die Links verweisen auf Aspekte des Themas. Siehe auch Steinberg als Referent 

1. Untersuchen

1.1 Gegen Nazis und Vopos – Als ich 15 war (1961)

1.2 Betroffenheitspädagogik. Geschichtslehrer Hubert Hecker über Empathie und die Nationalisierung von Moral (2010), siehe Anmerkung

1.3 Auf Gutwillige lauert die Rückendeckungsfalle.

2. Streiten

2.1 Welche Handlung wollen wir mit dem Streit anbahnen oder begleiten?

2.2 Schlafende kann man wecken, aber keinen, der sich schlafend stellt. Streit lohnt oft nur wegen des unentschlossenen Publikums; das Publikum gilt es zu gewinnen, meist nicht den Streitgegner. Mehr unter Argumente / Meinungsbildung

2.3 Redeweisen falscher Freunde

Unterstellung; freie Assoziation; ad personam; Beschimpfung; Diffamierung; Denunziation und Lüge;  Gebrüll

2.4 Fälle

2.4.1 Freies Sender Kombinat (FSK), Hamburg

2.4.2 Ludwig Watzal, Bundeszentrale für politische Bildung

2.4.3 Claude Lanzmans Warum Israel und die B5 in Hamburg

2.5 Die Medienarbeit der falschen Freunde

2.5.1 Die Mainstreampresse

2.5.2 Blogs und Foren im Netz

2.5.3 Versatzstücke einer Strategie der falschen Freunde

2.5.4 Die Propagandaarbeit des israelischen Staates und zionistischer Organisationen

Exkurs: Schwerpunkte der israelischen Ausfuhr sind geschliffene Diamanten (30%) und Rüstungs- und Sicherheitssysteme (Anteil unbekannt)

2.5.3.1 „Ein Propagandaministerium wie Goebbels“; jüdisch-israelische Leistungen; Hilfe für Haiti als PR-Show; Marke Israel

2.5.3.2 Fälle: Tel Aviv Beach in Wien; Efrat Darky, regierungskonforme Sängerin in der Kulturhauptstadt Essen

2.6 Linke Medienarbeit zu Israel / Palästina

2.6.1 Print: Leserbrief; Veranstaltungsankündigung; Verteiler; Flugblatt; Broschüre. Film (Beispiel)

2.6.2 Internetportal / Blog

Indexseite; Aktualität; Schriftgröße; Spaltenzahl; Übersichtlichkeit; Farbe; Zeilenlänge; Artikellänge; Artikelaufbau; einen – höchstens zwei Gedanken transportieren wollen; Quellenangaben; Verweise; Fotos; Newsletter; Verteiler

2.6.3 Foren im Netz

2.6.4 Vernetzung? Sich kennenlernen; Medienarbeitskreise bilden

2.7 Die falschen Freunde Israels billigen häufig Krieg und Unterdrückung allgemein.

2.8 Elemente einer Strategie gegen die falschen Freunde 

3. Handeln (Stichworte dafür, was Streitgespräche und -artikel vorbereiten sollen): 

Kulturarbeit

Veranstaltung: Ankündigung, Medien, Vobereitung auf Störungen, Gruppenarbeit, Nachbereitung, Berichterstattung

Kundgebung und Demonstration: Slogans, Megaphon, Lautsprecher, Straßenmusik, Straßentheater, Anstecker, Bänder, Menschenkette, Bild aus Menschen

Aufruhr – vor dem gegnerischen Veranstaltungsort, vor der verantwortlichen Behörde / Einrichtung; vor HeidelbergCement; vor ThyssenKrupp, dem Hersteller der Dolphin-U-Boote für die israelische Kriegsflotte

Boykott von Ahava- Produkten vor und in Drogerien / Parfümerien; Boykott des Soda-Club Trinkwassersprudlers, von Diamanten und von Früchten aus Israel / Palästina  vor und in den Vertriebs-Verkaufsstellen

Sabotage in gegnerischen Bewegungsräumen

 

Ein Verfahren 
zur moderierten gemeinsamen Bestimmung von Handlungsfeld und Vorgehen, entwickelt vom Nederlands Pedagogisch Institut: die U-Prozedur - U wie Umweg.

7 Schritte in U-Form:

 

1. meinen

 

2. wissen

 

3. verstehen

 

 

 

7. planen

 

6. gestalten

 

5. entwerfen

 

4. besinnen

Gebot: Vor dem Handeln festlegen, woran man nachher erkennen will, ob das Handeln erfolgreich war.

Und die Erfolge feiern!

Anmerkung

Wer nur Betroffenheit erzeugen will, schreckt die Schüler ab
Vom schwierigen Umgang mit dem Nationalsozialismus im Geschichtsunterricht hessischer Schulen berichtet Hubert Hecker. Bei der Behandlung des Dritten Reichs steht der schulische Geschichtsunterricht unter hohen Erwartungen. Dabei ist die Behandlung der vom Lehrplan ... FAZ, 16. September 2010, S. 7

T:I:S, 24. Oktober 2010. Siehe auch Steinberg als Referent und Partei Die Linke, Die Anti-Linken, Rosa-Luxemburg-Stiftung und Die Antideutschen. T:I:S, 26. Oktober 2010

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